Effizienter lagern

Effizienter lagern

Lineartechnikspezialisten als wichtige Partner für Shuttle-Hersteller

Kaum eine andere Branche ist so sehr auf Effizienz getrimmt wie die Intralogistik. Der Zeit- und Kostendruck ist enorm, der Ruf nach immer dynamischeren, flexibleren und wirtschaftlicheren Lösungen daher besonders laut. Zur vollautomatischen Kommissionierung und Lagerung setzen Anwender oft auf Shuttle-Systeme. Die dafür notwendige Lineartechnik bringt Steifigkeit, Dynamik, Lebensdauer sowie Zuverlässigkeit in Einklang.

1. Für Shuttles liefert Rollon maßgeschneiderte Lineartechnik, die sich durch ein Maximum an Steifigkeit, Dynamik, Lebensdauer und Zuverlässigkeit auszeichnet.  (Quelle: Rollon)
2. Shuttle-Hersteller weltweit schätzen die Linearführungen und Teleskopschienen von Rollon.   (Quelle: Mias)
3. Die Teleskopschienen der „Telescopic Rail“ von Rollon verfügen über besonders biegesteife Profile und weisen auch bei maximaler Belastung nur eine minimale Durchbiegung auf.  (Quelle: Rollon)
4. Die modularen Laufrollenführungen der „Compact Rail“ von Rollon sind hochpräzise, robust und unglaublich vielseitig.  (Quelle: Rollon)

„Die Anforderungen der Kunden sind extrem hoch. Shuttle-Systeme sollen möglichst universell einsetzbar sein, hohe Durchsätze ermöglichen, große Traglasten stemmen und dabei äußerst leise und sparsam im Energieverbrauch sein. Darüber hinaus müssen sie absolut zuverlässig arbeiten und auch nach Millionen Zyklen noch dieselbe Performance bieten wie am Anfang“, so Stefan Tüttö, Regional-Vertriebsleiter bei Rollon, und ergänzt: „Auch Leichtbau ist ein großes Thema. Denn je schwerer die eingesetzten Shuttles sind, umso stabiler müssen Regalkonstruktion und Hallenfundament ausfallen, was wiederum die Kosten erhöht. Eine Gewichtsersparnis wirkt sich außerdem positiv auf den Energieverbrauch aus – ein Faktor, der gerade bei Lagersystemen, die naturgemäß sehr energieintensiv sind, von großer Bedeutung ist.“

Stefan Tüttö weiß, wovon er spricht. Als Spezialist für lineare Bewegungssysteme liefert Rollon zuverlässige und leistungsstarke Lineartechnik sowie das erforderliche Anwendungs-Know-how aus einer Hand – angefangen von der Unterstützung in der Konzeptphase bis hin zu Inbetriebnahme sowie Service beim Kunden vor Ort.

Steifigkeit und Langlebigkeit sind das A und O

Moderne Lagersysteme sind Meister der Optimierung. Das Ziel: möglichst viel Lagerplatz auf engstem Raum. Die Folge: schmale Regalgassen und Regalfächer bis zu dreifacher Tiefe. Für die Shuttles bedeutet das immer kleinere Abmessungen, reduziertes Gewicht sowie längere Arme. Insbesondere letzter Punkt sorgt für eine höhere Anfälligkeit für Instabilität, beispielsweise seitliches Verkippen. „Um Versatz der Lagerware im Regal durch Schwingungen sowie Kollisionen zwischen Lagerware und Shuttle-Arm zu vermeiden, ist es unerlässlich, dass der Teleskoparm absolut steif bleibt“, erklärt Stefan Tüttö. „Die meisten Shuttle-Hersteller verwenden daher in den Armen Kugel-Teleskope. Selbst diejenigen, die früher Rollensysteme genutzt haben, sind mittlerweile umgestiegen.“

Der Grund liegt in der höheren Belastbarkeit, Steifigkeit und Lebensdauer. „Kugeln haben eine größere Auflagefläche als Rollen. Dadurch können sie höhere Belastungen aufnehmen“, erläutert der Vertriebsingenieur.

Auch die Teleskopschienen der „Telescopic Rail“ von Rollon verfügen über besonders biegesteife Profile und weisen selbst bei maximaler Belastung nur eine minimale Durchbiegung auf. Das ist für das leichtgängige Einfahren der ausgezogenen Schienen wichtig: Bei einer ausgeprägten Durchbiegung muss deutlich mehr Kraft aufgewendet werden, um die entstandene „schiefe Ebene“ hochzufahren. Dank der gehärteten Laufflächen besitzen die Auszüge darüber hinaus optimale Laufeigenschaften mit einer geringen Geräuschentwicklung und langen Lebensdauer. Die kompakte Bauweise gestattet ein platzsparendes Design.

Die Produktfamilie beinhaltet Voll- und Teilauszüge, die Hübe von bis zu zwei Metern in beide Richtungen ermöglichen. Die biegesteifen Zwischenelemente sind als S-Form, Doppel-T oder quadratisch ausgeführt. Die Auswahl der geeigneten Teleskopschiene erfolgt anhand der Belastung und der maximal zulässigen Durchbiegung im ausgefahrenen Zustand. Dabei hängt die Tragzahl einer Teleskopschiene von zwei Faktoren ab: der Tragfähigkeit des Kugelkäfigs und der Steifigkeit des Zwischenelementes. Bei eher kurzen Hüben wird die Tragzahl von der Belastbarkeit des Kugelkäfigs bestimmt, bei mittleren und großen Hüben von der Steifigkeit des Zwischenelementes. Für eine höhere Steifigkeit werden statt eines Vollauszugs oft zwei Teilauszüge, die mit einem stabilen Zwischenelement miteinander verbunden sind, verwendet.

High-Speed-Anwendungen und verschmutzte Umgebungen

Sind eine hohe Dynamik oder Schmutzunempfindlichkeit von zentraler Bedeutung, sind Rollensysteme laut Tüttö klar im Vorteil. „Mit rollengeführten Teleskopen lassen sich höhere Geschwindigkeiten und Beschleunigungen realisieren als mit kugelgeführten. Darüber hinaus können sie mit feinem Schmutz besser umgehen und sind leichter zu reinigen“, betont er. Im Lebensmittelbereich wird der Einsatz von Rollenführungen daher oftmals sogar vorgeschrieben. Rollen-Teleskope punkten außerdem mit einer geringeren Geräuschentwicklung. Auch lässt sich die Leichtgängigkeit über exzentrische und/oder konzentrische Rollen einstellen. „Das ist einerseits ein Pluspunkt, bedeutet für den Kunden aber auch Mehraufwand bei der Montage“, so Stefan Tüttö und fährt fort: „Man sollte auf keinen Fall die Komplexität unterschätzen. Es ist nämlich alles andere als einfach, eine Rollenführung mit mehreren Läufern einzustellen – und in Shuttle-Armen geht deren Anzahl schnell mal ins Zweistellige. Das ist übrigens neben der höheren Tragfähigkeit und längeren Lebensdauer ein weiterer Grund für die Beliebtheit von Kugel-Teleskopen. Dort gibt es derartige Probleme nicht.“

Speziell designt für mehr Zuverlässigkeit

Rollon designt viele Details speziell für die Lagerlogistik und sorgt so dafür, dass die Teleskope trotz der langen Hübe und hohen Geschwindigkeiten die benötigte Steifigkeit, Zuverlässigkeit und Lebensdauer erreichen. Das gilt auch für Tiefkühlanwendungen. „Für den Einsatz in Tiefkühllagern gibt es einiges zu beachten. So werden die Shuttles in der Regel bei Normaltemperatur gebaut. Werden sie dann bei minus 30 Grad Celsius in Betrieb genommen, kann es aufgrund des Temperaturunterschiedes zu Problemen kommen“, so Tüttö. „Wir wissen, was gemacht werden muss, damit die Teleskope auch im TK-Bereich verlässlich und leichtgängig ihren Dienst verrichten.“

Darüber hinaus profitieren Rollon-Kunden von dem minimalen Abrieb an den Führungen. „Zum Schutz vor Korrosion werden die Teleskopschienen normalerweise verzinkt“, erzählt Tüttö. „Jedoch reibt sich diese Beschichtung – wie jede andere auch – während des Betriebs ab, was zu Verschmutzungen führt. Dieser Schmutz wird über das Fett gebunden, allerdings muss der Kunde den Schmierstoff regelmäßig austauschen.“ Mit einem innovativen Konzept gehen die Düsseldorfer Lineartechnikexperten jetzt neue Wege. (ck)

Technische Logistik 09/2020 PDF-Download (1.54 MB)