Deutsche Aircraft verknüpft zwei automatisierte Lagersysteme
Jungheinrich hat das automatisierte Logistikzentrum von Deutsche Aircraft am Flughafen Leipzig/Halle übergeben. Die Anlage ist in die digitalisierte und papierlose Endmontagelinie für das Regionalflugzeug D328eco integriert und soll den geplanten Produktionshochlauf unterstützen. Nach Angaben der Unternehmen arbeiten dort erstmals das automatische Behälter-Kompaktlager „Power Cube“ und ein automatisiertes Schmalganglager gemeinsam in einer Industrieanlage unter einer Steuerung.
Mehr als 6.500 Behälter auf 210 Quadratmetern
Der „Power Cube“ beansprucht rund 210 Quadratmeter Grundfläche und bietet Kapazität für mehr als 6.500 Behälter auf 26 Ebenen. 16 Shuttles transportieren die Behälter zwischen dem Lager und fünf Arbeitsplätzen. Häufig benötigte Teile werden aufgrund der höheren Zahl an Ein- und Auslagerungen automatisch in den unteren Ebenen platziert. Seltener benötigte Artikel wandern mit der Zeit in höhere Bereiche des Lagers.
Für Bauteile, die in der Montage benötigt werden, verfügt das System über separate Vorbereitungsschächte. Der Lagerbereich arbeitet zudem mit reduziertem Sauerstoffgehalt, um die Brandgefahr zu verringern.
Automatisierte Palettenlagerung in zwei Gassen
Ergänzt wird das Behälterlager durch ein automatisiertes Schmalganglager. In zwei Gassen übernimmt es das Handling von 624 Paletten. Zwei Mobile Robots des Typs „EKX 516ka“ übernehmen die vollautomatische Ein- und Auslagerung von Europaletten.
Fördertechnik verbindet den Wareneingang mit sechs Kommissionierplätzen und dem Warenausgang. Auf dem Transportweg erfasst die Anlage jede Palette per Barcode und prüft automatisch Kontur und Gewicht. Für Langgut installierte Jungheinrich zusätzlich 135 Kragarmplätze, die mit Elektrostaplern bedient werden.
Gemeinsame Steuerung für beide Lagersysteme
Sämtliche Transportbewegungen im „Power Cube“ und im automatisierten Schmalganglager koordiniert ein gemeinsames Warehouse Control System von Jungheinrich. Damit sind die beiden Warenströme in eine gemeinsame Steuerungsarchitektur eingebunden.
Die Intralogistik ist Bestandteil der von Deutsche Aircraft als „Factory 4.0“ bezeichneten Endmontagelinie. Dort sollen Kleinteile und Paletten auf begrenzter Fläche vorgehalten und bedarfsgerecht für die Produktion bereitgestellt werden. Die Materialversorgung ist dabei in eine durchgehend digitale Prozesskette eingebunden.
Ausbau auf drei Schichten möglich
Die Anlage ist zunächst für einen Zweischichtbetrieb ausgelegt und kann auf drei Schichten erweitert werden. Deutsche Aircraft bereitet nach eigenen Angaben den Hochlauf der Produktion auf eine Kapazität von bis zu 48 Flugzeugen pro Jahr vor.
Im Endausbau sollen nach Angaben im Hauptteil der Mitteilung am Standort Leipzig/Halle 250 bis 350 Beschäftigte bis zu 48 Flugzeuge jährlich fertigen. Die Unternehmensinformation von Deutsche Aircraft nennt abweichend rund 250 neue Mitarbeitende für die Produktion am Standort. Die Endmontagelinie wurde demnach im Herbst 2026 eingeweiht und befindet sich im Produktionshochlauf.



































