Locus Robotics bringt autonomes Fulfillment-System „Locus Array“ auf den Markt
Der Anbieter begründet die Einführung mit dem steigenden Druck auf Lagerstandorte. Dazu zählten Arbeitskräftemangel, höhere Kosten und eine hohe operative Dynamik. „Locus Array“ solle diese Herausforderungen mit einem systemischen Automatisierungsansatz adressieren.
Neue Kategorie für die Lagerautomatisierung
Mit „Locus Array“ führt Locus Robotics nach eigenen Angaben eine neue Kategorie der Lagerautomatisierung ein: Robots-to-Goods. Dabei bewegen sich robotische Systeme direkt zur Ware und führen Fulfillment-Aufgaben im laufenden Betrieb aus. Im Unterschied zu klassischen Anlagen, in denen Bestände festen Prozesswegen folgen, würden Aufgaben in diesem Modell dynamisch und in Echtzeit zugewiesen.
Das soll Wege verkürzen, die Artikelverfügbarkeit sichern und zugleich eine höhere Lagerdichte in bestehenden Layouts ermöglichen. Mehrere Prozessschritte würden direkt im Roboter zusammengeführt. Damit solle die Automatisierung über assistierte Abläufe hinaus auf vollständig autonome Prozesse ausgeweitet werden.
DHL Supply Chain als erster Anwender
Zu den ersten Anwendern im Live-Betrieb zählt laut Unternehmen DHL Supply Chain. Der Logistikdienstleister ordnet die Einführung in seine Digitalisierungsstrategie ein und sieht darin einen Schritt über die klassische, unterstützte Kommissionierung hinaus. Nach Angaben von DHL hilft das System, Platz besser zu nutzen, manuelle Eingriffe zu verringern und die operative Skalierbarkeit zu verbessern.
Leistungsdaten und Einsatzspektrum
Locus Robotics zufolge ist „Locus Array“ auf hohen Durchsatz bei begrenzter Fläche ausgelegt. Möglich wird dies durch parallele Auftragsbearbeitung, gebündelte Arbeit direkt im Lagergang und einen Betrieb rund um die Uhr. Außerdem soll das System mehrere Aufgaben in einer Lösung übernehmen, darunter Kommissionierung, Einlagerung, Induktion, Abgabe, Slotting und Nachschub.
Den manuellen Arbeitsaufwand soll die Lösung laut Anbieter um 90 Prozent reduzieren. Die Implementierung könne innerhalb weniger Wochen erfolgen, ohne Anpassungen an der bestehenden Infrastruktur oder komplexe Umbauten. Zudem sei das System auf dynamische Umgebungen ausgelegt und könne sich an veränderte Layouts, Artikelstrukturen und Nachfragemuster anpassen.
Orchestrierung über eine gemeinsame Flotte
Technisch ist „Locus Array“ in die Plattform „LocusONE“ eingebunden. Diese ordnet Aufgaben auf Basis der aktuellen Nachfrage zu und koordiniert Roboter, Prozesse und Warenbewegungen als integriertes System. „Locus Array“ arbeitet dabei in einer gemeinsamen Flotte mit „Locus Origin“ und „Locus Vector“ zusammen.
Auf diese Weise soll eine durchgängige Automatisierung über mehrere Fulfillment-Prozesse hinweg entstehen. Der Anbieter verbindet damit das Ziel, eine konsistente Leistung und die erforderliche operative Stabilität auch bei unsicheren Rahmenbedingungen zu erreichen.































