Logber realisiert Lagerautomation für EA Elektro-Automatik

Rasantes Wachstum, hohe Fertigungstiefe und immer wieder neue Produkte: Bei laufendem Betrieb hat Logber die Intralogistik von EA Elektro-Automatik im nordrhein-westfälischen Viersen komplett umgekrempelt und modernsten Standards angepasst. Herzstück der neuen Anlage ist ein maßgeschneidertes Autostore-Lagersystem, dessen außergewöhnliche Konfiguration weltweit seinesgleichen sucht.

Für den Kunden EA Elektro-Automatik in Viersen hat Logber ein Autostore-System der besonderen Art konzipiert: Die Anlage musste hinter einer Brandschutzmauer installiert werden und ist dadurch im Normalbetrieb praktisch unsichtbar geworden. (Bildquelle: Logber)
Für den Kunden EA Elektro-Automatik in Viersen hat Logber ein Autostore-System der besonderen Art konzipiert: Die Anlage musste hinter einer Brandschutzmauer installiert werden und ist dadurch im Normalbetrieb praktisch unsichtbar geworden. (Bildquelle: Logber)

Als sich Dr. Kai Semrau, Projektleiter bei Logber, erstmals dem Logistikprojekt EA widmete, stand er vor einer ungewöhnlichen Situation. „Auf dem Werksgelände stand bereits der Rohbau für ein neues Logistik- und Produktionszentrum“, berichtet Semrau, „wie die Lagerhaltung konkret organisiert und mit der Fertigung verknüpft werden sollte, war allerdings noch völlig offen.“ Für das Team von Logber ging der Arbeitsauftrag damit weit über eine klassische Lagerplanung hinaus, von der Analyse des Materialflusses und der Lagerbestände über die Auswahl geeigneter Lagertechnik inklusive Lagerverwaltungssystem bis hin zur optimalen Anordnung der Produktionsbereiche. Logber erarbeitete letztlich nicht nur das Konzept für ein neues Werkslayout, sondern kümmerte sich bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme über einen Zeitraum von insgesamt zwei Jahren auch um das Projektmanagement im Bereich Logistik.

Sicherheitsvorkehrungen erfordern Ideenreichtum

An Herausforderungen mangelte es dem Logber -Team im Projekt EA nicht – ganz im Gegenteil: „Der Neubau verfügt über drei  Ebenen zur Anordnung der Fertigungslinien, für das Produktionslager war unmittelbar daneben ein über das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss durchgehender Raum vorgesehen“, erklärt Gerhard Keller, Geschäftsführer bei Logber. Das Problem: Produktion und Lagerraum werden von einer durchgehenden Brandschutzmauer getrennt. Zur Warenentnahme mussten daher auf allen Ebenen Durchbrüche erstellt werden. Damit nicht genug, erfordert der Umgang mit den elektronischen Komponenten über die gesamte Prozesskette hinweg umfassende Vorkehrungen zum Schutz vor elektrostatischen Entladungen (ESD-Schutz). Und weil der Einsatz einer klassischen Sprühwasser-Löschanlage bei einem eventuellen Fehlalarm dieLagerbestände faktisch vernichten würde, war auch an dieser Stelle der Ideenreichtum des LogBer-Teams gefragt.

Autostore in ungewöhnlicher Konfiguration

Die Lösung fand sich schließlich in der Anpassung eines Automatischen Kleinteilelagers vom Typ Autostore. Weil die sonst übliche Installation als in sich geschlossener Komplex innerhalb einer Halle nicht möglich war, wurde die Anlage passgenau in den von EA als Lager vorgesehenen Raum eingebaut – fünf Meter in der Tiefe, acht Meter hoch und 50 Meter lang. Ein- und Auslagerung am Autostore auf zwei Ebenen, Stetigfördertechnik mit Brandschutztoren statt der üblichen Autostore-Ports und Multi-Order-Kommissionierung nach dem Ware-zur-Person-Prinzip vervollständigen die vom neuen Lagerverwaltungssystem unterstützte Lösung. Die Kapazität des Autostore-Systems von EA umfasst etwa 10.000 Behälter für die Lagerung von Kleinteilen und erlaubt bis zu 4.400 Kommissionierpositionen pro Tag. Zur Ein- und Auslagerung von Halbteilen sind zudem fünf Lagerlifte im Einsatz, sodass die auftragsbezogenen Einzelteile nun mehrere Tage vor Fertigungsbeginn kommissioniert und den Produktionslinien auf Abruf zur Verfügung gestellt werden. Und mit dem jüngst erfolgten Go-live des neuen Produktionslagers von EA Elektro-Automatik in Viersen gehören sprichwörtliche Spaghetti-Materialflüsse und lange Wegezeiten auf dem Werksgelände der Vergangenheit an.

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