Wohin geht die Reise?

Wohin geht die Reise?

Trends in der Sortiertechnik – von Lebensmitteln bis zu Medikamenten

Kunden kaufen mehr und mehr online ein und das nicht erst seit Covid-19. Allerdings hat die Pandemie dieses Verhalten noch verstärkt. Mit dem zunehmenden E-Commerce müssen Kurier-, Express- und Paketdienste die Konsumenten zuverlässig und noch schneller beliefern – und dabei ganz unterschiedliche Waren handhaben können. Die Leistung ihrer Sortier- und Verteilanlagen entscheidet oft über ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Fragen heutzutage sind: Welchen Trends folgen die Betreiber? Wie können sie darauf reagieren? Und: Wo geht die Reise eigentlich hin?

1. Der neue Sorter der Beumer Group, BG Sorter Compact CB, benötigt wenig Platz und lässt sich flexibel an die örtlichen Gegebenheiten anpassen – sehr enge Radien lassen sich realisieren. (Quelle: Beumer)
2. Eine effiziente Sortiertechnik soll unterschiedliche Artikel handhaben können – sowohl kleine, leichte Sendungen als auch größere Pakete. (Quelle: Beumer)

Die Art, wie die Menschen einkaufen, verändert sich nicht erst seit Covid-19. Doch kaum etwas hat das Einkaufsverhalten so schnell und wohl auch nachhaltig beeinflusst wie das Coronavirus. Weil viele Geschäfte in den vergangenen Monaten schließen mussten, kaufen noch mehr Verbraucher online.

„Dieser Strukturwandel spielt sich in der Pandemie gerade im Zeitraffer ab“, sagt Thomas Wiesmann, Director Sales Logistic Systems bei der Beumer Group. Das erhöht bei den Kurier-, Express- und Paketdiensten (KEP) den Wettbewerbsdruck enorm.

Um sich behaupten zu können, wird der künftige Erfolg von Versandhandelsunternehmen und Logistikdienstleistern noch mehr von der Leistung ihrer Distributionszentren und damit ihrer Sorter abhängen. Für die Unternehmen gilt es, mit ihren Systemen Kosten zu sparen, einen umweltbewussteren Ansatz zu verfolgen und vor allem Markttrends zu folgen. Markttrends? „Die Technologie zur Verteilung der unterschiedlichen Waren wird grundsätzlich komplexer“, weiß Wiesmann. Denn nicht nur die Anzahl der zu versendenden Waren erhöht sich, auch die Formate werden immer unterschiedlicher. „Das Spektrum ist vielfältiger geworden“, fasst der Beumer-Experte seine Eindrücke zusammen, die er in seiner langjährigen Erfahrung mit Kunden gesammelt hat. Tendenziell nehmen die Paketgrößen ab, obwohl nach wie vor auch große Pakete verschickt werden.

In der Anfangsphase der Pandemie etwa verzeichneten nicht nur Onlinehändler, die Hygieneartikel, Atemmasken, Nudeln und Konserven verkaufen, erhebliche Umsatzzuwächse. Allgemein starke Zuwächse erzielten Lebensmittel, Drogeriewaren und Medikamente. Diese Produkte werden sich im Online-Handel auch künftig auf höherem Niveau einpendeln, ist sich Thomas Wiesmann sicher. Neben Flexibilität spielt natürlich auch der Durchsatz eine immer größere Rolle. Denn durch den Online-Handel wollen immer mehr Kunden ihre Waren, die sie am Morgen bestellt haben, noch am selben Tag vor der Haustür stehen sehen. „Sortier- und Verteilanlagen sollen Händler bei diesen anspruchsvollen Aufgaben unterstützen und sich flexibel und schnell an neue Gegebenheiten anpassen lassen.“

Betreiber von Logistik- und Distributionszentren fragen deshalb vermehrt nach leistungsstarken Systemen, denn ihre vorhandene Technik reicht oft nicht mehr aus. Dazu kommt, dass die Zahl der erforderlichen Sortier- und Verteilanlagen kontinuierlich steigt: Die Dienstleister bauen zunehmend kleine, dezentrale Distributionszentren in der Nähe ihrer Kunden, um diese noch schneller beliefern zu können. Das wird immer wichtiger, damit diese ihnen weiterhin die Treue halten.

Mehr Leistung gefragt

Um den Leistungsanforderungen gerecht zu werden, geht der Trend zu mehr Automatisierung. Damit lassen sich die Sorter auch ergonomischer bedienen. Mitarbeiter werden entlastet, die Unternehmen können effizienter arbeiten und so auch den Durchsatz erhöhen. Sie sind auf künftige Kapazitätsprognosen vorbereitet. Zudem verbessert die Automatisierung die Sichtbarkeit und Rückverfolgbarkeit der Versandwaren.

„Damit wir unsere Kunden optimal unterstützen und diese ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können, bieten wir zum Beispiel unseren neuentwickelten BG Sorter Compact CB an“, erläutert Wiesmann. Die Anlage eignet sich für unterschiedliche Artikel – sowohl für kleine, leichte Sendungen als auch für Pakete mit einem Gewicht von bis zu zwölf Kilogramm. Durch die schonende Sortierung lassen sich selbst Waren handhaben, die zerbrechlich oder maschinenunfreundlich verpackt sind, beispielsweise mit einer glatten Kunststofffolie. „KEP-Unternehmen und Distributionszentren müssen oft innerhalb kurzer Zeit auf neue Aufgaben reagieren können – so wie das aktuell ja auch der Fall ist“, beschreibt Wiesmann. Statt eine neue Anlage anzuschaffen, wollen sie ihre bestehenden Sorter bedarfsgerecht erweitern können. Das erfordert Sortieranlagen, die sich einfach und schnell integrieren lassen.

Eine weitere Erfahrung, die Thomas Wiesmann gesammelt hat: In vielen Hallen steht nicht genug Platz für eine neue Technik zur Verfügung. „Damit sind kompakte Sortierlösungen gefragt, die sich flexibel an die örtlichen Gegebenheiten anpassen – selbst wenn die räumlichen Bedingungen schwierig sind. „Unser BG Sorter Compact CB erfüllt diese Ansprüche. Zudem ist auch die Einbindung von Einschleuseinheiten und Endstellen auf wenig Raum möglich“, berichtet Wiesmann. Ein weiterer Aspekt, der für ein erfolgreiches Arbeiten immer wichtiger wird, ist die Sortiergenauigkeit. Mit den Beumer-Anlagen liegt diese bei nahezu 100 Prozent: Die Artikel werden nicht durch ihr Gewicht, sondern aktiv ausgeschleust. Mit dieser hohen Präzision können Betreiber zuverlässig liefern und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Datenanalyse und bessere Prozesse

Um die Leistung der Anlagen nachhaltig zu steigern, ist die Digitalisierung unumgänglich. Mit Unterstützung der Datenanalyse etwa lassen sich an den Maschinen große Datenmengen sammeln, zielgerichtet auswerten und damit Verbesserungspotenziale aufdecken. „Wir können mit den gewonnenen Informationen den Betrieb kontinuierlich verbessern. Das wirkt sich positiv auf die Lebenszykluskosten aus“, verspricht Wiesmann. Betreiber können zudem erkennen, wie sich das Systemmanagement optimieren lässt.

Mit der Datenanalyse lässt sich die Verfügbarkeit und die Leistung von Sortern erhöhen, Stichwort „maschinelles Lernen“. Entscheidend dabei ist der kontinuierliche Zugriff auf Echtzeitdaten aus jedem Bereich der Anlage. Mit Hilfe eines digitalen Zwillings lassen sich so detailliert Materialflüsse oder auch die Streckenführung der Anlage überwachen. Unterstützt wird dies durch die Visualisierung der Ergebnisse. Der Betreiber könnte dazu beispielsweise Farbcodes einsetzen, um unter anderem Engpässe sichtbar zu machen oder – mit Hilfe zeitlicher Filter – gesammelte Daten in die Betrachtung miteinzubeziehen.

Wartung nur nach Bedarf

Die Datenanalyse ermöglicht es, die tatsächlichen Betriebsstunden und Belastungen zu erkennen. Betreiber überwachen zuverlässig ihre Systeme und erkennen rechtzeitig, wann ein Fehler auftreten könnte. Sie sind so in der Lage, die Anlage zum optimalen Zeitpunkt zu warten. „Wartungszyklen können an die tatsächliche Belastung angepasst werden“, sagt Wiesmann. Je intensiver ein Unternehmen die Betriebszustände der Anlage kennt, desto besser kann es diese Möglichkeit nutzen. Denn die Maschine wird mit Hilfe dieser Daten das Lernen erlernen – und anstatt nur zu erkennen, dass etwas nicht stimmt, wird sie mit Unterstützung der gewonnenen Informationen auch die Ursachen erkennen. Damit werden Sorter künftig in der Lage sein, selbstständig einen perfekt passenden Wartungsplan zu generieren. Das Servicepersonal tauscht eine Komponente erst dann aus, wenn es wirklich erforderlich ist – und nicht nach einem festgelegten Zyklus.

Die datengesteuerte Analyse wird damit immer gefragter bei den Betreibern. Denn schon heute sind Sensoren Teil eines jeden Systems und in der Lage, enorme Datenmengen zu generieren und zu verarbeiten. Auf Grundlage dieser Informationsgewinnung können langfristig weitere Dienstleistungen hinzukommen. Wiesmann denkt an die Videocodierung für das maschinelle Lernen. Möglich sei aber auch eine cloudbasierte optische Zeichenerkennung, um gescannte Bilder mit Text in maschinenlesbaren Text umzuwandeln.

Aktuell basiert die Datenanalyse vor allem auf vorhandenen Betriebsdaten. In Zukunft sollen jedoch noch mehr Sensoren und andere Systeme zum Einsatz kommen, die noch viel mehr Daten sammeln können. Der Sorter wird künftig in der Lage sein, Prozesse kontinuierlich intelligenter und automatisierter zu gestalten, ein klarer Wettbewerbsvorteil für jeden Betreiber. „Mit unseren Lösungen setzen wir Trends und unterstützen unsere Kunden bei zukünftigem Wachstum“, sagt Wiesmann. „Wir ermöglichen es ihnen, auf Marktveränderungen schnell und sicher zu reagieren – und das nicht nur in Corona-Zeiten.“ (jak)

Eine Information der Beumer Group

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