Fiege setzt an seinen 131 Standorten in 15 Ländern verschiedene Arten von Ladungsträgern ein. Dazu gehören Europaletten, Gitterboxen und H1-Paletten ebenso wie kundenspezifische Sonderladungsträger und Gestelle für den Reifentransport. Die Verwaltung dieser Ladungsträger erfolgt bislang über unterschiedliche Systeme.
Bewegungsdaten aus dem Transportmanagementsystem werden nach Angaben des Unternehmens bereits teilweise automatisiert verarbeitet. Die monatliche kaufmännische Bewertung findet dagegen noch getrennt von den operativen Abläufen statt. Mit dem Ladungsträgermanagementsystem von Loopario sollen diese Informationen künftig zusammengeführt werden.
Die Software soll eine gemeinsame Datenbasis für Bestände, Bewegungen und Kosten schaffen. Dadurch will Fiege die wirtschaftliche Bewertung seiner Ladungsträgerprozesse verbessern und Abweichungen zwischen erfassten Beständen und Bewegungen früher erkennen.
Kaufmännische Bewertung und Automatisierung im Fokus
Mit der Einführung verfolgt der Logistikdienstleister drei wesentliche Ziele. Zum einen sollen sämtliche Paletten- und Ladungsträgerbewegungen regelmäßig und vollständig kaufmännisch bewertet werden. Damit will Fiege die Gewinn- und Verlustrechnung für den Palettenbereich auf einer umfassenderen Datengrundlage optimieren.
Zum anderen soll der Automatisierungsgrad im Ladungsträgermanagement steigen. Dafür will das Unternehmen Abläufe stärker standardisieren und wiederkehrende manuelle Tätigkeiten reduzieren. Die Beschäftigten sollen dadurch mehr Kapazitäten für andere Aufgaben erhalten.
Ein weiteres Ziel ist der Ausbau der Dienstleistungen für die eigenen Kunden. Hierzu gehört insbesondere die digitale Einbindung der am Ladungsträgerkreislauf beteiligten Partner. Sie soll die Abstimmung von Ladungsträgerkonten vereinfachen und die Klärung von Differenzen beschleunigen. Darüber hinaus will Fiege die Transparenz über Ladungsträgerverluste verbessern. Die zentrale Erfassung von Bewegungs- und Bestandsdaten soll dazu beitragen, Abweichungen systematisch zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Einführung beginnt in der Reifenlogistik
Der Zusammenarbeit ging ein Beratungsprojekt voraus, das im November 2025 begann. Dabei untersuchten Fiege und Loopario die bestehenden Ladungsträgerprozesse und mögliche Verbesserungen. Der operative Projektstart erfolgte im Juli 2026.
In der ersten Phase führt Fiege die Software für die Verwaltung seiner Reifengestelle ein. Das System wird an sämtlichen Reifenstandorten zunächst parallel zu den bestehenden Anwendungen eingesetzt. Bis einschließlich Oktober 2026 sollen die bisherigen Prozesse erfasst, relevante Informationen zusammengeführt und die Abläufe weiter standardisiert werden.
Die parallele Nutzung ermöglicht es dem Unternehmen, die bisherige Verwaltung der Reifengestelle während der Einführungsphase fortzuführen. Eine vollständige Ablösung der vorhandenen Systeme ist für diesen Projektabschnitt nicht angekündigt.
Ausweitung ab dem zweiten Quartal 2027 geplant
Nach Abschluss der ersten Projektphase wollen die Unternehmen die bisherigen Ergebnisse auswerten. Auf dieser Grundlage soll das Ladungsträgermanagementsystem ab dem zweiten Quartal 2027 schrittweise auf die weiteren Ladungsträgerarten ausgeweitet werden.
Langfristig strebt Fiege damit eine einheitliche digitale Verwaltung seiner unterschiedlichen Ladungsträger an. Operative Bewegungsdaten, Bestandsinformationen und kaufmännische Bewertungen sollen innerhalb einer gemeinsamen Systemumgebung verarbeitet werden.































