Robuste Helfer von der grünen Insel

Robuste Helfer von der grünen Insel

Wie zwei Unternehmen aus verschiedenen Welten logistisch an einem Strang ziehen

Wenn es darum geht, schwere und unhandliche Lasten zu transportieren, kommen oft Vierwegestapler zum Einsatz. Das ist hierzulande genauso wie am – vermeintlich – anderen Ende der Welt. Seit nunmehr zehn Jahren benutzt Thai Metal diese Flurförderzeuge – und sukzessive werden es mehr.

1.  (Quelle: J. Kaulfuhs-Berger)
2. Die Gabelstapler von Combilift sind sowohl für den Innen- ... (Quelle: J. Kaulfuhs-Berger)
3. Die Fahrzeuge sind insbesondere für das platzsparende, sichere und produktive Handling von langen und sperrigen Lasten ausgelegt. (Quelle: J. Kaulfuhs-Berger)
4. Sichtlich stolz auf ihre Flotte: Malai Chaicharoentanakul (rechts) und Manop Archa von Thai Metal Company Limited (Quelle: J. Kaulfuhs-Berger)
5. Die Be- und Entladung von Lkw ist mit dem Mehrwegestapler von Combilift ein Kinderspiel. (Quelle: J. Kaulfuhs-Berger)
6. Thai Metal, mit seinem Hauptquartier südlich von Bangkok, und Combilft arbeiten seit nunmehr zehn Jahren intensiv und vertrauensvoll zusammen. (Quelle: J. Kaulfuhs-Berger)

Es gibt eine ganze Reihe von Firmen, die sich auf eine Art von Fabrikaten, individuelle Lösungen spezialisiert haben. Bei Thai Metal Aluminium Co. Ltd. ist das komplett anders. Das Unternehmen mit Sitz in Samutprakarn, eine halbe Autostunde südlich von Bangkok, hat ein wahres Potpourri an Produkten in seinem Programm. Hierzu zählen zum einen Dinge, die klassisch „rund um das Haus“ zum Einsatz kommen – wie zum Beispiel Tore, Fenstereinfassungen, Fassaden und Gitter. Zum anderen ist Thai Metal stark im Bereich Automotive, wo beispielsweise Gelenkrahmen und Stoßstangen zur Angebotspalette gehören. „Diese beiden Bereiche allein machen gut 60 Prozent unseres Umsatzes aus“, erzählt Malai Chaicharoentanakul, International Assistant Manager bei Thai Metal Co. Ltd. – die wir, um die Sache unkompliziert zu halten, im Laufe der Geschichte einfach weiter Malai nennen werden.

Sie ist es auch, die fürderhin aufzählt, was noch alles zum – zugegebenermaßen eindrucksvollen – Produktprogramm des seit Juli 1984 agierenden Unternehmens zählt, wie Werkzeugkoffer, Festplattenspindler, Halterungen, Motorengehäuse, Kühlkörper, Duschkabinen, Standardprofile, Aluminiumtüren, Carports, Fahnenmasten … kurz: so ziemlich alles, was man in irgendeiner Weise aus Metall herstellen kann. Etwa 80 Prozent der produzierten Waren sind für den einheimischen Markt bestimmt, die restlichen 20 Prozent teilen sich die in solchen Dingen „üblichen Verdächtigen“: also USA, Europa, Australien und Japan sowie weitere Länder auf dem asiatischen Kontinent.

Schwere, lange Lasten sicher transportieren

Nun ist es in Thailand genauso wie überall auf dieser Welt: Zur Produktion von Waren, gleich welcher Art, gehört ein innerbetrieblicher Materialfluss mit dazu – idealerweise ein effizienter. Da es bei Thai Metal in hohem Maße darum geht, schwere, lange, ja unhandliche Lasten zu transportieren, sei es nach Ansicht Malais wichtig gewesen, „die richtigen Stapler zu finden“. Die, die in der Lage sind, bis zu acht Meter lange Metallteile sicher zu transportieren.

Hinzu kam das Thema „Platz“. Da sich das Unternehmen nicht in einem klassischen Gewerbegebiet, sondern eher in einer urbanen Umgebung befindet, waren und sind die lagertechnischen Kapazitäten schon aus diesen Gründen begrenzt. „Es ging uns bei der Auswahl der Gabelstapler darum“, so Malai weiter, „Fahrzeuge zu finden, die genau auf unseren besonderen Einsatzfall ausgerichtet sind“.

Und so wurde man fündig fern ab des „Land des Lächelns“ auf einer grünen Insel im Nordwesten Europas – auch, so drückt es Malai aus, da es seinerzeit vor Ort niemanden gegeben habe, der eine ähnliche Lösung habe anbieten können. Dort, auf der grünen Insel, hatten die Mannen um Martin McVicar einige Jahre zuvor (1998) ein Unternehmen gegründet, das in Bezug auf seine Produktdiversifikation auf den ersten Blick so gar nicht zu Thai Metal zu passen schien: Combilift – mit seiner sehr spezifisch zugeschnittenen Produktrange.

Maßgeschneiderte Stapler nach Anforderungen des Kunden

Das irische Unternehmen hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Fahrzeuge direkt nach Kundenwunsch und dessen Bedürfnissen zu entwickeln. „Identische Combilifts gibt es kaum, jeder Stapler wird maßgeschneidert exakt nach Anforderung gebaut.“ Das sagt unter anderem Tim Courtney. Der Ire vertritt das Unternehmen aus seinem Heimatland in Südostasien und ist somit auch für die Beziehungen zu Thai Metal zuständig. Courtney fügt an: „Jeder Stapler wird nach individuellen Kundenspezifikationen gebaut, um die genau passende Lösung für die Kundenanforderungen zu finden“.

Doch beim zweiten Blick zeigt sich: Beide mittelständischen Unternehmen, obgleich in zwei Welten zu Hause, passen hervorragend zusammen. Und obwohl beide Unternehmen eher zu den jüngeren der Wirtschaftsgeschichte gehören, kann man das, was Combilift und Thai Metal verbindet, bereits als langjährige Partnerschaft bezeichnen. „Im Frühjahr 2020 werden es zehn Jahre sein, in denen wir mit Thai Metal nun gemeinsame Wege gehen“, sagt Tim Courtney im Vorgespräch zu der Reportage in Bangkok. In diesem geht es dann schnell auch um die sogenannte C-Serie.Hierbei handelt es sich exakt um die Fahrzeuge, die bei Thai Metal dafür sorgen, dass die logistischen Prozesse optimal auf einander abgestimmt laufen. „Die C-Serie“, sagt Courtney, „das sind gewissermaßen drei Maschinen in einer.“ Die Fahrzeuge, die es in fünfzehn verschiedenen Grundvarianten gibt (mit Tragfähigkeiten zwischen 2.500 und 25.000 Kilogramm), verfügen über Diesel- oder LGP-Motoren – in den Tragfähigkeitsklassen bis zu 4.500 Kilogramm zudem auch über Elektromotoren.

Einsatz und Qualität der Fahrzeuge haben überzeugt

Thai Metal hat derzeit 16 Vierwegestapler von Combilift im Einsatz. Das war nicht immer so. Malai, die bereits über 18 Jahre bei Thai Metal beschäftigt ist und das Unternehmen mit geprägt hat, erzählt: „Im Jahr 2009, als unsere Kooperation mit Combilift begann, haben wir – mehr oder weniger zum Test – mit zwei Staplern begonnen.“ Der Einsatz und die Qualität der Fahrzeuge schienen indes überzeugt zu haben. Denn in regelmäßigen Abständen wurden es mehr: vier in 2011, fünf in 2013, drei in 2016, zwei in 2017 … stets vom Typ C3000 bzw. C8000.

Beide Fahrzeugtypen scheinen auf den ersten Blick „kleiner“ und „großer Bruder“ zu sein (siehe auch Kasten auf dieser Seite). Der Fahrer sitzt in einer halboffenen, gummimontierten Kabine. Beim Design, so erläutert Tim Courtney, habe Sicherheit oberste Priorität gehabt. „Bei Combilift bedeutet das Sicherheit auf dem gesamten Werksgelände – sowohl für den Fahrer als auch für die Last!“ Letztere kann beim Transport beispielsweise auf der integrierten Plattform mit extra niedrigem Schwerpunkt abgelegt werden. „Ein riskantes Manövrieren mit angehobener Last entfällt, das Fahrzeug ist deutlich stabiler.“

Auch das Thema Sicht spielt, insbesondere wenn die Lasten groß und sperrig sind, eine nicht zu unterschätzende Rolle. So wurde (nicht nur) bei der C-Serie die Fahrerkabine seitlich zum Mast positioniert, was die Fahrersicht deutlich verbessert. „Unsere Fahrer haben mit diesen Staplern einen deutlich besseren Überblick“, so Malai weiter. „Sie blicken direkt auf Gabeln und Ladung, was bei uns die Schadensbilanz auf ein Minimum reduziert hat.“ Tim Courtney ergänzt: „Unsere Ingenieure berücksichtigen bei der Entwicklung unserer Stapler alles: Die Größe der Lagerhalle, die Gangbreiten, die Größe und Art der Ladung, die Bodenverhältnisse, das Klima und sogar die Größe des Fahrers.“

„C-Serie: Robust, sehr zuverlässig und strapazierfähig“

Auch Manop Archa ist begeistert von den robusten Helfern von der grünen Insel. Archa, bereits mehr als sechs Jahre bei Thai Metal, arbeitet hier als Maintenance Supervisor und ist damit für den Zustand, die Einsatzbereitschaft sowie die Wartung und, wenn nötig, die Reparatur der Fahrzeuge verantwortlich. Er lobt die C-Serie von Combilift als „robust, sehr zuverlässig und strapazierfähig“. Die Stapler böten eine „optimale Leistung und eine besonders hohe Langlebigkeit – egal, ob wir sie im Lager oder draußen bei gleißendem Sonnenschein oder starkem Regen einsetzen“.

Tim Courtney ergänzt. „Wir setzen auf hochwertige, standardisierte Komponenten, den Einsatz von empfindlichen elektronischen Bauteilen begrenzen wir auf ein Minimum.“ Diese Strategie führe schließlich dazu, dass sie in Sachen Wartung und Reparatur problemlos zu handhaben seien.

Stichwort Wartung und Reparatur, das Steckenpferd von Manop Archa: Sollte es doch einmal dazu kommen, dass ein Fahrzeug defekt ist, fährt Thai Metal die Strategie, die Reparatur in-house durchzuführen. Manop Archa: „Wir sind hier bei Thai Metal sowohl von den Kapazitäten als auch von der Ausbildung der Mitarbeiter her sehr gut dafür gerüstet.“ Sollten jedoch darüber hinaus Fragen auftauchen, stehe Combilift durch seinen Händler vor Ort selbstredend stets zur Verfügung.

Neues Lager, weitere Anschaffungen geplant

Hinsichtlich der Qualität der Fahrzeuge, so war während des Besuches permanent zu spüren, besteht bei Thai Metal, einem selbst Iso-zertifizierten Unternehmen, keinerlei Zweifel. Hinsichtlich der Quantität soll in Zukunft weiter aufgestockt werden. Thai Metal, das prosperierende Unternehmen südlich von Bangkok, hat angekündigt, in Bälde in zwei Kilometer Entfernung einen neuen Standort eröffnen zu wollen. Geplant ist ein neues großes Lager, in dem dann – so ist zu hören – auch wieder Combilift-Fahrzeuge zum Einsatz kommen sollen.Jan Kaulfuhs-Berger

Technische Logistik 02/2019 PDF-Download (1.79 MB) Autor: J. Kaulfuhs-Berger