Hebezeuge für die Rückbau-Logistik im Kernkraftwerk Philippsburg

Hebezeuge für die Rückbau-Logistik im Kernkraftwerk Philippsburg

Die EnBW, Betreiber des Kernkraftwerks Philippsburg (KKP), beauftragte im Januar 2017 die Innokran GmbH, zertifizierter Partner von Stahl Cranesystems GmbH, mit der Installation dreier Krananlagen im Philippsburger Reststoffbearbeitungszentrum und Standort-Abfalllager. Der Rückbau von KKP soll spätestens Ende 2019 abgeschlossen werden.

Die hochradioaktiven abgebrannten Brennelemente der beiden Reaktoren von KKP werden seit 2007 im Standortzwischenlager in geeigneten Behältern gelagert und sind vom Rückbau nicht betroffen. Auf dem Gelände des KKP werden ein Reststoffbearbeitungszentrum (RBZ) zur Behandlung von Reststoffen und ein Standort-Abfalllager (SAL) errichtet, in dem radioaktive Abfälle bis zur Inbetriebnahme des Endlagers „Schacht Konrad“ bei Salzgitter gelagert werden.
Im RBZ kommt eine frequenzgeregelte Winde SHWF 8 von Stahl Cranesystems mit einer Tragfähigkeit von 32 Tonnen auf einem Zweiträgerbrückenkran mit 20 Meter Spannweite zum Einsatz. Die Winde SHW 8 von Stahl Cranesystems ist für den Schwerlastbereich bis 160.000 Kilogramm ausgelegt. Die Winde SHWF 8 in Philippsburg hat einen Hubgeschwindigkeitsbereich von null bis vier Meter pro Minute und ist stufenlos regelbar. Zusätzlich ist ein Hilfshubwerk SHF 50 mit einer Tragfähigkeit von fünf Tonnen installiert. Die Stromzuführung für die Hebezeuge laufen jeweils geschützt in einer Energiekette. Bei Abwärtsbewegung der Last wird die generatorisch erzeugte Energie durch den Bremswiderstand in Wärme umgewandelt und kann durch Konvektion an die Umgebung abgegeben werden. Zusätzlich erfordern die besonderen Sicherheitsstandards in der Kerntechnik die redundante Ausführung von Bremsen und Messsystemen. Einige Bauteile wie der Schaltschrank sind zur einfacheren Reinigung aus korrosionsfreiem Edelstahl gefertigt, eine Farbbehandlung ist nicht notwendig.
Da de+er Auftrag eine lückenlose Dokumentation aller Arbeitsvorgänge erfordert, müssen alle Stahlbauteile durch Materialstempel nachvollziehbar gekennzeichnet werden. Nach erfolgter Vorprüfung werden die Komponenten nach einem Schweißplan zusammengefügt. Vor der Lackierung werden alle Materialstempel verglichen, die Ausführung der Schweißnähte, die Maßhaltigkeit sowie die Vollständigkeit durch externe Prüfer abgenommen.
Ein Reststoffbearbeitungszentrum und Standort-Abfalllager errichtet die EnBW in ähnlicher Weise auch parallel an ihrem Standort in Neckarwestheim. Auch dort werden drei Krananlagen von Innokran zum Einsatz kommen.

Krane und Hebezeuge
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