Nachhaltige Erweiterung

Innovative Technologien und Prozesse steigern die Serviceleistung und Produktivität

Im Logistikzentrum von Würth Österreich in Böheimkirchen dominierten seit der Erbauung im Jahr 1999 manuelle Prozesse in der Zusammenstellung von Kundenbestellungen. Doch das beständige Wachstum stellte die Würth Handelsges.m.b.H. in den letzten Jahren vor die Herausforderung, dass das Anlagenkonzept nicht mehr effizient genug war. Um den logistischen Anforderungen hinsichtlich Produktivität und Serviceleistung gerecht zu werden, entschied sich Würth für die Investition in die Erweiterung und Modernisierung des Logistikzentrums.

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Die Produktpalette von Würth umfasst über 125.000 Artikel, von Montage- und Befestigungsmaterial über Werkzeuge bis zu chemisch-technischen Produkten und Arbeitsschutz. Das Unternehmen beliefert rund 55.000 Kunden. Zu diesen zählen Handwerks- und Industriebetriebe, die von mehr als 500 Außendienstmitarbeitern betreut werden. Das umfangreiche Portfolio ist österreichweit in 61 Würth-Shops oder über den Würth Onlineshop verfügbar.

Das Wachstum in den letzten Jahren führte am Standort Böheimkirchen zur vollständigen Auslastung der Lagerressourcen. Um auch zukünftig den Kunden den optimalen Service zu bieten, mussten die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Hierfür entschied sich Würth für eine Zusammenarbeit mit Knapp. Bestellungen werden nun dank der innovativen Lösung effizienter und produktiver bearbeitet und innerhalb eines Tages direkt zum Kunden geliefert. Mit dem Umbau erfolgte auch eine Umstellung auf Lieferungen in Mehrwegbehältern, wodurch 150 Tonnen Kartonagen pro Jahr eingespart werden können. Jährlich verlassen rund 600.000 Sendungen das Logistikzentrum.

Stefan Gugerell, Mitglied der Geschäftsleitung und Prokurist, Logistik und Innendienst bei Würth Österreich erklärt, wieso eine Investition in Modernisierungsmaßnahmen unabdingbar war: „Seit vielen Jahren ist Knapp für uns der erste Ansprechpartner, wenn es um neue Logistiklösungen geht. Der Zubau war notwendig, da wir nach 20 Jahren hier am Standort einen neuen Schritt gehen mussten. Die Kapazitäten reichten nicht mehr aus und die Ressourcen waren ausgeschöpft. Gemeinsam mit Knapp konnten wir eine zukunftsorientierte Lösung entwickeln. Mit dieser können wir unsere Aufträge effizienter und produktiver gestalten und sind für zukünftige Anforderungen bestens gerüstet“.

Effiziente Prozesse durch dynamische Lagerung

Vor der Modernisierung wurden die gelieferten Artikel direkt auf den Paletten in Paletten-Regalen oder vereinzelt in Durchlaufregalen gelagert. Diese Form der Lagerung benötigte viel Platz und hatte eine große Entfernung zwischen den unterschiedlichen Artikeln zur Folge. Für die Zusammenstellung eines Auftrages mussten die Mitarbeiter daher weite Wege im Lager zurücklegen und hatten eine enorme körperliche Belastung durch manuelle Tätigkeiten.

Die Umstellung auf das automatisierte Lager- und Kommissioniersystem OSR Shuttle „Evo“ ermöglicht Würth höchste Lagerkapazität und Flexibilität. Das flexible Regalsystem und das schlanke Design ermöglichen eine optimale Platzausnutzung.

Das Shuttle-System bietet mit drei Gassen und 41 Ebenen Stellplätze für rund 57.000 Kartons und Behälter. Neben den Lagerbehältern für die Kommissionierung werden auch fertiggestellte Versandkartons bis zum Versand in den Regalen zwischengelagert. Über 100 Shuttles bringen die Behälter und Kartons immer dorthin, wo sie gerade benötigt werden. Das OSR Shuttle „Evo“ ist dabei auch auf zukünftige Erweiterung ausgerichtet: Die Anzahl der Shuttles und der Lifte ist skalierbar, wodurch die Leistung an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden kann.

Angenehme Arbeitsbedingungen dank ergonomischem Design

Die manuellen Prozesse in der Kommissionierung stellten für die Mitarbeiter im Logistikzentrum eine hohe körperliche Belastung dar. Um die Mitarbeiter zu entlasten und die Arbeitsbedingungen zu verbessern, wurden auch die Kommissionierbereiche einer Modernisierung unterzogen. Die Zusammenstellung der Kundenbestellungen erfolgte in der Vergangenheit im Person-zur-Ware-Prinzip, wodurch die Tätigkeiten weder zeit- noch wegeoptimiert erfolgten. Mitarbeiter erhielten an sogenannten Pick-Bahnhöfen die Versandkartons zur Verfügung gestellt und mussten mithilfe von Pickinglisten die Artikel manuell kommissionieren.

Bei der realisierten Automatisierungslösung erfolgt die Zusammenstellung der Kundenaufträge nun an den ergonomischen Pick-it-Easy-Evo-Arbeitsplätzen im Ware-zur-Person-Prinzip. Die Versorgung der Arbeitsplätze erfolgt über das OSR Shuttle – die Mitarbeiter bekommen automatisch zur richtigen Zeit und in der richtigen Reihenfolge die Waren an den Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt. Das verringert Wegzeiten und führt zu einer deutlichen Steigerung der Produktivität sowie Kommissionierqualität. Die Mitarbeiter arbeiten an den Pick-it-Easy-Evo-Arbeitsplätzen intuitiv und fehlerfrei. Das ermöglicht größtmögliche Leistung bei geringem Kraftaufwand.

„Durch das neue Ware-zur-Person-System können wir sehr hohe Wegzeiten verringern. Diese Reduktion führt zu einer deutlichen Verbesserung der Produktivität bei gleichzeitiger Minimierung der Belastung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die ergonomischen Lösungen, welche Knapp anbietet und einsetzt, sind für uns ein zentraler Meilenstein in der Entwicklung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Gugerell.

Steigerung der Qualität und Nachhaltigkeit

Fertige Kundenaufträge durchlaufen vor dem Versand mehrere Stationen zur Qualitätskontrolle – das garantiert eine fehlerfreie Lieferung und steigert die Kundenzufriedenheit. So kommt beispielsweise die „ivii.photostation“ zum Einsatz, welche mithilfe modernster Bilderkennungstechnologie ein Bild des Kartoninhalts erstellt und auf einen Blick sieht, ob die Artikel im Karton sicher verstaut sind. Auf dem Weg zur fehlerfreien Lieferung spielt auch ein Open Shuttle eine zentrale Rolle. Kartons, welche bei der Wiegekontrolle Abweichungen zeigen, bringt der autonome mobile Roboter zu einem Kontrollarbeitsplatz.

Die Integration von vollautomatischen Versand- und Palettierprozessen befreit die Mitarbeiter von körperlich belastenden Tätigkeiten. Die Lieferscheine werden automatisch beigelegt, und vollautomatische Falt- und Deckelungsmaschinen verschließen die Versandkartons. Die Höhe der Kartons wird dabei auf das Minimum reduziert, um Platz auf der Palette und im Lkw zu sparen. Die Palettierung übernehmen zwei Versandroboter vollautomatisch, wodurch die Effizienz und Produktivität um ein Vielfaches gesteigert wird, im Gegensatz zu einer manuellen Palettierung. Bis zu 7.000 Pakete pro Tag finden so ihren Weg auf die Versandpaletten, welche an Kunden in ganz Österreich zugestellt werden.

Langjährige Partnerschaft

Die Investition in die bereits umgesetzten Modernisierungsmaßnahmen hat sich für Würth als richtig herausgestellt. Für die Zukunft sind bereits weitere Ausbauschritte in Richtung Automatisierung von Prozessen geplant. Alfred Wurmbrand, CEO von Würth Österreich, zeigt sich über die Zusammenarbeit und umgesetzten Maßnahmen zufrieden: „Wir haben das neue OSR Shuttle ‚Evo‘ im Einsatz, welches aus unserer Sicht momentan einer der wichtigsten Technologien im Logistik-Bereich darstellt und von dessen Funktion wir entsprechend unserer Erfahrung überzeugt sind. Dafür war zwar eine umfassende Investition notwendig, aber insbesondere in Tagen hoher Nachfrage macht sich diese bezahlt und trägt maßgeblich zur Zufriedenheit unserer Kunden bei. Die Zusammenarbeit mit Knapp hat sich seit 2005 zu einer wirkungsvollen Partnerschaft entwickelt, bei der wir die Unterstützung bei der Entwicklung gemeinsamer Technologien und individuellen Lösungen schätzen.“ (ck)

Eine Information der Knapp Systemintegration GmbH

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» Gemeinsam mit Knapp konnten wir eine zukunftsorientierte Lösung entwickeln. Mit dieser können wir unsere Aufträge effizienter und produktiver gestalten und sind für zukünftige Anforderungen bestens gerüstet.

Stefan Gugerell, Mitglied der Geschäftsleitung und Prokurist, Logistik und Innendienst bei Würth Österreich

 

» Die Zusammenarbeit mit Knapp hat sich seit 2005 zu einer wirkungsvollen Partnerschaft entwickelt, bei der wir die Unterstützung bei der Entwicklung gemeinsamer Technologien und individuellen Lösungen schätzen.

Alfred Wurmbrand, CEO von Würth Österreich

 

Christina Kasper

Christina Kasper
Redakteurin, Zeitschrift "Technische-Logistik - Hebezeuge Fördermittel"
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Nachhaltige Erweiterung
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