Liefern reicht nicht mehr

Modernisierungs- und Wartungsprozesse neu gedacht

Software ist überall. Wer sich die vielfältigen Konsequenzen dieses Satzes vor Augen führen will, kann sich sowohl bei Google als auch bei Apple vermutlich in Gigabyte-Größen die eigenen Bewegungs- und Anwendungsdaten herunterladen. Auf Basis dieser Daten werden Nutzerprofile für Werbeanzeigen erstellt, Verkehrsdaten erhoben oder automatisch die Besucherströme erfasst. Jeder interagiert täglich mit vernetzten, komplexen Softwaresystemen. Diese Durchdringung ist in der Intralogistik ein zweischneidiges Schwert: Automatisierung und Datenerfassung ermöglichen eine höhere Prozessgeschwindigkeit, mehr Transparenz und Wirtschaftlichkeit. Doch bringen diese positiven Effekte eine rapide steigende Komplexität sowie Schnittstellen- und Datenvielfalt mit sich.

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Unternehmen stehen vor der Herausforderung, nicht nur die Software für ihre intralogistischen Prozesse aktuell zu halten, sondern ihre gesamte Systemwelt sicher, performant und wirtschaftlich zu gestalten. Das erfordert umfassendes Testen im Vorfeld von Aktualisierungen, denn mit jeder Schnittstelle steigt das Fehlerpotenzial. Gleichzeitig wird die Behebungen von Störungen und Unterbrechungen komplexer und schwieriger: Ein Techniker kann einen defekten Sensor tauschen, aber keinen Serverausfall beheben. Doch gerade im Bereich der IT geraten Wirtschaftlichkeits- und Sicherheitsanforderungen oft in Konflikt, da bestehende Systeme anhand der potenziell hohen Ablösungskosten in vielen Fällen nicht oder erst spät aktualisiert werden. Über die Folgen dieser Entscheidung wird regelmäßig in Medien berichtet: Ganze Unternehmen werden durch eine Sicherheitslücke zur Geisel von eingeschleuster Ransomware.

Durch undurchsichtige Gemengelagen aus Lizenz- oder Abomodellen, Serviceverträgen und anderen vertraglichen Rahmenwerken zwischen Unternehmen und mehreren Dienstleistern ist die Klärung der Verantwortlichkeiten in solchen kritischen Szenarien schwierig und zeitaufwendig. So kann der Anbieter der Server-Technik auf den Software-Anbieter verweisen und umgekehrt.

Service und Support für Software neu denken

Serviceleistungen der Dienstleister zu Hard- und Software sollten nicht allein auf ihre Teildisziplinen begrenzt sein, sondern im Blick haben, wie die vor- und nachgelagerten Systeme mit dem eigenen Interagieren. Die ideale Situation ist, dass durch Dienstleister vor Ort ein geschulter First-Level-Support im Unternehmen aufgebaut wird, in dem ausgebildete Key-User Probleme schnell identifizieren. Um den Prozess zu beschleunigen, sollte der Second- und Third-Level-Support des Dienstleisters und Herstellers eng vernetzt oder sogar im selben Team organisiert sein. Zusätzlich sollte direkter Kontakt zu den Support-Leveln anderer angekoppelter Systeme und Dienstleister bestehen, damit die Lösung des Störfalles dort nicht in seiner Supportstufe zurückgeworfen wird. In einer komplexen Schnittstellen- und Softwarewelt muss die Verantwortung von allen Beteiligten getragen werden. Dazu werden gemeinsame Konventionen und eine gemeinsame Plattform für den Austausch benötigt, so dass alle Beteiligten Zugriff auf dieselben Werkzeuge, wie webbasierte Projektmanagement-Plattformen, haben. Das Ziel sollte sein, dass ein Softwaredienstleister neben seiner Software mit einem geschulten Prozesswissen unterstützt, auch wenn ein Störfall nicht an seiner Soft- oder Hardware liegt.

Den ganzheitlichen Blick wahren

Als Software-Manufaktur verfügt die Dr. Thomas + Partner GmbH & Co. KG durch ihre Entwicklungsmethoden und ihren Erfahrungsschatz über die idealen Voraussetzungen, um in dem ständig expandierenden Feld der intralogistischen Hard- und Software den ganzheitlichen Blick zu wahren und die Kunden bei Störungen und Unterbrechungen ihres Betriebes schnell und effektiv zu unterstützen. Die Teams, die bei Projektpartnern der maßgeschneiderten Software-Lösungen von Thomas + Partner integrieren, leisten auch den Support. Dadurch wird mit dem Second-Level- häufig der Third-Level-Support aktiv, das heisst, der Spezialist für den Prozess hat direkten Zugriff auf den Entwickler, der das System mitentwickelt hat. So bietet Thomas + Partner schnelle Entstörzeiten, da der Service & Support des Unternehmens immer auf dem aktuellen Stand der Anlage ist.

Transparenz ist der Schlüssel in komplexen Systemen mit vielen Abhängigkeiten. Um die Kommunikation möglichst effizient zu gestalten, setzt Thomas + Partner auf webbasierte Projektmanagement-Tools, über die alle Beteiligten Zugriff auf den aktuellen Stand haben und jederzeit direkt über den Fortschritt der Entstörarbeiten unterrichtet werden. Flankiert wird dieses Vorgehen durch umfassende Beratung und Schulungen. Auf diese Weise wird das Know-how der Mitarbeiter bei den Projektpartnern und damit die Qualität des First-Level-Supports der Key-User gesteigert.

Durch den Leitsatz „Software follows function“ passt Thomas + Partner seine Lösungen individuell an die Geschäftsprozesse vor Ort an. Lagertopologie und Besonderheiten werden dabei sehr genau analysiert, inklusive der vor- und nachgelagerten Systeme. Aus diesem Grund wird die Software feature- und nicht versionsbasiert entwickelt. Das ermöglicht es Thomas + Partner, notwendige Funktionen im laufenden Betrieb zu entwickeln, zu testen und schrittweise auszurollen: Mit Software von Thomas + Partner muss nicht erst auf eine neue Version der eingesetzten Softwarelösung gewartet werden. Sobald eine neue Funktionalität benötigt wird, kann diese kurzfristig realisiert werden. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Ablösung von Windows-CE-basierten mobilen Endgeräten in einem Lager. Durch den TUP-Ansatz kann erst ein Teilbereich des Lagers modernisiert werden, in dem dann Key-User ausgebildet und wertvolle Erfahrung gesammelt werden kann. Durch Vermeidung eines „Big Bangs“, bei dem an einem Zeitpunkt der ganze Standort oder sogar das ganze Unternehmen umgestellt wird, tritt ein schrittweiser Prozess. Hierbei werden die operativen Mitarbeiter Schritt für Schritt an eine neue Technikwelt geführt, während die „alte“ Technik weiterhin genutzt werden kann. Wirtschaftlich als auch operativ ist dadurch eine Risikominimierung bei geringer Investition gewährleistet. Das Resultat ist, dass die Software kurzfristig im laufenden Betrieb an neue Anforderungen angepasst werden kann. Zudem fließen bewährte Best-Practices ein, die einen Mehrwert für den jeweiligen Projektpartner bieten.

Ausblick in die Zukunft

Die Zukunft gehört der Software und Digitalisierung. Das zeigt sich schon darin, dass sich zum ständigen Begleiter Smartphone bei vielen schon die Smartwatch gesellt hat. Doch in dieser komplexen, vernetzten Welt der „Data Lakes“ und Interdependenzketten geht die Zeit der reinen Software-Lieferanten zu Ende, und die der IT-Dienstleister bricht an. Sicherheit, Verfügbarkeit, Angriffsresistenz und Belastbarkeit sind Parameter, die nicht auf den Releaser einer neuen Software-Version warten können oder sollten. Ein Blick in die Berichterstattung zeigt, dass „Day-Zero-Lücken“ auch an „Day Zero“ ausgenutzt werden. Auf der anderen Seite stehen die stetig weiterwachsenden Wirtschaftlichkeitsanforderungen, die nur erreicht werden können, wenn mit dem Projektpartner auf Augenhöhe gearbeitet und entlang der Geschäftsprozesse maßgeschneiderte Lösungen schnell und unkompliziert intergiert werden. Eine zentrale Anforderung an Software-Dienstleister ist daher die proaktive Evaluation neuer Technologien. Es muss klar sein, wo Lösungen einen Mehrwert schaffen und wo nicht. Denn es muss nicht immer zwingend eine technisierte Automatisierungslösung sein. Mitunter lässt sich das gleiche Ergebnis durch einen manuellen Sorter oder die Integration eines Hybrid-Picking-Systems erzielen. Letztendlich zählt die Wirtschaftlichkeit.

Eine Information der Dr. Thomas + Partner GmbH & Co. KG

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Autor: G. Pfisterer

Redaktion (allg.)

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Liefern reicht nicht mehr1.57 MB

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Liefern reicht nicht mehr
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