Stapeln um den Meistertitel

Stapeln um den Meistertitel

Ein spannender 14. Staplercup inklusive Weltrekordversuch

Drei Tage lang stand der Schlossplatz in Aschaffenburg wieder ganz im Zeichen des Staplersports und begeisterte Fans und Zuschauer. Darunter in diesem Jahr auch die Redaktion von Hebezeuge Fördermittel, die sich vor Ort von dem Können der Fahrer und Fahrerinnen überzeugen konnte und sich auch von der Begeisterung der Zuschauer mitreißen ließ.

1. Die Aufgaben in der Staplercup-Arena erforderten viel Augenmaß, Ruhe und Fingerspitzen-Gefühl. (Quelle: C. Kasper)
2. Feinfühliges Balancieren von Schaumstoff-Elementen war gefragt. (Quelle: C. Kasper)
3. Im Finale bauten die Fahrer einen etwa sieben Meter hohen Turm aus Schaumstoff-Elementen und Gummibällen.  (Quelle: C. Kasper)
4. Die Meister im Staplerfahren v.l.n.r.: Benjamin Danker (2.Platz), Sieger Thomas Kirsten, Jörg Klößinger (3. Platz)  (Quelle: Klaus Voit)
5. Und die Meisterinnen v.l.n.r.: Daniela Eilers (2. Platz), Siegerin Anna-Lena Wisser und Saskia Köhn (3. Platz) 
 (Quelle:  Klaus Voit)

Punkt 9:00 Uhr in Aschaffenburg am 22. September 2018: Auf dem Schlossplatz wurde in der Arena für den Staplercup zwar noch nicht um den Titel gerungen, aber fleißig aufgebaut und verkabelt. Ein paar Neugierige standen schon parat, doch richtig los gings um 10:00 Uhr. Dann starteten die Vorrunden I und II für die Deutsche Meisterschaft der Staplerfahrer und die Deutsche Meisterschaft der Staplerfahrerinnen. Mit von der Partie ist auch in diesem Jahr wieder die dreimalige Deutsche Meisterin im Staplerfahren, Stefanie Schulze. Allerdings gehört sie diesmal zum Schiedsrichterstab und passt in der Arena genau auf, dass alle Regeln befolgt werden und alles mit rechten Dingen zugeht. „Auch als Schiedsrichter mitten im Geschehen zu sein, macht sehr viel Spaß“, sagt sie am Ende der Vorrunden. Und das sieht man auch. Alle fiebern mit den teilnehmenden Staplerfahrern und -fahrerinnen mit – also natürlich auch die Schiedsrichter.

Es geht um Präzision, Schnelligkeit und Übersicht

2005 erstmalig als reine deutsche Meisterschaft ausgetragen, sind seither knapp 25.000 Anmeldungen bei dem Wettbewerb eingegangen, bei dem es um Präzision, Schnelligkeit und Übersicht auf und mit dem Gabelstapler geht. 2007 wurde die Veranstaltung um den internationalen Team-Wettbewerb „International Championship“ erweitert; seit 2008 wird auch eine Firmen-Team-Meisterschaft ausgetragen. Ab 2015 kämpfen auch 12 Staplerfahrerinnen in einem separaten Finale um die Auszeichnung als beste Frau am Steuer eines Gabelstaplers. Wichtigstes inhaltliches Anliegen des Veranstalters Linde Material Handling ist die Verbesserung der Sicherheit in Lagern und Logistikbetrieben: Die Fähigkeiten der Fahrer und ihre Aufmerksamkeit sollen geschult werden, um Arbeitsunfälle zu vermeiden.

Der diesjährige 14. Staplercup hatte seit Donnerstag, dem 20. September, rund 200 Staplerfahrerinnen und Staplerfahrer und viele Fans und Zuschauer nach Aschaffenburg gelockt. Sieger der Deutschen Meisterschaft im Staplerfahren wurde am 22. September Thomas Kirsten aus Dresden, bei der Deutschen Meisterschaft der Staplerfahrerinnen setzte sich Anna-Lena Wisser aus Herborn an die Spitze der zwölf im Finale angetretenen Damen.

Zum Beginn der Finale machte zwar der aufkommende Wind anfangs die genaue Positionierung der zu transportierenden Gummibälle etwas knifflig, aber schließlich standen sich Saskia Köhn aus Hagen, Daniela Eilers aus Wertheim und Anna-Lena Wisser aus Herborn im Finale gegenüber. Daniela Eilers wurde Zweite und Saskia Köhn, zum ersten Mal beim Staplercup-Finale in Aschaffenburg dabei, erreichte den dritten Platz.

Kopf-an-Kopf-Stapeln und ein Weltrekord

Ähnlich wie die Frauen mussten auch die drei im Finale angetretenen Fahrer mit ihren Staplern einen Turm aus Schaumstoff-Elementen und Gummibällen errichten, der jedoch noch einige Bauteile mehr umfasste und damit etwa sieben Meter hoch werden sollte. Nach einem Kopf-an-Kopf-Stapeln zwischen Jörg Klößinger und Benjamin Danker gewann jedoch am Ende der Dresdener Thomas Kirsten. Mit Ruhe und Augenmaß entschied er den Wettkampf für sich, auch wenn er selbst, wie er sagt, nie daran geglaubt hätte. Danker sicherte sich mit dem deutschen Vizemeister 2018 den zweiten Titel, Klößinger erreichte den dritten Platz.

Weiteres Highlight an diesem Abend war der Weltrekordversuch im Reifenwechsel an einem Gabelstapler. Acht Azubis von Linde und ein Staplerfahrer traten zum Weltrekordversuch an. Ihr Ziel war es, einen neuen Guinness-Weltrekord im Reifenwechsel an einem Gabelstapler aufzustellen. Für den Versuch standen acht Continental-Vollreifen „CS20+“, ein Wagenheber, vier Radheber und mehrere Schlagschrauber zur Verfügung. In Rekordzeit musste das Team damit den Linde-Stapler anheben, insgesamt 30 Radschrauben lösen und vier Continental-Reifen austauschen, bevor der Stapler schließlich abgelassen und wie vorgegeben zehn Meter gefahren wurde. Unter Beobachtung der anwesenden Guinness-Jury gelang dem Team eine Zeit von 01:08,6. Damit wurde ein neuer Weltrekord aufgestellt und ein Eintrag ins Guinness-Buch der Weltrekorde folgt.

Christina Kasper

Hebezeuge Fördermittel 12/2018 PDF-Download (1.54 MB) Autor: C. Kasper