Intelligent und selbstoptimierend

Intelligent und selbstoptimierend

Das Kleinteilelagersystem der Industrie und Logistik 4.0

Industrie und Logistik 4.0 eröffnen neue Möglichkeiten, vorhandene Prozesse durch Vernetzung zu analysieren, zu verknüpfen und auszubauen. Wie verbindet man diese neu entstandenen Möglichkeiten optimal mit den vorhandenen logistischenund räumlichen Gegebenheiten?

1. Das System im Überblick (Querschnittsdarstellung) (Quelle: AM-Automation)
2. Der würfelförmige Aufbau ermöglicht die maximierte Lagerhaltung auf minimalstem Raum. (Quelle: AM-Automation)
3. Große oder kleine Behälter werden übereinander gestapelt und bilden eine Zelle (Quelle: AM-Automation)

Das automatisierte Kleinteilelagersystem „Auto-store“ aus Norwegen verknüpft die Schuttle-Komponente mit der Kleinteilelagerhaltung. Getrieben von der Frage „Why store things like dominos when we could store them like a Rubik‘s Cube?“ wurde das System entwickelt und realisiert die maximale Lagerhaltung auf minimalstem Raum, kommuniziert eigenständig und agiert intelligent. Bestehend aus wenigen Komponenten, kann es flexibel an gestiegene Anforderungen angepasst werden – selbst im laufenden Betrieb. Die AM-Automation GmbH hat damit ein automatisches Lagersystem im Programm, das die logistischen Abläufe in vielen Branchen – von der Automobilindustrie bis zum Tiefkühllager – optimieren kann. Dabei bietet AM-Automation alles aus einer Hand. Egal, ob Konzeption, Realisierung oder Betreuung nach Errichtung neuer Anlagen oder nach erfolgter Sanierung.

Effiziente Nutzung des komplett verfügbaren Raums

Konventionelle Lagersysteme benötigen Platz für Geh- und Fahrwege. Durch den Aufbau des Grids (1) – (siehe Querschnittdarstellung oben) wird dieser Platz eingespart und somit der komplett verfügbare Raum genutzt. Modular, leicht und flexibel ist die Installation über mehrere Stockwerke problemlos möglich. Die Roboter (2) befahren die Oberseite des Grids und sind in der Lage, Lasten von bis zu 35 Kilogramm zu befördern. Mittels wiederaufladbarer Batterien ist ein 24/7-Betrieb möglich. Sie laden sich selbstständig zur richtigen Zeit wieder auf und geben jedes Mal, wenn ein Behälter bewegt wird, Ladung an die Batterie zurück. Durch die integrierte Rückspeisung wird keine Energie vergeudet und Stromkosten werden dauerhaft gesenkt. Das Ergebnis ist nicht nur ein optimaler Wirkungsgrad, sondern auch eine sehr niedrige CO2-Bilanz. Die Behälter (3) werden von den Robotern ein- und ausgelagert. 16 große oder 24 kleine Behälter bilden eine Zelle im Grid und können mit einer Maximallast von 30 Kilogramm bestückt werden. Das Material besteht aus Polyethylen (HDPE) oder Polypropylen (PP-ESD) und ist zu 100 Prozent recyclebar. Um die Lagerleistung zu maximieren, kann jeder Behälter in bis zu 32 Bereiche unterteilt werden. An den Arbeitsplätzen (4) erfolgt die Kommissionierung und Anbindung an die vorhandene Intralogistik. Manuell oder automatisiert per Pick-Roboter können die Artikel bequem ein- und ausgelagert werden. Der Controller (5) bildet die Verbindung zwischen „Autostore“ und der Lagerverwaltungssoftware. Mittels integrierter Schnittstelle kann jedes WMS über XML mit „Autostore“ kommunizieren. Dies ermöglicht eine vollständige Kontrolle der Betriebslogistik und exakte Analysemöglichkeiten. Kombiniert mit Anwenderschulungen wird der reibungslose Umgang mit dem System abgerundet. Der modulare Aufbau macht „Autostore“ flexibel in Höhe, Breite und Länge. Das ermöglicht eine Anpassung an unterschiedlichste Einbausituationen und eine bislang nicht erreichte Skalierbarkeit. Wachsen die Anforderungen an die Logistik, kann das System während des laufenden Betriebs erweitert werden. Um die Durchsatzleistung zu erhöhen, können weitere Roboter hinzugefügt werden. Um die Kommissionierleistung zu steigern, werden weitere Arbeitsplätze integriert. Auf Marktveränderungen kann damit schnell und einfach reagiert werden. Das System erkennt zudem die meistgebrauchten Behälter und ordnet sie automatisch oben im Grid an. Dadurch entsteht eine natürliche ABC-Struktur. Bei steigender Produktvielfalt und einem durch Direktversand zunehmenden Anteil der Kleinmengen findet das System durch seine Flexibilität in nahezu allen Bereichen Anwendung. Ob Textilien-, Ersatzteile- oder Lebensmittellager mit Kühlkreislauf: Die Liste der Unternehmen, die heute schon auf „Autostore“ setzen, ist lang, da es sich, individuell gestalten und anpassen lässt. (ck)

Technische Logistik 09/2018 PDF-Download (1.6 MB)