Vom Zug auf den Lkw: Containerumschlag in wenigen Minuten

Vom Zug auf den Lkw: Containerumschlag in wenigen Minuten

Kommen Container an ihrem Zielort an, sei es per Lkw oder Güterverkehr, müssen sie umgeschlagen werden. Üblicherweise geschieht dies mit einem Kran oder einem Reachstacker. Dafür wird aber auch ein Fahrer benötigt. Und der muss genau dann verfügbar sein, wenn der Lkw ankommt, damit die Umschlag-zeiten möglichst kurz sind und die Handlingskosten den Transport nicht unnötig verteuern. Eine andere Möglichkeit ist hier ein Verladekonzept der Innovatrain AG.

Zentrales Element dieses Konzepts ist die Schubkette der Grob GmbH Antriebstechnik aus Sinnsheim. Das Umschlagsystem besteht aus einer Hub- und einer Seitenverschub-Konstruktion, die modular auf das Lkw-Chassis montiert wird. Gegenstück am „Container Mover“ ist der Wagenadapter auf dem Bahnwaggon, der über die Standard Containerzapfen gesichert wird und somit die Konstruktion auf dem Lkw-Chassis mit dem Bahnwagen verbindet.

Der Lkw fährt an die Entladestation und wird mittels Sensoren am Bahnwagen positioniert, die Stützfüße werden ausgefahren und die Höhe eingestellt. Unter dem Container befinden sich zwei sog. Mover-Balken die mit Luftbälgen ausgestattet sind. Über die Fernbedienung wird der Container mit Druckluft aus den Zapfen des Lkws angehoben. Jetzt werden über zwei Hydraulikmotoren zwei Schubketten-Paare bewegt, die je einen rollenden Moverbalken seitlich in Richtung des Bahnwagens bewegen. Der Container steht auf den beiden Moverbalken und wird somit vom Lkw auf dem Bahnwagen verschoben (beim Entladen). Beim Beladen des Lkws geht es dann in die andere Richtung. Jetzt ziehen die vier Schubketten den Container auf den Lkw. Der gesamte, vom Fahrer ferngesteuerte Umschlag soll weniger als 5 min dauern.

Die Schubkette besteht aus speziell geformten, mechanischen Kettengliedern. Wenn die Schubkette in eine Richtung arbeitet, zieht sie wie eine ganz normale Kette. Wenn die Schubkette schiebt, also in die andere Richtung arbeitet, greifen die Kettenglieder formschlüssig ineinander über und bewirken, dass sich die Kette versteift – sie wirkt wie eine Stange.

„Die Kette kann außerdem aufgerollt werden, das spart enorm viel Bauraum – der Hauptvorteil der Schubkette“, sagt Geschäftsführer von Grob Eugen Reimche, „zudem schätzen Kunden die Möglichkeit, dass mit der Schubkette praktisch ‚unendlich‘ lange Hübe realisiert werden können. Damit können wir Lösungen realisieren, wo herkömmliche Hubgetriebe aufgrund der engen Platzverhältnisse ausscheiden oder wo Hydraulik oder Pneumatik nicht gewünscht sind.“