Smarter Transport in der Produktion

Smarter Transport in der Produktion

FTS machen die Komplexität bedarfsgerechter Produktion beherrschbar

Individualisierung ist heute Trumpf: Ob Turnschuh, Getränkedose, Medikation oder Auto – alles kann und wird heute auf persönliche Wünsche und Bedürfnisse abgestimmt. Das Ergebnis: Eine unvorstellbare Zahl an Varianten muss gefertigt werden, um die individuellen Wünsche zu erfüllen. Dieser Trend zeichnet sich zunehmend auch im B2B-Bereich ab. Um diese neuen Produktionslinien zu versorgen, sind dynamischere Systeme und eine stärkere Vernetzung und Verschränkung von Produktion und Logistik erforderlich.

1. „Open Shuttles“ können unterschiedliche Kleinladungsträger, Paletten sowie auch ganze Rollbehälter oder Regale automatisch aufnehmen, transportieren und abgeben. (Quelle: Knapp)
4. „Open Shuttles“ agieren im Schwarm und verteilen Aufträge effizient auf die gesamte Flotte.
 (Quelle: Knapp)

Ein zentrales automatisches Lagersystem bildet das Herzstück der Gesamtlösung. Von hier aus werden unterschiedliche Arbeitsbereiche mit intelligenten autonomen mobilen Robotern (AMR) Just-in-time und Just-in-sequence versorgt. Die Versorgung mit Leerbehältern, Rohstoffen oder der Weitertransport von Halbfertig- und Fertigwaren sind nur ein paar Beispiele.

„Open Shuttles“ von Knapp können unterschiedliche Kleinladungsträger, Paletten sowie auch ganze Rollbehälter oder Regale automatisch aufnehmen, transportieren und abgeben. Die Navigation erfolgt dabei frei und ohne jegliche Hilfsmittel, was eine Integration in bestehende Systeme einfach macht. Aufgrund des zunehmenden Trends der bedarfsgerechten Produktion weichen immer mehr produzierende Unternehmen von einem Linienfertigungskonzept ab. Die Produktion wird auf sogenannte Produktionsinseln umgestellt, wo einzelne Produkte oder Teile von Produkten hergestellt werden. Die Gestaltung und Anpassung von Produktionsinseln an geänderte Bedarfe ist einfacher als die Anpassung von Produktionslinien. Die Anforderungen an das Transportsystem umfassen eine möglichst flexible, skalierbare und platzsparende Sicherstellung des Materialflusses innerhalb einer solchen Produktionsinsel. Auch ist es notwendig, mithilfe des Transportsystems die einzelnen Produktionsinseln flexibel miteinander zu verbinden. Die Transportlösung sollte dabei keine Produktionsfläche dauerhaft belegen und gleichzeitig in bestehenden Gebäuden einsetzbar sein.

In dem hier aufgezeigten Einsatzfall stellen „Open Shuttles“ genauso ein flexibles Transportsystem dar und sorgen für den Warenfluss in der getakteten Produktion. Die AMR übernehmen dabei den Transport von Sonderladungsträgern von der Fertigung hin zu einzelnen Prüfstationen. Sobald die Qualitätsprüfung abgeschlossen ist, transportieren die „Open Shuttles“ die Produkte zur Verpackungsstation oder zur Fehlerstation. Leere Sonderladungsträger werden im Anschluss wieder zur Fertigung zurückgebracht. Dieser Kreislauf unterliegt dabei einer festgelegten Taktung, welche durch die „Open Shuttles“ sichergestellt wird. Sind spezielle Prozessschritte erforderlich, besitzt das „Open Shuttle“ auch die Möglichkeit, die Produktionsinsel zu verlassen und sich entlang der normalen Verkehrswege zu anderen Produktionsinseln zu bewegen. Dabei nutzen die AMR die gleichen Wege wie Personen, Stapler und andere Fahrerlose Transportfahrzeuge.

Die Intelligenz der Fahrzeuge ermöglicht es ihnen, auf Hindernisse und andere Fahrzeuge zu reagieren und diesen auszuweichen sowie bestehende Wege optimal zu nutzen.

Versorgung mit Leerbehältern

In diesem Anwendungsfall werden „Open Shuttles“ für den Just-in-time-Transport von Leerbehältern aus einem automatischen Lagersystem zu den Produktionslinien eingesetzt. Darüber hinaus werden assemblierte Produkte in Behältern an den Produktionslinien bereitgestellt und durch die AMR wieder zurück zum Lager gebracht, wo diese eingelagert werden.

Das Besondere ist, dass sich das Lager und die Produktionslinien in einer anderen Halle befinden. Eine Verbindung mittels Fördertechnik war kosteneffizient nicht möglich, da die Verbindungswege ebenfalls von anderen Personen, Staplern und automatisierten Routenzügen genutzt werden. So musste bei der Installation des neuen Transportsystems sichergestellt werden, dass die Leerbehälterversorgung nicht abbricht. Die Flexibilität und die einfache Konfigurierbarkeit der AMR bietet dem Kunden dabei Vorteile. Die Geräte können schnell und einfach in ein bestehendes System integriert werden. Prozessänderungen sowie Änderungen im Layout sind „on-the-fly“ möglich und erfordern keine Stilllegung des Systems. Auch zusätzliche Shuttles können binnen weniger Stunden einer Flotte hinzugefügt werden und sind sofort einsatzbereit.

Zeitgleicher Transport von mehreren Behältern

Eine weitere Besonderheit an dieser Anwendung ist das Handling von mehreren Behältern gleichzeitig. Die AMR übernehmen zwei Leerbehälter von der Fördertechnik des Lagers und transportieren diese zu der zugehörigen Produktionslinie. Dort werden die zwei Leerbehälter automatisch auf einen Fördertechnikstich abgegeben. Stehen an dieser Produktionslinie bereits assemblierte Güter für den Rücktransport zum Lager zur Verfügung, werden diese gleich automatisch übernommen. (ck)

Technische Logistik 03/2021 PDF-Download (1.44 MB)