Problemlöser WMS

Problemlöser WMS

Effizienzsteigerung durch ganzheitliche Prozessbetrachtung

Ganzheitliche Prozessbetrachtung mit vorausschauend dynamischer Planung und Echtzeitsteuerung von Lkw-Verkehren auf dem Gelände sowie zeitgenauer Versandbereitstellung im Lager erschließen deutliche Optimierungspotenziale. Moderne Warehouse-Management-Systeme bieten dafür intelligente Lösungen. Die damit einhergehende Digitalisierung und Automatisierung koordinierter Prozesse eröffnet weitere Optimierungen gemäß einer Logistik 4.0.

1. Im Umfeld eines Lagers oder Logistikzentrums, insbesondere in den Be- und Entladebereichen der Lkw, laufen komplexe Geschäftsprozesse ab, die sich immer schwieriger manuell bewältigen lassen. (Quelle: PSI)
2. „PSIwms“ bietet über die interne Disposition, das Auftragsmanagement und die Transportsteuerung die Option für einen automatisch rückgerechneten, zeitigen Anstoß der Kommissionier- und Bereitstellungsprozesse. (Quelle: PSI)
3. Die Daten eintreffender Lkw oder aktualisierte Zeiten werden über eine Online-Schnittstelle an das „PSIwms“ übermittelt oder über einen Webzugang beziehungsweise direkt im Dialog des „PSIwms“ erfasst. (Quelle: PSI)
4. Zur Visualisierung lassen sich große Displays anbinden, die im Außenbereich die Fahrer informieren und die Verkehre entsprechend steuern. (Quelle: Nosta Group)

Die im Februar 2018 vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) veröffentlichte „Marktbeobachtung Güterverkehr“ unterstreicht, dass die Prozesse an der Laderampe und auf dem Hof der Betriebsgelände häufig der Flaschenhals in der Supply Chain sind. Zwar nehmen Kraftfahrer und Rampenbetreiber das Wartezeit-Problem exakt gegensätzlich wahr – aber sie eint die Einschätzung, dass Avisierungs- und Lkw-Abrufsysteme Potenziale für Prozessoptimierung bieten. 60,8 Prozent der befragten Fahrer und 59,5 Prozent der Rampenbetreiber gaben an, dass Informationen über die voraussichtliche Ankunftszeit von Fahrzeugen oder verlässliche Prognosen über die Wartezeit (71,2 Prozent/62,2 Prozent) nie oder in seltenen Fällen ausgetauscht werden.

Das Ergebnis überrascht. Denn die Verlader, Produzenten, Handelsunternehmen und Logistikdienstleister provozieren damit schwerwiegende Störungen im Fluss der Logistik, die sich im operativen Betrieb zeigen. Im Umfeld eines Lagers oder Logistikzentrums, insbesondere in den Be- und Entladebereichen der Lkw, laufen komplexe Geschäftsprozesse ab, die sich immer schwieriger manuell bewältigen lassen. Die Ursachen liegen darin, dass die Umsetzung der Logistik durch Spezialisierung und kurze Vertragslaufzeiten dynamischer auf Lieferanten verteilt wird. Zudem haben sich die Kunden an immer kürzere Lieferzeiten gewöhnt und erwarten weitere Verbesserungen. Durch den Verzicht auf Software-Unterstützung vergeben die Akteure somit Chancen auf eine hohe Prozessüberwachung und -automatisierung, die mögliche Auswirkungen in der Logistikkette früh erkennt, umgehend Gegenmaßnahmen ableitet und sie anschließend vorschlägt oder einleitet.

Das Ergebnis der BAG-Untersuchung und das erhebliche Modernisierungspotenzial überraschen umso mehr, als dass entsprechende Software wie Zeitfenstersteuerung, Dock-/Yard-Management-Systeme oder Staplerleitsysteme (SLS) verfügbar und in die vorhandene IT-Landschaft integrierbar sind.

Funktionen nach VDI 3601

Die VDI-Richtlinie 3601 etwa unterteilt die Leistungsbereiche von Warehouse-Management-Systemen in Kern- und Zusatzfunktionen. WMS-Standardfunktionen zielen danach auf die Lagerverwaltung, auf Methoden und Mittel zur Kontrolle der Systemzustände sowie eine Auswahl an Betriebs- und Optimierungsstrategien. Die Zusatzfunktionen zielen auf Querschnittsfunktionen, wie Mehrmandantenfähigkeit und Multisite-Fähigkeit, oder auch Funktionen, die das übliche Alltagsgeschäft in größeren Lagern wie Umschlag- oder Distributionslager organisieren und erleichtern. Dazu zählen beispielsweise SLS zur wegeoptimierten Steuerung innerbetrieblicher Transporte sowie Funktionen zur Ressourcenplanung, für effizientes Dock- und Yard-Management und Instrumente der Zeitfenstersteuerung.

Folgende Aspekte geben einen Einblick in die Dimension der Optimierungspotenziale:

  • Verschieben von Zeitfenstern inklusive Adaption der Prioritäten im Lager und Benachrichtigung des Spediteurs via Schnittstelle

  • Erfassung der eintreffenden Lkw

  • Zuweisung an die Parkpositionen oder Ladetore

  • visuelle Anzeige der avisierten sowie der im Hof oder am Tor befindlichen Transportmittel

  • Dockmanagement mit Verplanung der Tore und Rampen

  • Routing von Packstücken im Lager an die zugeordneten Tore

  • Visualisierung der zur Verladung anstehenden Aufträge oder Touren

  • Koordination des Be- und Entladeprozesses

  • Erfassung und Überwachung von Wartezeiten, Prozesszeiten und Termintreue.

PSI Logistics hat den Aufgabenbereich für effizientes Yard-Management im Warehouse-Managemen-System „PSIwms“ in einem eigenen Modul gebündelt. Es lässt sich direkt an Warenwirtschafts- (WWS) oder Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) anbinden und ist komfortabel nachrüstbar.

Hohe Flexibilität

Mit der modularen Konzeption hat die PSI Logistics die systemübergreifende Integration ihrer Standardsysteme bereits in der Systemarchitektur berücksichtigt und in einer auf Standards basierenden Entwicklungsumgebung frühzeitig umgesetzt. Basis dafür bietet das im gesamten PSI-Konzern ausgerollte „PSI Java Framework“ (PJF). Dieses ist sowohl auf die Entwicklung hoch integrierter Softwareprodukte und eigenständiger, flexibel einsetzbarer Module ausgelegt wie auch auf maximal kundenspezifische Anpassungen der bereits mehrfach ausgezeichneten Standardprodukte. Das „PSI Java Framework“ verschafft dem PSI-Konzern eine gemeinsame technologische Plattform, mit der sich nicht nur Module, sondern auch Funktionen und innovative Neuentwicklungen nach Bedarf verknüpfen lassen. Die Kunden profitieren von einer unvergleichbaren funktionalen und technologischen Flexibilität.

Damit reicht das funktionale Spektrum beim „PSIwms“ weit über die in der VDI-Richtlinie definierten Kern- und Zusatzfunktionen herkömmlicher Systeme hinaus. Lagerstruktur, Stammdaten-, Bestands- und Transportverwaltung gehören zu den Kernfunktionen des „PSIwms“. Darüber hinaus deckt es die in der Richtlinie definierten Zusatzfunktionen, wie etwa das Dock-/Yard-Management ab, die Anwender auch unabhängig vom „PSIwms“ mit dem Yard-Management-Modul nutzen und komfortabel in ihre vorhandene IT-Infrastruktur einbinden können.

Hintergrund: Bei Entwicklungen von Softwaresystemen verfestigt sich mit Blick auf die Marktanforderungen gegenwärtig ein Trend, bei dem einerseits die Grenzen zwischen den logistischen IT-Systemen der horizontalen Ebene, etwa WMS und Transport-Management-System (TMS), und andererseits die zu den Systemen der vertikalen Struktur, zu den übergeordneten WWS- und ERP-Systemen sowie den nachgeordneten Subsystemen von Materialflusssteuerung, Picksystemen und operativen Applikationen zunehmend verschwimmen. Die horizontale Integration spielt sich dabei vor allem im Bereich der Zusatzfunktionen ab. So bietet der Funktionsumfang des Moduls Yard Management im „PSIwms“ eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten, um die Prozesse an der Rampe zu optimieren und Wartezeiten zu minimieren oder gar auszuräumen. Es organisiert, verwaltet und steuert alle auf dem Gelände befindlichen Lkw inklusive Datenerfassung sowie Aufgabenzuteilung und -verwaltung. Dabei lassen sich Restriktionen festlegen, damit jeder Lkw an einer passenden Rampe abgefertigt wird.

Geordnete Prozesse

Zur Visualisierung lassen sich große Displays anbinden, die im Außenbereich die Fahrer informieren und die Verkehre entsprechend steuern. Im Innenbereich werden die anstehenden Aufträge dargestellt und die termingerechten Bereitstellungen an die richtigen Tore gelenkt. Disponenten planen und vergeben die Versandplätze unter Berücksichtigung der aktuell prognostizierten Abfahrzeiten. Die Fahrer werden elektronisch mit den Ladetorinformationen versorgt und über gegebenenfalls erforderliche Wartezeiten verständigt.

Die Daten eintreffender Lkw oder aktualisierte Zeiten werden über eine Online-Schnittstelle an das „PSIwms“ übermittelt oder über einen Webzugang beziehungsweise direkt im Dialog des „PSIwms“ erfasst. Jedem Lkw werden die anstehenden Aufgaben zugeordnet. Für regelmäßig wiederkehrende Verkehre und Aufgaben – etwa die tägliche Cut-off-Zeiten für KEP-Verladungen oder die wöchentliche Abholung für interkontinentale Transporte – lassen sich Rahmenverkehre definieren, die lediglich um variable Daten wie etwa Lkw-Kennzeichen ergänzt werden. Die erforderlichen Definitionen sind im System hinterlegt. Die Zuordnung eines konkreten Ladetores durch einen Disponenten erfolgt mit dem Yard Management im „PSIwms“ dann vollautomatische oder wahlweise über einen Drag-&-Drop-Dialog.

Solange einem Lkw kein Ladetor zugeordnet oder dieses noch durch einen anderen Lkw belegt ist, wird er auf eine Parkposition verwiesen. Ein Hinweis erfolgt bereits bei der ersten Erfassung der Lkw-Daten. Mit diesen Informationen prüft das System, ob ein Ladetor frei ist. Andernfalls vergibt das Yard Management eine Parkposition im Parkbereich des Logistikzentrums. Befindet sich der Lkw auf einer Parkposition und das Ladetor ist in der Zwischenzeit frei geworden, wird der Fahrer informiert, dass er zu dem zugewiesenen Ladetor fahren soll. Diese Information wird je nach Anlagenausstattung auf Großflächenanzeigen im Außenbereich angezeigt oder der Fahrer erhält eine elektronische Nachricht. Der Fahrer fährt zum angegebenen Tor und führt die zugewiesene Aufgabe aus. Abschließend wird der Vorgang quittiert und das Ladetor ist wieder freigegeben.

Resultat: Minimaler Koordinationsaufwand für die Vorgänge im Außenbereich des Lagers, geordnete Verkehre bei Anlieferungen und Abholungen, effiziente Intralogistik-Prozesse bei der Verladung, reduzierte Wartezeiten für die Lkw-Fahrer – und damit die Möglichkeit, verbesserte Konditionen bei den Transportdienstleistern zu erhalten.

Automatisch rückgerechnete Kommissionier- und Bereitstellungsprozesse

Neben den nach der Richtlinie VDI 3601 vorgesehenen Zusatzfunktionen beinhaltet das „PSIwms“ weitere unterstützende Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Lokalisierung von Fahrzeugen, Transporteinheiten und Auftragszielen im Lager oder auf dem Hof. Damit lassen sich Transporte automatisch und ohne weiteren Scanvorgang quittieren, sobald die Transporteinheit oder Stapler ihre Zielplätze erreicht haben.

Über die internen Prozesse hinaus reicht die integrierte, elektronische Zeitfenstersteuerung des „PSIwms“ nebst Slot-Management mit Torbelegung. Lieferanten und Abholer können sich über Dialoge im Browser oder per Webservice-Schnittstelle in die Zeitfenstersteuerung eintragen und Zeitfenster für ihre Ankunft und die Ladeprozesse reservieren. Das entzerrt nicht nur die Anlieferungsverkehre, sondern reduziert auch die Administration, da die Lieferanten selbst die freien Zeitfenster im Blick haben. Mit der Integration in die koordinierte Prozesssteuerung durch das „PSIwms“ lassen sich zudem alle intralogistischen Prozessfolgen der Auftragsfertigung und Bereitstellung damit verknüpfen.

Denn anders als herkömmliche Stand-Alone-Systeme für die Zeitfenstersteuerung bietet das „PSIwms“ über die interne Disposition, das Auftragsmanagement und die Transportsteuerung die Option für einen automatisch rückgerechneten, zeitigen Anstoß der Kommissionier- und Bereitstellungsprozesse. Verbunden mit der Zeitfenstersteuerung sorgen dann Verschiebungen von Ankunftszeiten oder Tor-Belegungen für eine direkte Neuberechnung von Versandzeiten und den abgeleiteten Prioritäten – mit entsprechender Auswirkung auf die Lagerprozesse der Auftragskommissionierung und -bereitstellung.

Weiteres Plus: Es lassen sich die Parameter für die Spediteure, Ladepersonal oder Ladehilfen verwalten. Darüber hinaus generiert die Zeitfenstersteuerung aus dem gewonnenen, belastbaren Datenmaterial aussagekräftige Statistiken: Haben Spediteure die zugewiesenen Zeitfenster an der Laderampe eingehalten? Wie lange dauern die Ladevorgänge? Außerdem können vertraglich definierte Bonus-/Malus-Regelungen sowohl für den Verlader als auch für den Lagerbetreiber überwacht und über die Daten ausgewertet werden.

Automatisierung, Optimierung und Digitalisierung der Prozesse

Die genannten Beispiele zeigen mögliche Effizienzsteigerungen aus der ganzheitlichen Betrachtung, Koordination und Optimierung der Prozesse im und vor dem Lager. Moderne Warehouse-Management-Systeme wie das „PSIwms“ bilden das erforderliche Leistungsspektrum in ihrem Standard ab. Trotzdem lassen sie sich auch exakt auf den Bedarf zuschneiden. Damit bieten sie ein probates Instrumentarium, um Informationsfluss und Prozessqualität an der Rampe zu steigern, die Ressourcenauslastung zu optimieren und die Wartezeiten bei den Abfertigungsprozessen deutlich zu reduzieren.

Mit ihren Funktionen erschließen sie den Einstieg in die Digitalisierung und Automatisierung sowie die kontinuierliche Optimierung. Denn neben der Koordination und Steuerung von physischen Warenströmen wird das Management von digitalen Datenflüssen und deren Auswertung immer bedeutsamer. Mit den Lieferanten werden Informationen in Echtzeit ausgetauscht, um eine höhere Prozesstransparenz zu erreichen. Empfänger erhalten die Zustellinformationen elektronisch und planen ihre Ressourcen für eine schnelle Abwicklung ein. Die mit der Datenerhebung über die unterschiedlichen Prozessschritte des „PSIwms“ einhergehende Transparenz erschließt nicht nur Effizienz-, Optimierungs- und Sparpotenziale bei den intralogistischen Prozessen. Die Datenverfügbarkeit, ihre Vernetzung und weiterführende Nutzung zur Optimierung der internen Prozesse als auch die Bereitstellung in der gesamten Supply Chain bilden die Basis für Logistik 4.0 und eine zukunftsgerichtete Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Diese Optionen sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

PDF-Download (1.55 MB) Autor: S. Tepuric