Flexibles Montagekonzept

Lotus setzt bei Modernisierung auf Technologie von Dürr und Wiferion

Lotus saniert sein Werk in Hethel und beauftragte die italienische Dürr-Tochter CPM mit der Realisierung einer flexiblen und innovativen Fertigungslinie. Hierbei kommen speziell für die Endmontage konzipierte „Profleet“-AGVs zum Einsatz. Für die Energieversorgung seiner „Profleet“-AGVs nutzt CPM die induktiven Batterieladesysteme von Wiferion.

1105
Das Lotus-Werk in Hethel, Großbritannien, hat die kontaktlose Ladelösung „Etalink 3000“ von Wiferion installiert. Bild: Wiferion
Das Lotus-Werk in Hethel, Großbritannien, hat die kontaktlose Ladelösung „Etalink 3000“ von Wiferion installiert. Bild: Wiferion

Im Jahr 2020 beschloss die britische Sportwagenmarke Lotus beträchtliche Investitionen für die Modernisierung seines Werks in Hethel bei Norwich, Großbritannien. Hierbei wurde auch die Endmontagehalle berücksichtigt. Mit einer innovativen und flexiblen Lösung erhielt Dürr den Zuschlag. Der Endmontagevorgang wird auf dem „Profleet“-System von Dürr stattfinden – das erste so produzierte Fahrzeugmodell ist der brandneue und kürzlich vorgestellte Lotus Emira. Das von CPM hergestellte „Profleet“ ist ein Fahrerloses Transportsystem, das speziell für die Anwendung in der Endmontage entwickelt wurde.

Hohe Effizienz und eine sichere Arbeitsumgebung

Das Werk in Hethel ist mit insgesamt 34 mittelgroßen Fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) ausgestattet. Die FTF transportieren die Karosserien im Stop-and-go-Verfahren durch die gesamte Montagehalle: Sie halten an einer Arbeitsstation für genau die Zeit an, die für die Durchführung der Arbeiten erforderlich ist. Anschließend fahren sie zur nächsten Station, bis sie das Bandende erreichen, wo abschließende Tests und Qualitätsprüfungen durchgeführt werden.

Alle „Profleet“-Systeme verfügen über eine natürliche Navigation. Dies bedeutet, dass es jederzeit möglich ist, den FTF-Pfad und damit auch das Produktionslayout problemlos zu ändern. Dabei übernehmen die „Profleet“-FTF den Karosserietransport entlang der Endmontagelinie. Die bei Lotus eingesetzten „Profleet“-FTF sind mit einer bidirektionalen Kinematik ausgestattet und werden von einem internen Flottenmanagementsystem gesteuert, das auf einer offenen Software-Architektur basiert. Ein klarer Vorteil ist die Mö-glichkeit für Werkspersonal, direkt in die Vorgänge der einzelnen FTF einzugreifen, ohne auf externe Unterstützung warten zu müssen. Zudem sind sie mit einem elektrohydraulischen Hubtisch ausgestattet, der es ermöglicht, die Karosserie mit hoher Genauigkeit in eine optimale Position anzuheben oder zu senken. Dies bedeutet, dass manuelle Tätigkeiten unter Berücksichtigung der Ergonomie durchgeführt werden können. Die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards ist ebenso gewährleistet.

Induktives Laden für höhere Verfügbarkeiten

Um die Flexibilität und Effizienz der „Profleet“-Systeme zu steigern, setzt CPM auf die induktiven Ladesysteme „Etalink“ von Wiferion als einen integralen Bestandteil des FTF-Loops bei Lotus. „Was uns an der Ladelösung von Wiferion überzeugt hat, ist ihre Einfachheit bei gleichzeitig hoher Effizienz und Flexibilität“, sagt Marcello Giay Levra, R&D Manager AGV-Projekte bei CPM. Da die Fahrzeuge mittels In-Process-Charging im Prozess zwischengeladen werden und den Loop nicht für die Energieversorgung verlassen müssen, können sie mehr Jobs pro Stunde (JPH) erledigen. Die Produktivität der gesamten Anlage steigt im Vergleich zu traditionellen Ladekonzepten. Da das „Etalink“-System gekapselt ist und die Energie ohne bewegliche oder automatisierte Bauteile überträgt, ist es wartungsfrei. Zudem wurde es für eine erhöhte Belastbarkeit mit dem Wireless-Charging-Protection-System (WCPS) der Firma Pohlcon (ehem. PUK) ebenerdig an neuralgischen Punkten in der Produktion verbaut. Hierdurch sinkt die Fehleranfälligkeit der FTF weiter und die Prozesssicherheit steigt. In Kombination mit den ebenfalls in den Fahrzeugen verbauten „Etastore“-Batterien lässt sich ein „Profleet“-FTF mit einer sehr hohen Laderate von 2C in kurzer Zeit mit großen Mengen Energie versorgen. Ein weiterer Vorteil für die Systemauslegung ist die hohe Positionierungstoleranz der induktiven Ladesysteme von Wiferion. (ck)

Redaktion (allg.)

AnhangGröße
Beitrag als PDF herunterladen1.42 MB

· Artikel im Heft ·

Flexibles Montagekonzept
Seite 70
18.08.2020
19 Krane und zwei KBK-Systeme bringen Flexibilität in den Prozess
Der tschechische Landmaschinenhersteller Bednar FMT hat ein neues Montagewerk in Betrieb genommen und in dem Zug auch ein neues Produktionskonzept verwirklicht. Jetzt können sowohl kleinere als auch...
16.07.2020
Exakt zugeschnittene Intralogistik, die mitwächst
Die Chiron-Gruppe hat sich das Konzept für eine neues Logistikzentrum am Produktionsstandort Neuhausen ob Eck erstellt lassen. Ziel des Projektes ist es, die Montageplätze effizienter zu versorgen...
23.08.2021
Optimale Beschaffung von Energieführungen und Leitungen
Energieführungssysteme für Kühlmittel-Befüllanlagen in der Automobilproduktion unterliegen ganz besonderen Anforderungen: Einerseits müssen sie zahlreiche Medien transportieren – darunter Schläuche...
12.11.2021
Systemlösungen sind der Schlüssel
SEW-Eurodrive begleitet seine Kunden auf dem Weg zur Fabrik der Zukunft, die in vielen Branchen bereits Realität wurde. Das Geschäftsfeld „Maxolution System Solutions“ realisiert die Vision der Smart...
04.03.2022
Markus Schröppel mit Einblicken in Historie und Zukunft der Fördertechnik
Zumeist ist das Institut für Fördertechnik und Logistik (IFT) an der Universität Stuttgart mit dem Thema Seiltechnologie in den „Schlagzeilen“ der Fachmedien. Doch am Institut in der Innenstadt der...
10.03.2021
Zusammenspiel von Mensch und Maschine
Das Unternehmen Rika verarbeitet in Österreich 12.000 Tonnen Blech pro Jahr. Neun Fahrerlose Transportfahrzeuge verrichten dabei seit über einem Jahr den innerbetrieblichen Transport von Zwischen- und...