Problemloses Containerhandling

Problemloses Containerhandling

Effizienz von Reachstacker-Einsätzen mit Spezialausrüstung gesteigert

Angesichts überlasteter Straßen und enger Slots bei der Be- und Entladung von Schiffen entwickelt sich das Packaging von Gütern unterschiedlichster Art und Größe zusehends zum Nadelöhr. Das bekommt auch die Nefab Packaging Germany GmbH zu spüren, die in Hamburg ein weitläufiges Verpackungszentrum für See- und Luftfracht betreibt.

1. Alles im Griff: Fahrzeugfunktionen über Joystick – und immer im Blick: die Solas-konforme Wiegeeinheit. (Quelle: Nefab)
2. Einfaches Handling von Vollcontainern mit einer Länge von 20, 30 und 40 Zoll.  (Quelle: Nefab)
3. Im Einsatz: das hydraulisch klappbare Überhöhengeschirr für mehr Effizienz. (Quelle: Nefab)
4. Auch der Spreader wird von CVS Ferrari selbst entwickelt, gebaut und als System­einheit geliefert. (Quelle: Nefab)

Luxusautos und große Maschinenteile im Container verstauen, Schwergut für den seemäßigen Transport verpacken oder Holzbegasung nach IPPC-Standard: Am Standort Hamburg-Wilhelmsburg bietet Nefab umfassende Leistungen rund um das Thema Packaging. Auf 55.000 Quadratmetern Freifläche und 12.500 Quadratmetern Lagerfläche werden Güter unterschiedlichster Art und Größe bewegt, Containerpackstation mit Zollager und Bahnanschluss inklusive. Der Betrieb ist als norddeutscher Standort der Nefab Packaging Germany GmbH Teil einer weltweit tätigen Firmengruppe mit insgesamt mehr als 2.600 Beschäftigten an nahezu 50 Standorten.

Flat-Rack-Bewegung leichtgemacht

Die für den Im- oder Export vorgesehenen Güter werden in Hamburg vor allem per Lkw angeliefert oder abgeholt. Für das Handling auf dem Gelände setzt Nefab eine Flotte aus Staplern mit Hubkapazitäten zwischen drei und 32 Tonnen ein, darunter zwei containerfähige Fahrzeuge mit Tragfähigkeiten von fünf und acht Tonnen, darüber hinaus umfasst der Fuhrpark auch zwei Reachstacker. Neben standardisierten Containern müssen die Fahrzeuge zwischendurch auch überdimensionale Lasten bewegen, die mit klassischen Spreadern nicht ohne Weiteres bewegt werden können. Sodann ist Handarbeit angesagt: „Das Containerhandling kann der Fahrer problemlos allein bewältigen“, sagt Hans-Hinrich Dunker, Betriebsleiter des Hamburger Nefab-Standortes. Transportverpackungen mit Abmessungen außerhalb der Norm müssen hingegen individuell über Ketten oder Gurte mit dem Spreader verbunden werden. „Ein Flat Rack mit einem Anschlussgeschirr auszustatten, geht nur mit einer zweiten Person und dauert jeweils gut 20 Minuten“, so Nefab-Betriebsleiter Dunker. Der Anteil solcher Einsätze ist vergleichsweise klein, die Kosten für das zusätzliche Personal und der Zeitaufwand fallen dafür umso größer aus. Zudem kann die Handhabung schwerer Metallketten oder vergleichbarer Hebevorrichtungen auch ein erhöhtes Unfallrisiko mit sich bringen.

Zeitvorteil plus bessere Fahrzeugauslastung

„Seit Nefab in Hamburg einen Reachstacker vom Typ ‚CVS Ferrari F500-RS3‘ einsetzt, hat sich die Situation indes deutlich verbessert“, freut sich Hans-Hinrich Dunker: „Das Handling von Flat Racks oder anderen überdimensionalen Spezialladungen nimmt jetzt im Schnitt nur noch acht Minuten in Anspruch und kann vom Fahrer selbst erledigt werden.“ Während der „zweite Mann“ nun anderweitig eingesetzt wird, können dem Fahrzeug dank der eingesparten Zeit zusätzliche Aufgaben zugewiesen werden – unter dem Strich ein klarer Kostenvorteil. Im Ein-Schicht-Betrieb liegt die Kapazität des bei Nefab eingesetzten F500-RS3 aktuell bei 250 bis 300 Bewegungen pro Tag – „deutlich mehr, als vorher möglich gewesen wäre“, so Dunker.

Die gesteigerte Effizienz verdankt Nefab vor allem einer Spezialkonstruktion von CVS Ferrari. Neben der standardmäßigen Spreader-Ausrüstung für 20- und 40-Fuß-Container verfügt das Anbaugerät des F500-RS3 zusätzlich über ein hydraulisch abklappbares Überhöhengeschirr, das den Einsatz von Ketten oder Seilen überflüssig macht. Auf dem Weg vom gerade abgestellten Container zum nun vorgesehenen Flat-Rack-Standort kann der Fahrer das Geschirr per Knopfdruck aktivieren und sodann im Handumdrehen eine sichere Verbindung mit dem Reachstacker herstellen – im Idealfall braucht er nicht einmal seine Kabine zu verlassen.

Reachstacker im Halleneinsatz

Die Spezialkonstruktion für den F500-RS3 war denn auch ein wichtiges Entscheidungskriterium, als sich Nefab jüngst auf die Suche nach einem neuen Reachstacker begab. „Unsere Fahrzeuge werden durchweg auf Leasing-Basis betrieben, das bindet kein Eigenkapital“, erklärt Hans-Hinrich Dunker. Nach maximal 6.000 Betriebsstunden oder drei bis dreieinhalb Jahren Dauereinsatz werden die Reachstacker als Gebrauchtfahrzeuge verwertet und durch neues Gerät ersetzt. Dank der Planbarkeit kann sich der Kunde mit ausreichend Vorlauf auf dem Markt umschauen und am Ende das individuell beste Angebot auswählen.

Die Spezialkonstruktion für das Handling von Flat Racks auf der einen Seite, lagen der Entscheidung für den „CVS Ferrari F500-RS3“ laut Nefab-Betriebsleiter Dunker aber auch andere Faktoren zugrunde. „Die Abgaswerte und Geräuschemissionen fallen gegenüber dem vorher eingesetzten Fahrzeug spürbar geringer aus, auch die Verbrauchswerte sind deutlich niedriger.“ Als klaren Pluspunkt betrachtet Dunker auch die integrierte Solas-Waage: „Alle notwendigen Daten werden Solas-konform erfasst und direkt an den Verlader weitergeleitet, das spart viel Zeit und reduziert gegenüber der manuellen Bearbeitung Übermittlungsfehler.“ Darüber hinaus ermöglicht die Bauweise des F500-RS3 auch Einsätze innerhalb der Nefab-Lagerhallen. Bislang mussten in der Halle bearbeitete Güter und Container erst von Staplern auf das Freigelände bewegt und dann zur weiteren Abwicklung an einen Reachstacker übergeben werden. Dank kompakter Abmessungen kann das Fahrzeug von CVS Ferrari nun direkt in die Halle gesteuert werden und bei einem vergleichsweise geringen Radstand von 6,5 Metern dort auch problemlos manövrieren. Nicht zuletzt hätten sich die Fahrer mit den markenspezifischen Eigenheiten des neuen Spreaders binnen kürzester Zeit vertraut machen können, sagt Hans-Hinrich Dunker: „Die veränderte Belegung der Joystick-Tasten war etwas gewöhnungsbedürftig, aber spätestens nach einem Tag kam jeder mit dem neuen Gerät bestens zurecht.“

Ein gutes nachbar-schaftliches Verhältnis

Über die positiven Erfahrungen freut sich nicht nur das Nefab-Personal, sondern auch das gleich neben dem Betriebsgelände angesiedelte Team von Bernd Petrat. Erst vor wenigen Monaten eröffnet, kümmert sich Petrat von hier aus um die norddeutsche Kundschaft von CVS Ferrari. In Deutschland werden CVS-Ferrari-Produkte exklusiv von der in Neuss ansässigen Reesink Schwerstapler GmbH vermarktet. Dort ist ebenfalls die Ersatzteillogistik ansässig, die aus einem 800 Quadratmeter großen Zentrallager notwendige Teile üblicherweise per Nachtsprung direkt auf das Fahrzeug des Technikers oder notfalls auch mal per Express versendet.

Das gute nachbarschaftliche Verhältnis auf der einen Seite, lobt Nefab-Betriebsleiter Hans-Hinrich Dunker vor allem die Produktphilosophie von CVS Ferrari. „Bei manchen Anbietern stammen die Fahrzeugkomponenten von vielen unterschiedlichen Zulieferern“, so Dunker. „Wenn dann unerwartet ein Zulieferer ausfällt, kann sich das schnell auf die Ersatzteilversorgung auswirken und die Vermarktung gebrauchter Fahrzeuge erschweren.“ CVS Ferrari hingegen entwickele „Produkte aus einer Hand“, mit langfristig abgesicherter Ersatzteilversorgung und der Option individuell konstruierter Sonderausstattungen – wie beispielsweise das Überhöhengeschirr für den Kunden Nefab. Nicht zuletzt ist Dunker mit Produkten der Marke CVS Ferrari schon lange vertraut: Stapler aus dem Werk im oberitalienischen Ort Roveleto di Cadeo sind im Nefab-Fuhrpark bereits seit Jahrzehnten im Einsatz, abgesehen von den routinemäßigen Wartungsarbeiten gab es bis heute keine außerplanmäßigen Stillstände.

Höchste Sicherheit, niedriger Verbrauch

Robust und per Joystick leicht bedienbar, verfügen die Reachstacker von CVS Ferrari auch über modernste Sicherheitstechnik. Bernd Petrat nennt als Beispiel die montierten Abstandssensoren (Anti-Kollisionssystem): „Unter beengten räumlichen Verhältnissen kann das Manövrieren manchmal ganz schön knifflig sein. Sobald sich eine mögliche Kollision mit der aufgenommenen Last und dem Fahrzeug abzeichnet, wird daher nicht nur Alarm ausgelöst, sondern automatisch auch die Hydraulik unterbrochen.“ Modernste Elektronik kommt auch den eingesetzten Aggregaten zugute. Die Drehzahl des Antriebsmotors wird dem jeweiligen Zustand der Hydraulik automatisch optimal angepasst, was den Verbrauch an Treibstoff reduziert und gleichzeitig den Motor schont.

Mit der Serie F500 bietet CVS Ferrari leistungsfähige Reachstacker, die vom Konzept her jeweils auf spezifische Nutzungen hin ausgelegt sind. So eignen sich die Modelle RS1, RS2 und RS3 bei unterschiedlicher Tragkraft vor allem für das einfache Handling von Vollcontainern, während die Varianten von RS4 bis RS8 insbesondere auf Intermodal-Einsätze mit Verladung auf das zweite Gleis oder Unterfluranwendungen ausgelegt sind. Mit dem Modell F500-RSE steht darüber hinaus auch ein Reachstacker für Leercontainer zur Verfügung. Eine übersichtliche Fahrerkabine, die komfortable Bedienung per Joystick und ein optionales Remote-Monitoring-System zur Steuerung des Fuhrparks sind weitere Merkmale der Reachstacker-Serie F500 von CVS Ferrari.

(ck)

Technische Logistik 12/2019 PDF-Download (1.55 MB)