Mensch und Roboter arbeiten Hand in Hand
Um die Fertigungsprozesse im Kamener Headquarter zu optimieren, hat Vahle unter anderem ein automatisches Kleinteilelager sowie ein hochmodernes Wabenlager installiert.
Dort lagern auf über sechs Metern Länge Aluminium-, Kupfer- und Kunststoffelemente, welche die Grundlage für die robusten Schleifleitungen darstellen. „Die angeforderten Waren werden vollautomatisch direkt an die ergonomischen Montagestationen geliefert. Dadurch bleiben uns die aufwendige Materialsuche, unnötige Laufwege oder anstrengendes Heben erspart“, berichtet Manuel Rafalski, ehemaliger Auszubildender.
Absolutes Highlight sind für Vahle die beiden orangenen Produktionsroboter, die die Mitarbeitenden seit Mai dieses Jahres unterstützen. Die intelligenten Greifarme lagern die Werkstoffe aus den Wechselkassetten des Wabenlagers aus, reichen sie in Produktionsrichtung an und leiten die fertig verarbeiteten Stromschienen weiter. „Die Roboter nehmen uns viele wiederkehrende und eintönige Arbeitsschritte ab, damit wir uns auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren können, in denen wir der Technik überlegen sind“, sagt Tanja Gunia. Sie arbeitet in der Produktion und freut sich gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen über die beiden neuen „Kollegen“, die viele der körperlich belastenden Aufgaben übernehmen. „Der Effekt war von Tag eins an sofort am Ende einer Schicht spürbar“, ergänzt Yildirim.
Beteiligung der Mitarbeitenden im Fokus
Die Mitarbeitenden waren von Anfang an in den neuen Workflow eingebunden. „Es gab im Vorfeld spezielle Schulungen, um uns mit den neuartigen Technologien vertraut zu machen und die Distanz zu den Maschinen zu nehmen“, schildert Max Kneifel. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dorian Dunker ist er in der Instandhaltung für die Wartung und Programmierung der Roboter verantwortlich. Für diese Aufgabe wurde das gesamte Team über Lehrgänge und Weiterbildungsmaßnahmen vorbereitet.
Im Zuge der Implementierung waren die Kolleginnen und Kollegen auch dazu aufgerufen, eigene Ideen und Vorstellungen einzubringen. So setzten sich manche mit weiterführenden Themen wie speicherprogrammierter Steuerung (SPS) oder Roboterprogrammierung auseinander. „Durch die Automatisierung in der Fertigung ist unser Arbeitsalltag wesentlich vielseitiger geworden. Wir sind mit den Herausforderungen, die eine solche Roboterfertigung mit sich bringt, gewachsen“, beschreibt Dunker die Veränderungen.
Auf zu neuen Ufern
Durch die Umstrukturierung ergeben sich in der u-förmigen Produktionshalle völlig neue Aufgabenbereiche. „Die Roboterunterstützung schafft uns Freiräume, die wir anderweitig nutzen können“, berichtet Rafalski. Und das nicht nur für die Mitarbeitenden, die direkt an der neuen Fertigungslinie tätig sind, sondern auch für die Kolleginnen und Kollegen in der Instandhaltung oder im Betriebsmittelbau, die die komplexen Anlagen in Schuss halten.
Um diese Entwicklung voranzutreiben, hat Vahle extra eine eigene Abteilung für Industrial Engineering etabliert, die sich um die Überarbeitung, Neudefinition und Ausrichtung der Arbeitsplätze kümmert. Ziel sei es, durch eine noch effizientere Fertigung Mehrwerte sowohl auf Personal- als auch auf Kundenseite zu schaffen. Rafalski freut sich, auch zukünftig an den Veränderungsprozessen mitzuwirken: „Wir wachsen nicht nur an unseren Aufgaben, sondern gestalten diese auch selbst mit.“































