Optimal beleuchtet
Seit September 2023 Jahres gilt das Verkaufsverbot für Leuchtstoffröhren. Herkömmliche Leuchten, die zum Teil noch auf Quecksilber basieren, dürfen nicht mehr vertrieben werden. Unternehmen, die betroffene Leuchten in ihren Lagerhallen installiert haben – meist in Form von Lichtbandsystemen mit T5 und T8 Leuchtstoffröhren – müssen entsprechend umrüsten, um beim Ausfall der alten Lösungen keine Arbeitsausfälle hinzunehmen. Darüber hinaus gibt es Arbeitsstättenrichtlinien und Normen zur Beleuchtung wie die DIN EN 12464-1, die Lagerbetreiber einhalten müssen. Gemäß den geltenden Vorschriften müssen Unternehmen die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden im Lager gewährleisten. Dazu gehört eine ausreichende Beleuchtung des Arbeitsplatzes.
Energieeinsparpotenzial und ESG-Konformität
Unternehmen, die auf energieeffiziente Beleuchtungstechnologien wie LED-Leuchten setzen, reduzieren den Energieverbrauch und die Betriebskosten im Lager drastisch: Im Vergleich zu konventioneller Beleuchtung spart modernisierte LED-Beleuchtung 60 bis 70 Prozent Energie ein. Dieser Wert lässt sich auf bis zu 90 Prozent steigern, wenn Lagerbetreiber gleichzeitig intelligent vernetzte Lichtsteuerungen einsetzen, die das Licht nur dort einschalten, wo Bewegung registriert wird. Mit einer solchen Beleuchtungstechnik leisten Unternehmen einen Beitrag zur nachhaltigen Lagerhaltung und achten gleichzeitig auf ESG-Konformität.
Effizienzsteigerung im Lagerbetrieb
Mit einer guten Beleuchtung können Lagermitarbeitende deutlich schneller und genauer kommissionieren: Die Suche nach den entsprechenden Lagergütern ist bei heller, übersichtlicher Beleuchtung wesentlich zeitsparender als die Suche in halbdunklen Regalgängen. Zudem sinkt die Fehlerquote bei der Identifizierung und Auswahl von Waren. Sind alle Artikel gut sichtbar, kann der Kommissionierer seine Arbeit schneller erledigen und die gewonnene Zeit für andere Tätigkeiten nutzen.
Ein gut ausgeleuchteter Arbeitsplatz und damit gute Sichtverhältnisse reduzieren zudem das Risiko von Unfällen und Verletzungen. In hell beleuchteten Lagerhallen lassen sich Hindernisse, Gefahren und potenzielle Risiken deutlicher wahrnehmen. Regalabmessungen, zwischengelagerte Pakete oder frei fahrende AGV sind schneller und besser zu erkennen. Gleichzeitig verringert die Tageslichtsimulation die Ermüdung der Mitarbeitenden. Durch eine entsprechende Beleuchtung werden auch Arbeitsplätze besser ausgeleuchtet: Sind Mitarbeitende beispielsweise für die mechanische Montage von Fahrerlosen Transportsystemen, Kompressoren oder ähnlichem zuständig, führt eine LED-Beleuchtung zu präziserer, sauberer Arbeit.
Anforderungen an die Lichtplanung im Lager
Um ein optimales Beleuchtungsergebnis zu erzielen, sollten Unternehmen die Lagerstruktur und die Anordnung der Regale berücksichtigen. Je nach Hallenbereich – ob Regal, Arbeitsbereich oder Schmalgang – können Beleuchtungsstärke und Lichtverteilung variieren. So sollten beispielsweise Arbeitsbereiche besonders blendfrei und gleichmäßig ausgeleuchtet und Regale ausreichend beleuchtet sein, um einzelne Lagergüter gut erkennen zu können. Setzen Unternehmen zusätzlich auf eine intelligent vernetzte LED-Beleuchtung, können sie ihr Flächenmanagement weiter optimieren: Intelligente Lichtlösungen erfassen Aktivitäten wie die Einschaltdauer je Leuchte, den Energieverbrauch pro Leuchte oder Hallenabschnitt sowie den technischen Zustand. Auf einem Dashboard lassen sich alle Informationen in einer Übersicht auswerten, wodurch wichtige Erkenntnisse über die Aktivität in den Hallenbereichen gewonnen werden kann.
Wartung und Lebensdauer der Beleuchtung
Um die Betriebssicherheit einer Beleuchtungsanlage im laufenden Betrieb zu gewährleisten, müssen Unternehmen regelmäßig Wartungen und Instandsetzungen durchführen. Anstehende Wartungsarbeiten binden Investitionen – meist aus Instandhaltungsbudgets – und schränken die Nutzung der betroffenen Hallenabschnitte ein.
Mit der Umrüstung auf energieeffiziente, intelligent vernetzte LED-Beleuchtungslösungen entscheiden sich Logistik- und Speditionsbetreiber für eine langlebigere Alternative zu herkömmlicher Lichttechnik oder ungesteuerten LED-Leuchten. Bei einer anzunehmenden Lebensdauer von über 100.000 Betriebsstunden ist eine intelligent vernetzte Lichtanlage zwei Mal langlebiger als konventionelle Lichttechnik. Diese Art von Beleuchtung ist zudem deutlich wartungsärmer und kostengünstiger: Aufgrund der langen Lebensdauer und der Austauschzyklen liegt der Total Cost of Ownership und Return on Investment meist bei unter zwei Jahren in Logistikunternehmen.
Im Zuge der Umrüstung erfahren Unternehmen zudem, wie intelligente Lichtsysteme als IoT-Anwendungen im Lager zusätzlichen Nutzen bringen können. Die gesammelten Daten über CO2-Gehalt, Tageslichtnutzung, Frequentierung und Aktivität nach Hallenbereichen lassen sich in einem Dashboard auswerten. So erhalten Anwender einen Gesamtüberblick über die Aktivität in den Hallenbereichen sowie eine genaue Analyse der entstandenen Energiekosten je Leuchte, Hallenabschnitt und Immobilie. Zukunftsweisende Lichttechnik beschränkt sich also nicht nur auf das Ausleuchten der Halle, sondern bietet viele weitere Effizienz- und Planungsvorteile. (ck)
Redaktion (allg.)
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