ZF reduziert manuelle Transportfahrten durch autonome Routenzüge
Der Automobilzulieferer ZF setzt in seinem Werk Passau-Patriching vier autonome Routenzüge von 4am Robotics für die Materialversorgung der Montage ein. Wie der Automatisierungsanbieter mitteilt, transportieren die fahrerlosen Fahrzeuge täglich rund 430 Regalwagen und 260 Kleinladungsträger-Türme vom Wareneingang in Richtung Montage. Die Lösung ist bereits im regulären Produktionsbetrieb im Einsatz und soll manuelle Transportfahrten reduzieren sowie die Versorgung der Produktionsbereiche sicherstellen.
Vier Routenzüge mit jeweils vier Anhängern
Zum Einsatz kommen vier autonome Routenzüge der Baureihe „ATi-M“, die jeweils mit vier Anhängern ausgestattet sind. Die Fahrzeuge verkehren zwischen dem Wareneingang und dem Leistungscenter Montage. Dabei steuern sie selbstständig festgelegte Haltestellen an, an denen die benötigten Materialien übergeben werden.
Die Kommissionierung und Bereitstellung der Ladungsträger erfolgen weiterhin durch Beschäftigte im Wareneingang. Sie bereiten die Regalwagen und Kleinladungsträger-Türme vor und beladen die Anhänger der Routenzüge. Nach dem Start bestimmen die Fahrzeuge eigenständig ihre Fahrstrecke. Geschwindigkeit und Fahrverhalten passen sie kontinuierlich an die jeweilige Umgebung und mögliche Hindernisse an.
Nach Angaben von 4am Robotics ist die Lösung auf eine bedarfsgerechte Materialversorgung der Montagebereiche ausgelegt. Die automatisierten Transporte sollen die Beschäftigten von manuellen Fahrten entlasten und die Abläufe zwischen Wareneingang und Produktion unterstützen.
Navigation im gemischten Werksverkehr
Eine wesentliche Herausforderung bei der Integration der autonomen Routenzüge waren die Verkehrsbedingungen innerhalb der Werkshallen. Die Fahrzeuge bewegen sich während des laufenden Produktionsbetriebs auf Wegen, die gleichzeitig von Fußgängern und manuell gesteuerten Fahrzeugen wie Gabelstaplern genutzt werden. Hinzu kommen teilweise enge Verkehrswege.
Bei der Umsetzung standen deshalb die sichere Navigation, die Erkennung von Personen sowie geeignete Brems- und Warnsysteme im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurde die Verkehrsführung innerhalb des Werks entsprechend geregelt.
Laut ZF hat sich die Sicherheit im Materialfluss seit der Einführung der autonomen Routenzüge verbessert. Dazu trügen der Wegfall manueller Transportfahrten und klarer geregelte Kreuzungssituationen bei. Die Beschäftigten seien zudem gezielt auf den Umgang mit den fahrerlosen Fahrzeugen vorbereitet worden.
Echtzeitüberwachung zeigt Fahrzeugpositionen
Zur Überwachung der Transportabläufe nutzt ZF einen Bildschirm an der Heimathaltestelle im Wareneingang. Dieser zeigt die aktuellen Positionen der autonomen Routenzüge in Echtzeit.
Die Beschäftigten können dadurch nachvollziehen, wo sich die Fahrzeuge befinden und wann die nächste Materiallieferung an der Montage eintrifft. Die Überwachung unterstützt damit die Abstimmung zwischen Materialbereitstellung, Transport und Materialübernahme in der Produktion.
Die Fahrzeuge übermitteln während des Betriebs kontinuierlich Statusinformationen an den Leitstand. Diese Daten bilden zugleich die Grundlage für die Kommunikation mit den Beschäftigten im Montagebereich.
Industrie-Smartphones koordinieren Materialübergabe
Für die Abstimmung zwischen den autonomen Routenzügen und den Beschäftigten hat ZF spezielle Industrie-Smartphones eingeführt. Über diese Endgeräte erhalten die Mitarbeitenden im Montagebereich kurz vor der Ankunft eines Fahrzeugs eine Benachrichtigung.
Auf dieser Grundlage können sie sich rechtzeitig zur jeweiligen Haltestelle begeben und die Materialübernahme vorbereiten. Dort entladen sie die angelieferten Regalwagen, stellen die Versorgung der Montage sicher und bereiten leere Wagen für den Rücktransport vor.
Die Kommunikation erfolgt über eine Synchronisierung zwischen den Routenzügen, dem Leitstand und den mobilen Endgeräten. Die Fahrzeuge senden kontinuierlich Statusmeldungen, die für die Benachrichtigung der Beschäftigten genutzt werden.
Sollte ein Endgerät ausfallen oder vorübergehend nicht erreichbar sein, aktiviert das System nach Angaben des Anbieters automatisch eine alternative Benachrichtigungskette. Damit soll die Kommunikation über bevorstehende Materiallieferungen auch bei technischen Störungen einzelner Geräte aufrechterhalten werden.
Materialfluss in bestehende Abläufe integriert
Mit der Routenzuglösung hat ZF die Materialtransporte zwischen Wareneingang und Montage teilweise automatisiert. Die Fahrzeuge übernehmen die innerbetrieblichen Fahrten, während die Beschäftigten weiterhin für die Vorbereitung, Beladung und Entladung der Ladungsträger zuständig sind.
Die Verbindung aus autonomer Navigation, zentraler Echtzeitüberwachung und mobilen Benachrichtigungen ermöglicht nach Angaben von 4am Robotics eine abgestimmte Materialbereitstellung im laufenden Produktionsbetrieb. Konkrete Angaben zu den Investitionskosten, den erzielten Zeit- und Kosteneinsparungen oder zur Länge der automatisierten Transportstrecken macht das Unternehmen in seiner Mitteilung jedoch nicht.

































