Ifoy-Award 2022: 12 Firmen kommen mit ihren Innovationen ins Finale

14 Geräte und Lösungen von 12 Intralogistikanbietern für den Ifoy-Award 2022 nominiert

Die Finalisten für den weltweiten Ifoy-Award 2022 (International Intralogistics and Forklift Truck of the Year) stehen fest. Die Juroren lassen aus dem Bewerberfeld von insgesamt 29 Bewerbern im zehnten Durchgang des Wettbewerbs 14 Geräte und Lösungen von 12 Herstellern für das Rennen um die innovativsten Intralogistikprodukte und -lösungen zu.

„Die Nominierten spiegeln wider, wohin die Reise der Intralogistik künftig geht: Neben Staplern und klassischer Lagertechnik spielen unter anderem automatisierte, ganzheitliche Lösungen, Software und autonome mobile Roboter (AMR) für Hochleistungslager eine zentrale Rolle. Die Endrunde mit hochkarätigen internationalen Finalisten wird sehr spannend“, betont Anita Würmser, Vorsitzende der Ifoy-Jury.

Eine der begehrten Trophäen gewinnen wollen die Intralogistikspezialisten Cargotec Engineering, Jungheinrich, Locus Robotics, Magment, Naise, Noyes Technologies, Robominds, Sick, SSI Schäfer, Still, Stow Robotics und Synaos.

Das Unternehmen Cargotec Engineering aus Irland darf 2022 mit dem „Moffett E5 25.4 NX“ ins Finale starten. Die Neuentwicklung ist die jüngste Ergänzung der vollelektrischen Mitnahmestapler-Reihe und Teil der zweiten Generation des weltweit ersten vollelektrischen Mitnahmestaplers. Das Gerät ist auch mit Vier-Wege-Lenkung (multidirektional) erhältlich. Sein Hauptvorteil passt in die Zeit: emissionsfreie Kundenbelieferungen.

Zwei Finalplätze hat sich der Intralogistikanbieter Jungheinrich gesichert. In der Lagertechnik ziehen die Hamburger mit dem Elektro-Hochhubwagen ERD 220i in die Endrunde ein. Wegen des Lithium-Ionen-Batteriekonzepts sind die Abmessungen des Doppelstockstaplers für den gleichzeitigen Transport von zwei Paletten ultrakompakt. Neben smarten Features, die den Arbeitsalltag deutlich erleichtern, bietet vor allem die feste Plattform hohen Seitenschutz von drei Seiten und viel Platz im Fahrerstand.

Grünes Licht gab die Jury zudem dem EKS 215a von Jungheinrich. Das Fahrerlose Transportfahrzeug (FTF) mit einer Hubhöhe von bis zu sechs Metern ist das erste FTF der Hanseaten, das für den reinen automatisierten Einsatz in Logistik und Produktion entwickelt wurde. Das integrierte Sicherheitskonzept ermöglicht einen reibungslosen Einsatz in Bestandsumgebungen, in denen auch manueller Verkehr herrscht. Die Hamburger entwickelten zudem ein 24-Volt-Energiekonzept mit Automatikladefunktion.

Der US-amerikanische Hersteller Locus Robotics hat mit seiner Locus-Robotics-AMR-Solution die Endrunde in Dortmund erreicht. Die Lösung besteht aus einer integrierten Plattform, die firmeneigene Optimierungsalgorithmen und betriebliche Leistungsdaten in Echtzeit nutzt, um Arbeitskräfte und AMRs zu koordinieren. Dem Hersteller zufolge erzielen die Kunden durch das Robots-as-a-Service (RaaS)-Modell einen Return on Investment (ROI) innerhalb von sechs bis acht Monaten sowie eine zwei- bis dreifach höhere Produktivität.

Das Unterhachinger Start-up Magment erreichte mit dynamic wireless charging for intralogistics vehicles das Finale. Das Unternehmen entwickelte eine kabellose Ladeinfrastruktur zur Elektrifizierung von Industrieböden für induktives Laden. Basierend auf einem patentierten magnetisierten Boden in Kombination mit speziellen Wickel- und Gießtechnologien werden robuste induktive Ladeplatten produziert, die verlustfreies Laden beim Fahren ermöglichen. Damit reduzieren sich die Ladepausen von Flurförderzeugen oder entfallen sogar völlig.
 

Ebenfalls als Start-up nominiert wurde „Naise Traffic“, eine herstellerunabhängige Verkehrs- und Auftragsmanagementsoftware von Naise aus Stuttgart. Elementar bei dieser Anwendung ist, dass durch das patentierte Lokalisierungsnetzwerk (Naise RTLS) der gesamte Mischbetrieb – also alle Personen und Fahrzeuge im Lager – in die Verkehrssteuerung und -analyse einbezogen wird und dadurch ein effizienterer und sicherer Materialfluss gewährleistet ist.

Das dritte Start-up im Finale heißt Noyes Technologies. Mit „Noyes Storage“ brachten die Münchner das erste robotikbetriebene, ultradichte, automatisierte und hochflexible Nano-Logistiksystem für die urbane Logistik auf dem Markt. Ziel ist es, komplexe Probleme durch einfache Ansätze zu lösen: Dazu ist die Technologie auf das Notwendige reduziert, und es wird auf einen hohen Grad an Standardisierung und Modularisierung geachtet. Durch den modularen Aufbau können bereits Flächen ab zehn Quadratmetern für das System genutzt werden.

Ebenfalls aus München stammt Robominds: Im Finale steht die Firma mit dem KI-basierten „robobrain.neuros“ (Neural Robotic Operating System) – einem industrialisierten Betriebssystem für intelligente Robotik. Das Credo der Robotikspezialisten lautet: Parametrieren und konfigurieren statt programmieren. Das Grundprinzip: Auf dem industrialisierten Betriebssystem wird jede Funktion der Robotikkomponenten zum Skill, also zur Applikation – einfach zu beziehen über den Robominds-Skill-Store, individuell adaptierbar oder selbst zu entwickeln dank des „Robominds Skill SDK“.

Den Sensorspezialist Sick hat die Jury mit PACS (PAllet Classification System) nominiert, einem Palettenidentifikationssystem auf Basis von Deep Learning. Auslöser für die Entwicklung war die Herausforderung eines Kunden, dass Mitarbeiter im Wareneingang manuell ermitteln müssen, ob eintreffende Paletten einem Palettenpool angehören und entsprechend mit bepfandet werden. Mit der neuen Lösung können Anwender auf Basis eines modularen Baukastens aus Hardware und Software diesen bis dato manuellen Prozess einfach automatisieren.

 

Mit dem Ikea-Project „Flat Pack Picking“ schaffte es SSI Schäfer in die Endrunde. Mit „Flat Pack Picking“ bietet der Hersteller eine automatisierte und schlüsselfertige Systemlösung aus einer Hand für die effiziente und volumenoptimierte Palettierung großer Artikel, die für den Möbelhandel typisch sind. Das Kommissioniermodul mit Portalrobotern ermöglicht ein effizientes Handling eines heterogenen Artikelspektrums und zeichnet sich durch hohe Skalierbarkeit aus.

In der gleichen Kategorie geht Still mit der Automatiklager-Erweiterung bei Hase Safety Workwear ins Rennen um eine Trophäe. Die Hamburger erweiterten die Anlage auf insgesamt 10.000 Palettenstellplätze. Zugleich wurden bestehende Flurförderzeuge von Still durch automatisierte und leistungsfähigere Geräte mit Teleskopgabeln ersetzt. Optimierte Fahrkurse trugen ebenfalls zur Steigerung der Performance bei.

Die Hanseaten bewarben sich zudem erfolgreich für die Kategorie Special of the Year mit DSR (Descend Speed Regulation). Dabei handelt es sich um ein dreistufiges Assistenzsystem für Anhänger und Schlepper, das dem Fahrer das sichere Abwärtsfahren erleichtert – speziell mit schweren Anhängelasten. Das System reguliert – manuell oder automatisch – die Geschwindigkeit des Fahrzeugs auf einen Wert, der vor gefährlichen Situationen schützen kann.

Mit e.scala steht das zur belgischen Stow Group gehörende Unternehmen Stow Robotics in der letzten Runde. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes, roboterbasiertes Ware-zur-Person Lager- und Kommissioniersystem für kleine und mittelgroße Anwendungen. Es ersetzt mit einem Roboter, der sich über Schienen sowie ein patentiertes Rampensystem dreidimensional im Lagerkubus bewegt, alle klassischen Bestandteile eines automatisierten Lagersystems. So ist eine Realisierungszeit von nur drei Monaten möglich. Weitere Vorteile: ein niedriges Investment und geringe laufende Kosten.

Auf das Finale freut sich zudem Synaos mit der Lösung „Synaos IMS – Vehicle Localization“. Damit kann die Position von manuell gesteuerten Flurförderzeugen dargestellt werden – unter anderem dank eines Sensorkits mit Kamera. Synaos nutzt dazu moderne Computer-Vision-Technologie, um sein genaues und robustes Ortungssystem zu ermöglichen, das einfach installiert und skaliert werden kann. Anstelle von UWB oder LIDAR kommt die aus der Robotik bekannte Visual-Odometry-Technologie zum Einsatz.

Ihre Entscheidung in dem Wettbewerb trifft die 26-köpfige Jury aus 20 Ländern nach den Ifoy Test Days vom 18. bis 23. März in der Messe Dortmund. In Halle 3 durchlaufen alle Finalisten das dreistufige Ifoy-Audit. Im Ifoy-Test ermitteln Experten in einem standardisierten Verfahren die Kennzahlen der Finalisten. Im Ifoy-Innovation-Check beurteilen Wissenschaftler den Innovationswert der nominierten Geräte und Lösungen. Durchgeführt wird der Innovation-Check von Spezialisten des Fraunhofer-Institutes für Materialfluss und Logistik (IML), des Lehrstuhls für Technische Logistik an der Universität Dresden sowie dem Lehrstuhl für Fördertechnik, Materialfluss und Logistik (fml) an der TU München. Erstmals ist auch ein Experte des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) Teil des Forscherteams. Am Ende der Ifoy Test Days reisen Juroren aus allen Kontinenten in den Ruhrpott, um die Nominierten vor Ort in Augenschein zu nehmen.

Die internationale Jury besteht aus Fachjournalisten führender Logistikmedien. Bewertet werden unter anderem Innovationswert, Technik, Ergonomie und Handling, Sicherheit, Marktfähigkeit, Design und Kundennutzen sowie Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Ein wichtiger Grundsatz lautet: Die Finalisten werden in ihren jeweiligen Kategorien nicht untereinander verglichen, sondern mit ihren Wettbewerbern auf dem Markt. Vergeben werden die begehrten Trophäen am 30. Juni. Details zum Ort werden zeitnah gegeben. Bis dahin bleibt das Ergebnis ein Geheimnis – sowohl für die Finalisten als auch für die Öffentlichkeit.

Test Camp Intralogistics für B2B-Gäste

Nicht nur die Juroren haben die Möglichkeit, die Finalisten vor Ort zu testen, sondern auch Intralogistikentscheider aus Industrie, Handel und Logistikdienstleistung. Unter dem Motto „Spot on Innovation and Business“ steht das TEST CAMP INTRALOGISTICS als 2G-Plus-Event mit den IFOY Finalisten, den IFOY Partnern und international bekannten Herstellern für eine limitierte Zahl von B2B-Fachbesuchern offen. Das nachhaltige, innovative Veranstaltungsformat auf einer Gesamtfläche von 9.800 Quadratmetern wurde von zwei auf drei Tage erweitert, um den Teilnehmer noch mehr Zeit für Probefahrten und intensive Fachgespräche mit Firmenvertretern zu bieten. Zwischen 21. und 23. März können Gäste nicht nur bei geführten Highlight-Touren dabei sein. Erstmals finden auch prominent besetzte Panel Discussions zu den Trendthemen Innovationsmanagement, Intralogistik 4.0 und VDA 5050 statt. In Vorbereitung ist beim VDMA auch eine Neuauflage des Live-Tests der Kommunikationsschnittstelle VDA 5050 im Rahmen des AGV Mesh-Up. eingesetzt.

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