Langfristig fit für die Zukunft

Perfektes Zusammenspiel der Systeme für mehr Platz

In Krefeld trifft modernste Intralogistik auf Tradition. Die Johs. Stelten GmbH und Co. KG, seit fast 125 Jahren Logistik- und Speditionsdienstleister für die Lebensmittelindustrie, macht sich fit für die Zukunft. Im neuen Logistikzentrum schafft eine Shuttle-Regalanlage besonders platzeffiziente Lagerkapazitäten und macht das Traditionsunternehmen so langfristig zukunftsfähig.

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Die Kombination aus Verschieberegal (links) und halbautomatischem Shuttle-Regal (rechts) schafft auf derselben Grundfläche ein Drittel mehr Lagerkapazität im neuen Logistikzentrum von Johs. Stelten. Bild: Jungheinrich
Die Kombination aus Verschieberegal (links) und halbautomatischem Shuttle-Regal (rechts) schafft auf derselben Grundfläche ein Drittel mehr Lagerkapazität im neuen Logistikzentrum von Johs. Stelten. Bild: Jungheinrich

7 Uhr in der Früh. Noch ist es ruhig am Krefelder Hafen, wo sich historische Lagerhäuser und alte Fabriken an moderne Industrie reihen. Hier, direkt am viertgrößten Binnenhafen in Nordrhein-Westfalen, befindet sich der Logistik- und Speditionsdienstleister Johs. Stelten. Seit fast 125 Jahren ist das Unternehmen Spezialist für Lagerung, Handel und Umschlag. Im Jahr 2018 entschloss sich Johs. Stelten, den immer knapper werdenden Platz in seinem Lager zu optimieren und das Maximum aus der vorhandenen Fläche herauszuholen. Als Partner für die Optimierung der Lagerfläche wurde Jungheinrich ausgewählt. Den ausschlaggebenden Grund dafür, erklärt Marcus Heldt, Geschäftsführer von Johs. Stelten: „Bei Jungheinrich bekommen wir alles aus einer Hand. Vom Regalsystem über das Warehouse-Management-System bis zum manuellen Stapler. Das hat uns überzeugt.“ Die Umsetzung des Projekts war ein voller Erfolg. Das Besondere an dem hochmodernen halbautomatischen Logistikzentrum ist eine Shuttle-Regalanlage, die ideal für große Lots, also Güter gleicher Art, ist.

Halbautomatisches Shuttle-Regal mit Under Pallet Carrier

Die Shuttle-Regalanlage in Halle 5 besteht aus drei Blöcken und hat Kapazität für rund 5.100 Industriepaletten oder 6.300 Europaletten. Alles steht hier im Zeichen der Flexibilität. Sie wurde so konstruiert, dass sich in den Kanälen sowohl Industrie- als auch Europaletten einlagern lassen. Sogenannte Under Pallet Carrier (UPC) übernehmen dabei den Transport der Paletten innerhalb der Kanäle. Dafür fahren sie selbstständig unter die Paletten, heben diese an und nehmen sie so auf. Bis zu 1.500 Kilogramm können die kleinen Kraftpakete stemmen. Danach bewegen sie sich mit einer Geschwindigkeit von 2,9 Kilometern pro Stunde im entsprechenden Kanal exakt zur richtigen Position. Am Ziel angekommen, senken sie sich und legen die Palette auf dem gewünschten Regalplatz ab. Danach fahren sie im gesenkten Modus wieder zurück. Bis zu 12 Industriepaletten und 15 Europaletten lassen sich auf diese Weise hintereinander in einem einzigen Kanal platzsparend lagern. Die Verwaltung der Shuttle übernimmt das Jungheinrich-Warehouse-Management-System, das insgesamt eine Optimierung der Prozesse garantiert. Während der UPC noch mit der Einlagerung einer Palette beschäftigt ist, schickt das Warehouse Management System den nächsten Auftrag los, sodass sich bereits einer der gelben Schubmaststapler von Johs. Stelten auf den Weg macht, um die nächste Palette zur Kanalöffnung zu bringen.

Steuerung aller Komponenten durch WMS

Neben der Kommunikation mit dem übergeordneten Host-System steuert das Jungheinrich-Warehouse-Management-System auch die Verwaltung sowie die Kontrolle der Aufträge und die Vergabe der Lagerplätze. Außerdem läuft die prozessoptimierte Steuerung der Fahrzeuge und Shuttle sowie die Ansteuerung der Gassen im nebenan gelegenen verfahrbaren Regalsystem über das Warehouse-Management-System. Unnötige Leerfahrten gehören damit der Vergangenheit an. Besonderheiten wie Doppelspiele zur Erhöhung der Spielzeiten finden genauso Anwendung wie Umlagerungen zwischen den beiden Regalanlagen, um in verschiedenen Saisons die Lagerkapazität zu erhöhen.

Dass das Warehouse-Management-System alle Komponenten – also alle Anlagen, UPCs und Stapler – steuert, ist laut Jungheinrich so zuvor noch nicht umgesetzt worden und stellt sowohl für Johs. Stelten als auch für Jungheinrich ein technisches Novum dar. In Kombination mit der platzsparenden halbautomatischen Shuttle-Regal-Anlage führt es zu optimalem Warenumschlag sowie schnellen Prozessabläufen und macht das traditionsreiche Unternehmen dadurch langfristig fit für die Zukunft. (ck)

Redaktion (allg.)

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Langfristig fit für die Zukunft
Seite 38 bis 39
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