Durchgängige Transparenz

Durchgängige Transparenz

Mit moderner digitalisierter Lagerverwaltung punkten

Damit sich die Kunden von Hieronimi auch zukünftig auf ihr Baugefühl verlassen können und dem Unternehmen weiterhin die Treue halten, hat der mit Hauptsitz in Faid/Cochem ansässige Baustoffhändler ein Lagerverwaltungssystem (LVS) eingeführt. Dieses soll sukzessive auf sämtliche Standorte ausgerollt werden. Ziel ist, durchgängig eine hohe Bestandstransparenz zu erreichen, die Auskunftsfähigkeit zu verbessern, Pickfehler zu verringern und das Zeitfenster für die Auftragsabwicklung konstant zu reduzieren.

12345. Zum Einsatz kommt das Lagerverwaltungssystem„pL-Store Techline“ aus dem Hause proLogistik, das an das bereits vorhandene ERP-System „Gevis ERP NAV“ der GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme, Münster, angebunden worden ist. (Quelle: Prologistik )

» Wir sehen uns bei Hieronimi derzeit auf einem guten Weg, die Potenziale der Digitalisierung nutzbringend auch im eigenen Unternehmen einsetzen zu können.

Julia Falkenburg,Projektmanagerin bei Hieronimi

Die Wurzeln von Hieronimi reichen zurück bis in das Jahr 1883. Zu jener Zeit begann der damals 20-jährige Peter Wilhelm Hieronimi, Sohn einer Weinhändlerfamilie, mit Fassreifen und Weinkisten zu handeln. Nur wenig später gründete er in Cochem unter seinem Namen offiziell einen Verkaufsmarkt für Holz, Kohle und Baumaterialien. So nahm eine Erfolgsgeschichte ihren Lauf. Nachdem Hieronimi bereits 2015 das 125-jährige Bestehen feiern konnte, gilt das mittelständische Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern an sieben Standorten heute als größter Baustoffhändler zwischen Koblenz und Trier. Es ist zudem Mitbegründer der Allianz „Bauspargruppe“, die aktuell mit insgesamt 47 Niederlassungen in ganz Deutschland vertreten ist.

Vereinheitlichte, branchenspezifische Softwarelösung

Im Januar 2018 hat das Handelsunternehmen zunächst in Mülheim erstmals ein Lagerverwaltungssystem (LVS) aufgesetzt und somit die bislang manuelle auf eine softwareunterstütze beleglose Auftragsabwicklung umgestellt. Diese Lösung war Resultat einer gemeinsamen Entwicklungsarbeit in Kooperation mit dem Baustoffhändler Fassbender-Tenten aus Bonn, ebenfalls Mitglied der „Bauspargruppe“. Beide verbindet ein Common-Reporting-Standard (CRs), der über die neue Software für die Lagerverwaltung und -steuerung abgedeckt sein musste. Zum Einsatz kommt „pL-Store Techline“ aus dem Hause proLogistik, das von den Dortmunder LVS-Spezialisten an das bereits vorhandene -ERP-System „Gevis ERP NAV“ der GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme, Münster, angebunden worden ist.

„Wir haben uns für ‚pL-Store Techline‘ entschieden, weil es sich hierbei um eine Applikation handelt, die speziell die Bedürfnisse der Baustoffbranche adressiert“, sagt Julia Falkenburg, Projektmanagerin bei Hieronimi. „Viele für dieses Geschäftsfeld erforderlichen Grundfunktionen sind in dem LVS bereits standardmäßig enthalten, sodass sich der zusätzlich erforderliche Anpassungs- beziehungsweise Programmieraufwand in Grenzen hält.“ Förderlich für die Entscheidung zugunsten von proLogistik sei zudem der Umstand gewesen, dass das Intralogistiksystemhaus in der Lage ist, neben der Software auch gleich die erforderliche Hardware komplett aus einer Hand zu liefern.

Modernste Hardware für das operative Geschäft

So nutzen die Mitarbeiter nach Einführung der neuen LVS-Lösung in Mülheim und seit Dezember 2018 auch in Wittlich sowohl mobile Datenerfassungsgeräte als auch Industrie-PCs (IPC). Als dritter Standort folgte im Juli 2019 die Niederlassung Daun. Einer dieser IPC kommt auf einem Rollwagen im Wareneingang zum Einsatz. Ein weiteres, mit 10,4 Zoll etwas kleiner dimensioniertes Gerät wird als Bordcomputer auf einem Gabelstapler mitgeführt. Typisch für diese kompakt konzipierten „Assistenten“ sind eine verschleißfreie, kapazitive Touch-Oberfläche sowie ein gegen aggressive Einwirkungen resistentes Kunststoffgehäuse, dem auch (Auf-)Schläge nichts anhaben können. Spezielles Verbundsicherheitsglas erhöht die Lebensdauer der Geräte nochmals um ein Vielfaches.

„Der Umstieg von beleggeführter Kommissionierung auf digitalisierte Abläufe inklusive der mobilen Datenerfassung ist natürlich auch mit neuen Anforderungen und Herausforderungen an das operative Personal verbunden, sowohl im Lager als auch im Vertrieb“, räumt Hieronimi-Projektmanagerin Julia Falkenburg ein. Doch aufgrund der beim ersten Go-live in Mülheim gewonnenen und der aus dem sich anschließenden Produktivbetrieb resultierenden Erfahrungswerte lief bei den weiteren Inbetriebnahmen alles soweit nach Plan.

Parametrierbarer Funktionsumfang – geht nicht, gibt’s nicht

Die Standardsoftware „pL-Store Techline“ unterstützt sämtliche Prozesse vom Wareneingang über die Chargenverwaltung, Online-Bestandsführung, chaotische und feste Lagerplatzverwaltung, Barcodesteuerung, beleglose Kommissionierung sowie Freestyle-Kommissionierung bei der Thekenabwicklung bis hin zum Warenausgang. Ergänzend hinzugefügt wurden auf Wunsch von Hieronimi weitere Applikationen, die speziell für das Unternehmen relevant sind. So sollte es zum Beispiel möglich sein, bei Sofort- beziehungsweise Selbstabholern das Kfz-Zeichen zu erfassen. Zudem wurde ein Monitor installiert, der den Kunden im Wartebereich ihren aktuellen Auftragsbearbeitungsstatus anzeigt. Ferner war sicherzustellen, dass im Warenausgang verwendete Ladehilfsmittel (LHM) an das ERP-System zwecks Berechnung zurückgemeldet werden. Weiterhin ergänzend abgebildet sind eine Farbmischanlage, da gemischte Farbe keinen Bestandsartikel darstellt, sowie eine Betonmischanlage, die einen gesonderten Nachschubprozess für Schüttgut einforderte.

Zukunftssicher dank digital unterstützter Abläufe

Vereinfacht wurde die erfolgreiche (Erst-)Einführung von „pL-Store Techline“ bei Hieromini auch dank einer bereits langjährig währenden Kooperation mit der GWS, dem Lieferanten des 2009 implementierten Warenwirtschaftssystems „Gevis ERP NAV“. Darin ist bereits eine Schnittstelle zum „pL-Store-LVS“ enthalten, sodass die Anbindung beschleunigt wird. Ein weiterer Vorteil des synchronisierten Zusammenwirkens beider Systeme sei eine verbesserte Auskunftsfähigkeit im direkten Kundenkontakt. Da alle einzulagernden Waren lückenlos erfasst und zeitgleich in das ERP-System übermittelt werden, kann deren Verfügbarkeit vom Servicemitarbeiter ad hoc geprüft werden. Auch dieser Effekt trägt in Kombination mit der sich anschließenden Lieferqualität wesentlich zur Kundenzufriedenheit bei.

Nach derzeitigem Planungsstand soll das „pL-Store Techline-LVS“ im Jahr 2020 auf zwei weitere Niederlassungen ausgerollt werden. „Wir sehen uns bei Hieronimi derzeit auf einem guten Weg, die Potenziale der Digitalisierung nutzbringend auch im eigenen Unternehmen einsetzen zu können“, betont Julia Falkenburg „Die Transparenz über unsere Bestände hat sich deutlich erhöht, gleichzeitig haben wir stets alle Warenbewegungen im Blick.“ Von besonderem Vorteil sei auch die softwareunterstützte permanente Inventur. Fehleranfällige, turnusmäßige Erhebungen per Kuli und Klemmbrett erübrigen sich. Auch habe sich die Flexibilität im Zuge der Auftragsabwicklung erhöht und die Pickqualität konnte insgesamt gesteigert werden. (ck)

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