Für noch höhere Lasten

Neues FTF-Modell für erweitertes Anwendungsspektrum

Seit Mitte 2021 bietet die Stöcklin Logistik AG mit dem „Eagle-Ant 2“ eine Weiterentwicklung ihres bewährten Fahrerlosen Transportfahrzeugs „Eagle-Ant (EA) 1“ an. Das neue Modell der Gerätereihe deckt die wachsende Nachfrage nach Lösungen für noch höhere Lasten und Hubhöhen bis 3,9 Meter ab.

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Mit dem „Eagle-Ant 2“ bietet Stöcklin Logistik ein Fahrerloses Transportfahrzeug an, dass höhere Lasten und Hubhöhen bis 3,9 Meter abdeckt. Bild: Stöcklin Logistik
Mit dem „Eagle-Ant 2“ bietet Stöcklin Logistik ein Fahrerloses Transportfahrzeug an, dass höhere Lasten und Hubhöhen bis 3,9 Meter abdeckt. Bild: Stöcklin Logistik

EA 1 erreicht bis zu 1,15 Meter und meistert Lasten bis 1.200 Kilogramm. Mit EA 2 steht nun ein weiteres Modell zur Verfügung, das ein nochmals erweitertes Anwendungsspektrum abdeckt. Bei einem Gewicht von 2.000 Kilogramm, wird eine Hubhöhe von 1,8 Metern erreicht, bei 1.500 Kilogramm sind es 2,5 Meter. Beträgt die Zuladung rund 1.000 Kilogramm können Höhen bis 3,2 Meter angesteuert werden und bei Gewichten bis 500 Kilogramm 3,9 Meter in vertikaler Richtung.

Auf das Wesentliche reduziert und flexibel nutzbar

Bei der Konstruktion des EA 2 hat das Entwicklerteam des Schweizer Intralogistikspezialisten den Fokus auf eine möglichst kurze Bauform gerichtet. Mit nur 2,65 Metern fällt der Platzbedarf für die Aufnahme einer Palette im 90-Grad-Winkel folglich sehr gering aus. Auch sind nur noch wenige manuelle Bedienelemente angebaut. Neben den drei gut erreichbaren Not-Halt-Tastern verfügt der EA 2 über einen Schlüsselschalter für die Betriebsarten „Automatik“, „Manuell“ und „Bergen“. Im Automatikbetrieb arbeitet das Fahrerlose Transportfahrzeug (FTF) seine Aufträge autonom ab. Wahlweise bzw. bei Bedarf lässt es sich im manuellen Modus über das Touch-Panel bedienen und mit dem hinter der Frontklappe angebrachten Joystick von Hand steuern. „Bergen“ hingegen bedeutet, dass die Sicherheitseinrichtungen, wie etwa Laserscanner, überbrückt sind. Diese Einstellung ist immer dann von Vorteil, wenn das FTF im manuellen Betrieb sehr nahe an einem Hindernis steht oder an diesem vorbei manövriert werden muss. In diesem Modus kann das Fahrzeug ohne Schutzfeld-Verletzung, jedoch unter Verantwortung des Bedieners, bewegt werden.

Vielfältige, frei wählbare Sicherheitsfeatures

Die vorne und hinten angebrachten, diagonal eingebauten Sicherheits-Laserscanner bieten einen Rundumschutz gegen etwaige, sich auf dem Parcours befindlichen Hindernisse. In der Standardausführung sind sie gleichzeitig für die Navigation des EA 2 zuständig. Das Hochhubgerät kann jedoch optional mit einem zusätzlichen, auf der Oberseite des Fahrzeugs installierten Navigationslaserscanner ausgestattet werden.

Diese Ausführung ist immer dann eine Lösung, wenn die Navigation in Bodennähe nicht möglich ist – zum Beispiel in einem Pufferlager oder wenn keine brauchbaren Umgebungsmerkmale zur Verfügung stehen. Zudem lassen sich mithilfe ergänzender Laserscanner sowohl die Seiten des Fahrzeugs als auch dessen komplette Vorderseite durch einen Sicherheits-Vorhang absichern. Damit werden auch in den Fahrbereich hineinragende Gabeln eines manuellen Fahrzeugs oder ähnliche Gefahren erkannt. In einem solchen Fall stoppt EA 2 auf der Stelle. Ist das Gerät in Bewegung, projiziert ein integrierter „Bluespot“ zudem einen blauen oder alternativ einen roten Warnpunkt auf den Fußboden, der dem FTF in Fahrtrichtung stets einige Meter voraus ist. Auf diese Weise werden Personen oder Staplerfahrer vor dem herannahenden Fahrzeug gewarnt.

Offene Schnittstellengestaltung, maximale Verfügbarkeit

Die Navigationstechnik basiert wie auch beim EA 1 auf der innovativen Ant-Lite-Technologie von Blue Botics. Anwendern wird somit die Möglichkeit geboten, ergänzende Fahrzeugtypen im gleichen übergeordneten Leitsystem (Ant-Server) einbinden zu können, etwa Reinigungsroboter (Cleanfix) oder FTF anderer Hersteller, die ebenfalls das Blue-Botics-System verwenden. Der innere Aufbau des EA 2 ist jeweils schwenkbar und modular ausgelegt. Einzelne Baugruppen können daher bereits vorgefertigt auf Lager gelegt werden, sodass eine maximale Verfügbarkeit gewährleistet ist. Der sehr leise und dennoch äußerst kräftige Fahr- sowie der Lenk-Antrieb wird von einer 48 VDC, 100 Ah bzw. 180 Ah LiFePo4-Batterie versorgt. Die LiFePo4-Batterie ist mit einem patentierten, aktiven Zellenausgleichssystem ausgestattet und daher auf höchste Langlebigkeit ausgelegt. (ck)

Redaktion (allg.)

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