Printus startet Erweiterungsoffensive im Logistikzentrum Offenburg

Das Offenburger Unternehmen Printus zählt zu den größten Online-Händlern Europas und hat seine Marktposition durch die Übernahme der Büroversandhandelssparte der Otto Group („OTTO Office“) nachhaltig gefestigt. Zeit, die Logistik an die neuen Herausforderungen anzupassen. Unterstützt von den Hamburger Logistikexperten von Fortna Pierau erweitert Printus die Lager- und Versandkapazitäten – stufenweise und im laufenden Betrieb.

Ursprünglich rein auf Büroartikel spezialisiert, umfasst das Sortiment von Printus inzwischen auch Media- und Kommunikationsartikel sowie Unterhaltungselektronik. Mehr als 1.600 Mitarbeiter setzen sich heute täglich dafür ein, dass über 3 Mio. Kunden ihre Bestellungen über 18 verschiedene Online-Shops sowie zahlreiche Kataloge innerhalb von 24 Stunden erhalten.

Im Zuge der anhaltend positiven Unternehmensentwicklung wird Printus seit mehr als 30 Jahren von Fortna Pierau unterstützt und hat kontinuierlich notwendige Investitionen getätigt – das bisherige Highlight geht zurück ins Jahr 2005: Damals war am Stammsitz Offenburg ein neues Versand- und Verwaltungszentrum mit innovativer Logistiktechnologie gebaut worden.

Retrofit, Erweiterung, Neubau – neue Logistik für veränderte Sendungsstrukturen

„Nach der erfolgreichen Eingliederung eines neuen Geschäftsbereichs haben wir unsere hauptsächlich auf den B2B-Sektor ausgerichteten Aktivitäten um das Endkundengeschäft erweitert“, erklärt Dietmar Mahler, Bereichsleiter Logistik bei Printus. „Dadurch verändert sich die Sendungsstruktur, denn Privatkunden tätigen in der Regel kleinteiligere Bestellungen in geringeren Mengen. Weil wir darüber hinaus in diesem Bereich starkes Wachstum verzeichnen, bestand Handlungsbedarf. Wir mussten unsere Kapazitäten erhöhen, um auch bei steigenden Liefermengen leistungsfähig zu bleiben und unser 24-Stunden-Lieferversprechen einhalten zu können.“ Das aktuelle Logistikprojekt vertrauten die Offenburger erneut dem Expertenteam von Fortna Pierau an: Die Projektleiter Andreas Spitzki und Jan-Hendrik Plumhoff entwickelten ein Stufenkonzept, das mit Rücksicht auf den laufenden Betrieb sukzessive umgesetzt wurde.

Die erste Realisierungsstufe betrifft den Kartonstart: Maschinell aufgerichtete Leerkartons werden auf ihrem Weg zur Kommissionierung zu einer neuen Etikettendruckstation befördert. Gegenüber dem bisherigen Inkjetsystem gewährleistet diese eine konstante Druckqualität. Das erhöht die Lesequote der Scanner wesentlich.

Eine weitere Ausbaustufe zur Kapazitätserhöhung umfasst die Erweiterung des bestehenden AKL um ein zusätzliches Shuttlelager mit zwei Gassen. „Das Shuttlesystem ist auf eine maximale Kapazität von 35.000 Behältern und eine Leistung von 400 Doppelspielen pro Stunde je Gasse ausgerichtet“, so Andreas Spitzki. „In der AKL-Vorzone entzerrt ein Loop die Ein- und Auslagerungsprozesse und reduziert Wartezeiten.“ Eine zusätzliche Behälterbefüllstation ergänzt außerdem die Bestandslogistik und sorgt künftig dafür, dass Artikel aus angelieferten Kartons mit den AKL-Behältern verheiratet werden; sie werden umgefüllt und fahren anschließend zur Einlagerung ins AKL oder Shuttlelager. An jedem Arbeitsplatz sorgt flexible Höhenverstellbarkeit dafür, dass die Mitarbeiter die Behälter in der ergonomisch optimalen Höhe zur weiteren Bearbeitung erhalten.

Im Bereich der Kommissionierung hat sich die bereits 2005 mit Fortna Pierau entwickelte und integrierte Technik bewährt: „Die artikelreinen zur Kommissionierung benötigten Behälter werden aus dem AKL ausgelagert und in die Picktower transportiert“, erklärt Jan-Hendrik Plumhoff. „Mit Lastaufnahmemitteln ausgestattete Hubbalken holen die Behälter aus der jeweiligen Höhe. Die Mitarbeiter entnehmen mithilfe von Pick-by-Light-Technik die Bedarfsartikel zur weiteren Befüllung der teilkommissionierten Kartons.“

Während in einigen Bereichen der Fördertechnik bestehende Komponenten gezielt modernisiert wurden, ist im Erdgeschoss der Verpackungsbereich grundlegend erneuert worden. Ein neuer Schuhsorter erreicht im Warenausgang die Spitzenleistung von 5.000 Sendungen pro Stunde. Darüber hinaus kommt mit neuen Kartondecklern mit automatischer Volumenreduzierung Technik der neuesten Generation zum Einsatz: Der höchste Artikel im Karton wird ausgemessen, danach werden die Ecken entsprechend eingeschnitten, die Laschen gefaltet und automatisch gedeckelt. Anschließend werden die Sendungen mithilfe neu eingeführter Versandetikettierer gekennzeichnet, und die versandfertigen Sendungen gehen auf die Endstellen zur Routenverteilung.

Verdoppelung der Lagerkapazität

„Mit der Umsetzung der nächsten Stufe des Maßnahmenpakets erzielen wir eine Verdoppelung unserer Lagerkapazitäten im automatischen Paletten-Hochregallager. Die vorhandenen fünf Gassen werden um weitere sechs Gassen erweitert – wir können so auf über 20.000 Palettenplätze aufstocken“, sagt Dietmar Mahler. „In diesem Zuge wurde auch ein Erweiterungsbau für eine zusätzliche Kanalballenpresse zur Altpapierentsorgung errichtet. Außerdem befinden sich dort neuerdings die Staplerladestationen.“ Ihr Umzug war nötig, um Platz für die Palettenfördertechnik des neu errichteten HRLs zu schaffen. „Zusammenfassend ist die Komplexität des aktuellen Projekts hervorzuheben – die größte Aufgabe, die wir rückblickend sehr erfolgreich erfüllt haben, bestand darin, die Retrofit-Maßnahmen im laufenden Betrieb umzusetzen“, erklärt Dietmar Mahler. „Insgesamt erreichen wir durch die mit Fortna  Pierau gemeinsam erarbeiteten und umgesetzten Maßnahmen einen Durchsatz von über 3.000 Sendungen pro Stunde und erzielen damit die maximal mögliche Effizienz im Bestandsgebäude.“


 

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