Dann erst recht …
Im Jahr 2013 wurde das Unternehmen in der Ukraine gegründet. Der CEO, Oleksandr Klymenko, übernahm 2017 vollständig das Ruder und ist heute Eigentümer und Leiter des gesamten Unternehmens. Er war in führender Position für einen Regalhersteller tätig und wollte sich in den Bereich der Logistik-Automation weiterentwickeln. Da sein damaliger Arbeitgeber diese Möglichkeit nicht sah bzw. nicht angehen wollte, hat er das bereits funktionierende Unternehmen Kapelou übernommen und ausgebaut. Mit einem Team von fünf Mann begann der Start von Kapelou.
Expansion aus der Ukraine heraus
Kapelou hat es schnell geschafft, im ukrainischen Markt Fuß zu fassen. 2013 mit fünf Mitarbeitern und einem Umsatz von Null gestartet, beschäftigt das Unternehmen mittlerweile knapp 250 Mitarbeiter und konnte im Jahr 2021 einen Umsatz von 36 Millionen Euro generieren. 2022 soll ein Umsatz von etwa 50 Millionen Euro generiert werden. „Da der Heimatmarkt aber recht abgeschlossen ist, wurden Expansionspläne geschmiedet. Hierbei kam der europäische Markt direkt in den Fokus“, sagt Tobias Frohn, Geschäftsführer der Kapelou Europe GmbH und ergänzt: „Wir haben aber schnell gemerkt, dass es sich als sehr schwierig bis unmöglich erweist, aus der Ukraine heraus in Europa Geschäfte zu machen. Somit wurde Kapelou Europe als deutsche GmbH Mitte 2021 gegründet. Kapelou Europe stellt nun das deutsche, das europäische Gesicht von Kapelou dar“.
Nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 schwächte sich die Nachfrage in der Ukraine zwar leicht ab. Das Geschäft laufe aber weiter, wenn auch an manchen Stellen „on hold“. „Plötzlich bekommt das europäische Geschäft und der deutsche Standort eine noch größere Bedeutung. Wir haben hier ein weiteres Standbein geschaffen, durch das wir uns als Firmengruppe noch breiter und sicherer aufstellen“, erläutert Frohn.
Montage und Produktion wurden aus dem Großraum Kiew in den Südwesten der Ukraine, nach Mukatschewe an die ungarische Grenze, verlagert – an den Invasoren vorbei. Kapelou kann also weiter produzieren. Ziel sei es nun, von Deutschland aus die Technologie auf den europäischen Markt zu bringen. Auch geht es um den Neuaufbau des Landes, der an manchen Stellen bereits beginnen soll, denn Kapelou gehört in der Ukraine zur kritischen Infrastruktur.
Neue Projekte und ein neuer Standort
Kapelou Europe wird sich zunächst auf kleine und mittlere Projekte konzentrieren. Langfristig sind Projekte jeglicher Größenordnung anvisiert. Aktuell werden Projekte in den Niederlanden, Griechenland und Ungarn umgesetzt. „Kurzfristig zielen wir vermehrt auf deutsche Kunden ab. Mittelfristig planen wir, stark mit Ingenieur- und Planungsbüros zusammenzuarbeiten und das Team in Europa auszubauen“, sagt Frohn. Die langfristige Planung beinhalte auch den Aufbau von Montage und eventueller Produktion in Deutschland.
Ab dem 1. September 2022 bezieht Kapelou Europe sein neues Zuhause in Herkenrath. Hier steht bereits eine Demoanlage. Kurzfristig sollen dort weitere Exponate aufgebaut und Projekte direkt vor Ort ausgearbeitet werden. (ck)
Redaktion (allg.)
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