Sichelschmidt entwickelt Elektro-Hubwagen der Explosionsgruppe II C
Die Konstrukteure konnten als Grundgerät den Elektro-Hubwagen d125 Ex verwenden, der sich durch eine sehr kompakte Bauform auszeichnet. Seine Drehstromantriebe, eine Eigenentwicklung von Sichelschmidt, ermöglichen hohe Produktivität und kurze Umschlagszeiten bei geringem Energieverbrauch.
Speziell für das neue Flurförderzeug entwickelte Sichelschmidt u. a. einen neuen, EX-gerechten Elektro-Drehstrommotor und ein neues Gehäuse für die Steuerung. Zudem wurden besondere Maßnahmen im Bereich des mechanischen Explosionsschutzes getroffen.
Der Geschäftsbereich Gas der Linde Group, Anbieter von Industriegasen, hat für verschiedene Produktionsstätten in Deutschland insgesamt zwölf Exemplare geordert. Die ersten wurden jetzt in Unterschleißheim ausgeliefert, wo sich das Wasserstoff-Kompetenzzentrum der Linde Group befindet.
Alle weiteren Geräte kommen in Kürze in diversen Acetylenwerken und Wasserstoff-Abfüllanlagen der Linde Group zum Einsatz. Fünf der zwölf Hubwagen erhalten zudem ein mobiles Wägesystem von Mettler-Toledo, das ebenfalls gemäß Ex-Zone 1 / Explosionsgruppe II C zertifiziert ist.
Bisher konnte die Linde Group auf den Weltmärkten keine Flurförderfahrzeuge beschaffen, die für den Einsatz in wasserstoff- oder acetylenhaltigen Atmosphären explizit geeignet waren. Die am Markt verfügbaren EX-Geräte mussten aufwendigen Zusatzprüfungen unterzogen werden, um sie für diesen Zweck nutzen zu können.
Der Grund ist: Wasserstoff und Acetylen fallen aufgrund ihrer Eigenschaften in die anspruchvollste Explosionsuntergruppe II C. Beide Gase gehören jedoch zum Produktions- und Lieferprogramm des Geschäftsbereichs Gas der Linde Group in Deutschland.
Beim Kundengespräch wurde klar, dass aufgrund der europäischen ATEX-Richtlinien zum Explosionsschutz eine umfangreiche Neukonstruktion erforderlich werden würde. Ralf Sichelschmidt, Vorstand der Sichelschmidt AG: „Wir hatten zwar mehrere Anfragen von Anwendern aus der Gase- und Chemieindustrie, aber für ein einzelnes Fahrzeug war der Entwicklungsaufwand einfach zu hoch. Bei zwölf Geräten hingegen ist dieser Aufwand wirtschaftlich darstellbar.“































