Schnell und effizient versorgt

Die Bestände im Blick und wieder zuverlässig verfügbar

Schnell und effizient versorgt

Um die eigene Fertigung schnell und effizient mit den benötigten Rohmaterialien zu versorgen, setzt der Armaturenhersteller Hawle seit mehr als 20 Jahren auf ein Überfahrlager. Mit der Zeit waren jedoch immer mehr Komponenten wie Antriebe und Steuerungen nicht mehr auf dem aktuellen Stand: Stillstandszeiten häuften sich, die Ersatzteilbeschaffung wurde immer schwieriger.

Vom Zwei-Mann-Betrieb zum renommierten Unternehmen mit rund 270 Mitarbeitern: Die Hawle Armaturen GmbH im oberbayrischen Freilassing kann auf eine erfolgreiche Historie von mehr als 50 Jahren zurückblicken. Das Sortiment umfasst heute mehr als 5.000 Standardartikel, von Absperrarmaturen, Be- und Entlüftungsventilen über Hydranten und Spülarmaturen bis hin zu Fittings, Flanschen, Schellen und Werkzeugen. Die eigentliche Produktion und Montage befinden sich in Freilassing. Das Rohmaterial für die Fertigung, das zu einem Großteil aus Stahl- und Edelstahlrohren besteht, bewahrt Hawle in einem Überfahrlager vom Typ „Unitop“ auf. Um die vielen unterschiedlichen Aufträge schnell und flexibel bearbeiten und die Kunden zuverlässig und fristgerecht beliefern zu können, setzt das Unternehmen bereits seit 1995 auf das vollautomatische Lagersystem aus dem Hause Kasto Maschinenbau. Das Lager in Blockbauweise bietet 201 Kassettenplätze, von denen jeder eine Nutzlast von drei Tonnen besitzt. Es zeichnet sich vor allem durch sein Regalbediengerät (RBG) aus, das oben auf dem Lagerblock verfährt. Das benötigte Langgut wird durch das RBG automatisch zu einer von mehreren Entladeeinrichtungen transportiert. Dort können Mitarbeiter die Rohre entnehmen und den weiteren Bearbeitungsschritten zuführen.

Immer höherer Aufwand für Wartung und Instandhaltung

Bis heute ist der Armaturenhersteller mit dem Überfahrlager hochzufrieden. Allerdings machten sich nach mehr als 20 Jahren im Dienst auch gewisse Alterserscheinungen bemerkbar: „Mechanisch war das Lager zwar noch immer einwandfrei, Steuerungen und Antriebe waren jedoch irgendwann nicht mehr auf dem aktuellen Stand“, berichtet Martin Thomaszewski, Leiter Fertigung. „Dadurch kam es häufiger zu Ausfällen, die Verfügbarkeit des Systems ließ nach. Auch Ersatzteile waren nur noch schwer zu bekommen, das machte die Wartung und Instandhaltung zunehmend schwierig.“ Gemeinsam mit Kasto entschied man, das in die Jahre gekommene Lager nicht komplett zu ersetzen, sondern zu modernisieren. „In vielen Fällen ist das die deutlich wirtschaftlichere Alternative, weil die meisten Komponenten, wie etwa der Stahlbau, auch nach so langer Zeit noch tadellos in Schuss sind“, erläutert Alfred Schwörer, Projektleiter Retrofit bei Kasto. „Auch der Aufwand und damit die Stillstandszeit sind bei einer Modernisierung oft erheblich geringer – das heißt, der Kunde wird bei seiner täglichen Arbeit weniger gestört.“ Um die Produktion bei Hawle trotzdem nicht mehr zu beeinträchtigen als unbedingt nötig, erstellte Kasto im Vorfeld einen genauen Ablaufplan. Dieser bildete die Basis, um sämtliche Arbeitsschritte optimal zu koordinieren – denn der Umbau sollte in nur sechs Tagen über die Bühne gehen.

Antriebe und Steuerungen auf den neuesten Stand gebracht

Bis zu zehn Kasto-Mitarbeiter waren gleichzeitig vor Ort, um die verschiedenen Arbeiten auszuführen. Sie tauschten unter anderem die bestehenden Schaltschränke und Bedienpulte, die Energiezuführungsketten und Kabel zum RBG und der Lasttraverse sowie die Wägeelektronik, Messsysteme und Antriebsregler aus. Anstelle des bisherigen Gleichstrommotors bewegt nun ein moderner Drehstromantrieb das Hubwerk des Bediengeräts. Auch die Sicherheitstechnik wurde auf den neuesten Stand gebracht, um die Mitarbeiter so gut wie möglich vor Unfällen zu schützen.

Die veraltete S5-Steuerung ersetzten die Spezialisten durch die neue Kasto-Steuerung „Procontrol“. Dabei kümmerte sich Kasto auch um die Anbindung an das übergeordnete Rechnersystem bei Hawle über eine Host-Schnittstelle. Die aktuellen Lagerbestände konnten direkt aus dem alten System übernommen werden – das ermöglichte einen reibungslosen Übergang. „Uns war es natürlich wichtig, dass wir bei der Umstellung auf die neue Steuerung nicht den Überblick verlieren – schließlich ist jeder Lagerplatz und jedes Material kostbar“, beschreibt Martin Thomaszewski, Leiter Fertigung. „Doch dank der Unterstützung von KASTO konnten wir sofort wieder auf alle Bestandsdaten zugreifen.“ Nach den vereinbarten sechs Tagen war der Umbau abgeschlossen und das modernisierte Lager konnte in Betrieb gehen.

Schnell und effizient nach Retrofit

Dank des Retrofit arbeitet das Lager bei Hawle Armaturen nun wieder störungsfrei und zuverlässig. „Und sollte doch einmal ein Problem auftreten, sind die Techniker von Kasto jederzeit erreichbar“, betont Brunner. Viele kleinere Fehler lassen sich sogar unkompliziert per Fernwartung beheben – und falls nicht, ist ein Service-Fachmann schnell vor Ort. „Auch mit der Ersatzteilbeschaffung gibt es jetzt keine Schwierigkeiten mehr“, führt Harald Brunner weiter aus. „Mit der Modernisierung haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass unsere Produktion auch in Zukunft schnell und effizient mit den benötigten Materialien versorgt wird.“

Lagertechnik