Lagerplanung: Mitarbeitende frühzeitig in neue Logistiklösungen einbinden
Technisch funktionierende Intralogistiksysteme erreichen im Betrieb nicht automatisch die geplante Leistung. Nach Angaben der T&O Group spielen neben der technischen Auslegung insbesondere die Organisation, die Gestaltung der Arbeitsprozesse und die Qualifizierung der Mitarbeitenden eine Rolle. Das Beratungs- und Planungsunternehmen sieht deshalb die frühzeitige Einbindung der Beschäftigten als Bestandteil der Lagerplanung.
Praxiswissen in die Planung einbeziehen
Mitarbeitende vor Ort kennen nach Darstellung des Unternehmens tatsächliche Arbeitsabläufe, Ausnahmen und auftretende Störungen häufig aus ihrer täglichen Praxis. Dieses Wissen sollte bereits während der Planung berücksichtigt werden. Eine reine Information der Belegschaft über bereits festgelegte Konzepte reiche dafür nicht aus.
Die T&O Group empfiehlt stattdessen, relevante Wissensträger von Beginn an in den Planungsprozess einzubeziehen. Damit sollen betriebliche Anforderungen und Entscheidungen bereits während der Konzeption zusammengeführt werden.
Prozessdesign parallel zur Technik entwickeln
Neben der Mitarbeitereinbindung betrachtet das Unternehmen die Gestaltung der Arbeitsprozesse als weiteren Faktor. Auch technisch leistungsfähige Automatisierungslösungen könnten ihre vorgesehene Leistung verfehlen, wenn Zuständigkeiten, Wissen, Eskalationswege oder Vertretungsregelungen nicht ausreichend geklärt seien.
Dies betreffe auch die Anbindung der Informationstechnik. Sie sollte nach Angaben des Unternehmens Arbeitsabläufe vereinfachen und Beschäftigte im Prozess entlasten. Entsteht durch eine Schnittstelle zusätzlicher Aufwand, könne dies die Nutzung und den betrieblichen Ablauf beeinträchtigen.
Sonderprozesse bereits bei der Konzeption berücksichtigen
Bei der Planung sollten neben den Standardabläufen auch regelmäßig vorkommende Sonderprozesse erfasst werden. Werden solche Abläufe während der Konzeption nicht berücksichtigt, können nach Darstellung der T&O Group im laufenden Betrieb Reibungsverluste und zusätzlicher Anpassungsbedarf entstehen.
Als Maßstab für das Prozessdesign nennt das Unternehmen deshalb nicht ausschließlich die technischen Möglichkeiten eines Systems. Entscheidend seien auch die Anforderungen der Beschäftigten, damit Arbeitsabläufe schnell und sicher ausgeführt werden können.
Schulungen für Normalbetrieb und Störfälle
Auch die Qualifizierung der Mitarbeitenden sollte über eine einmalige Schulung vor der Inbetriebnahme hinausgehen. Die T&O Group nennt wiederkehrende Schulungen, den Einsatz von Multiplikatoren innerhalb der Belegschaft sowie Trainings für Störfälle als Bestandteile eines entsprechenden Konzepts.
Neben dem regulären Arbeitsablauf sollten damit Situationen berücksichtigt werden, in denen Prozesse vom Normalbetrieb abweichen. Das erforderliche Wissen soll so auch nach der Einführung des Systems verfügbar bleiben.
Drei typische Fehler bei der Einführung
Als wiederkehrende Probleme bei Intralogistikprojekten nennt das Unternehmen eine zu späte Einbindung der Mitarbeitenden, Schulungen als einmalige Maßnahme und eine Prozessgestaltung, die erst nach der Entscheidung über die Technik erfolgt. Treffen mehrere dieser Faktoren zusammen, können technisch funktionierende Systeme nach Einschätzung der T&O Group ihre vorgesehene Leistung im Betrieb nicht vollständig erreichen.
Das Unternehmen leitet aus seiner Projekterfahrung deshalb einen ganzheitlichen Planungsansatz ab, bei dem Technik, Organisation und Prozesse gemeinsam betrachtet werden. Die organisatorischen Rahmenbedingungen sollen dabei bereits während der Planung neuer Logistiklösungen berücksichtigt werden.


































