Ein schlüssiges Gesamtkonzept

Ablaufoptimierung schafft neue Potenziale

Beim Neubau eines Teilelagers setzt die Dieffenbacher GmbH Maschinen- und Anlagenbau aus Eppingen auf Automatisierungslösungen der Gebhardt Intralogistics Group. Realisiert wurde eine automatische Lagerhaltung und damit eine Ablaufoptimierung für den Wareneingang und die Kommissionierung. Die Lösung besteht aus einem One-Level-Shuttlelager mit Roaming-Konzept und Vorzonen-Loop, vier integrierten Kommissionierarbeitsplätzen und dem Lagerverwaltungssystem „Gebhardt Storeware“.

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Das „Gebhardt Storebiter OLS“ ist ein Shuttlesystem für höchste Leistungsanforderungen. Durch verschiedene Lastaufnahmemittel (LAM) ist es hochflexibel in der ein- oder mehrfachtiefen Lagerung von Behältern, Tablaren und Kartons verschiedenster Größen. Bild: GEBHARDT Intralogistics Group
Das „Gebhardt Storebiter OLS“ ist ein Shuttlesystem für höchste Leistungsanforderungen. Durch verschiedene Lastaufnahmemittel (LAM) ist es hochflexibel in der ein- oder mehrfachtiefen Lagerung von Behältern, Tablaren und Kartons verschiedenster Größen. Bild: GEBHARDT Intralogistics Group

Verlässliche Partnerschaftlichkeit und kontinuierlicher Fortschritt sind bereits in fünfter Generation fester Bestandteil der Firmenphilosophie der Dieffenbacher GmbH.

Seit 150 Jahren arbeitet das Familienunternehmen daran, seine Kunden immer den entscheidenden Schritt voranzubringen. Heute gehört Dieffenbacher weltweit zu den führenden Herstellern von Pressensystemen und kompletten Produktionsanlagen für die Holzwerkstoff-, Forming- und Recyclingindustrie.

Um auch zukünftig sowohl den eigenen Erwartungen als auch denen der Kunden gerecht zu werden, entschied man sich für eine Neuauslegung des Kleinteilelagers. Dank jahrzehntelanger Erfahrung, einem schlüssigen Gesamtkonzept und der regionalen Nähe wählte man die Gebhardt Intralogistics Group aus Sinsheim als Partner für dieses Projekt.

Lösungen für steigende Anforderungen

Im Jahr 1873 als kleine Manufaktur für Obst-, Wein- und Speiseölpressen und Schlosserarbeiten gegründet, hat sich Dieffenbacher zu einem global aufgestellten Maschinen- und Anlagenbauer entwickelt. Heute arbeiten rund 1.700 Mitarbeitende an 17 Produktions-, Service- und Vertriebsstandorten weltweit am Erfolg des Unternehmens mit. Wie auch in anderen Branchen stiegen bei Dieffenbacher in den letzten Jahren der Durchsatz und die Volumina im Lager. Gleichzeitig waren mit zwei Fachbodenlagern, die mit einem mitfahrenden Regalbediengerät (RBG) bedient wurden, Lösungen im Einsatz, die diesen Anforderungen nicht mehr gerecht wurden. Somit wurde eine Neuanlage nötig, wie Michael Auperle, Head of Group Logistics bei Dieffenbacher erläutert: „Unser Ziel war zum einen die Automatisierung des Lagers mit der Ablösung des „Person-zur-Ware“ hin zum „Ware-zur-Person“-Prinzips und zum anderen die Ablaufoptimierung im Wareneingang und der Kommissionierung.“

Umbau in mehreren Montageschritten

Gemeinsam mit Gebhardt konzipierte und baute man die Neuanlage innerhalb kürzester Zeit. Die Lösung sah vor, dass auf einer Gesamtfläche von 300 Quadratmetern das neue Teilelager bestehend aus Fördertechnik, dem automatischen Kleinteilelager (AKL) als Shuttlelager realisiert werden und vier Kommissionierarbeitsplätze entstehen sollten. Darüber hinaus galt es das „Gebhardt Storeware“-Lagerverwaltungssystem an das bauseits vorhandene SAP-System anzubinden. „Herausfordernd war sicherlich, dass dieses Projekt in zwei Montagesteps aufgeteilt wurde“, erläutert Tobias Gilbert, Projektleiter bei Gebhardt. Im ersten Schritt baute Gebhardt neben der Altanlage die erste Gasse des Shuttlelagers komplett funktionsfähig auf und nahm sie in Betrieb. Auch die Integration dieser ersten Gasse in den laufenden Lagerbetrieb von Dieffenbacher erfolgte unmittelbar. Erst nach dem Teil-Abbau der Altanlage realisierte Gebhardt die zweite Gasse des Shuttlelagers, nahm diese in Betrieb und verknüpfte sie mit der schon laufenden ersten Gasse. Abschließend erfolgte auch die Integration der zweiten Gasse in den Lagerbetrieb inklusive der Umlagerung der noch ausstehenden Ware.

Roaming-Konzept für noch mehr Durchsatz

Das installierte Shuttlelager hat eine Dimension von 25,6 Metern Länge, 8 Metern Breite und 7,93 Metern Höhe. Damit bietet es Platz für 6.258 Behälter, die auf 17 Ebenen und in zwei Gassen doppeltief eingelagert werden können. Je Gasse sind zwei „Gebhardt Storebiter One-Level-Shuttle“ (OLS) im Einsatz. Das Lager ist nach dem Roaming-Konzept realisiert, das heißt als teilbesetztes Shuttlelager, das weniger OLS als Lagerebenen besitzt. Damit trotzdem alle Ebenen erreicht werden, wurde ein Shuttleheber an der Stirnseite des Regals eingesetzt. Dieser versetzt die Shuttles bei Bedarf zwischen den einzelnen Lagerebenen. Zur Ein- und Auslagerung fährt das Shuttle auf die unterste Ebene, an welcher die Ein- und Auslagerbahnen angeschlossen sind. Diese dynamische Lagerhaltung mit OLS und Roaming-Konzept ermöglicht 144 Ein- und Auslagerungen, sogenannte Doppelspiele, in der Stunde. Mit dem System können Behälter mit 600 × 400 × 270 Millimeter und maximal 44 Kilogramm befördert und eingelagert werden. Ware, die am AKL ankommt, wird vereinzelt, mit dem Lagerbehälter verheiratet, über die Fördertechnik in Richtung „Loop“ und über die Behälterheber ins AKL eingelagert. Um sicherzustellen, dass die Behälter das zulässige Maximalgewicht von 44 Kilogramm nicht überschreiten, erfolgt eine automatische Gewichts- und Konturenkontrolle. Die Auslagerung erfolgt entsprechend und wird über die Auslagerbahnen den vier Kommissionierarbeitsplätzen angedient. Diese sind als Ware-zur-Person-Kommissionierarbeitsplätze realisiert.

Komplettiert wird das neue Teilelager durch das Lagerverwaltungssystem (LVS) der „Gebhardt Storeware“. Den kompletten Materialfluss im Blick sind die Schlüsselfunktionen der LVS die lückenlose Dokumentation und Steuerung von Transport- und Lagervorgängen sowie die Rationalisierung der operativen Prozesse im Lager. Damit optimiert das System sämtliche Lagerabläufe und bietet Dieffenbacher vielfältige Tools, um den Materialfluss und die Auftragsabwicklung zu perfektionieren. Mit der Schnittstelle zum bauseitigen SAP-System legte Gebhardt den Grundstein für die Integration des LVS in den gesamten Lagerbetrieb bei Dieffenbacher und damit in einen reibungslosen Materialfluss über alle Intralogistikkomponenten hinweg. Michael Auperle resümiert: „Das Projekt hat seine Zielsetzung auch durch die hervorragende Zusammenarbeit beider Unternehmen voll erfüllt“. (ck)

Redaktion (allg.)

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Seite 28 bis 29
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