Kernbereich Milchindustrie

Automatisierung und Vernetzung sorgen für effizientere Intralogistik

Die konstant hohe Nachfrage nach Milch hat zur Folge, dass traditionelle manuelle Produktionsprozesse in der Milchindustrie inzwischen selten sind. Steigende Hygiene-, Qualitäts- und Geschwindigkeitsanforderungen sowie der digitale Wandel haben die Automatisierung in Produktion, Lagerung und Distribution zusätzlich forciert. Mit Blick auf die stetig steigende Nachfrage hat Dematic die Automatisierung in der Milchindustrie schon vor geraumer Zeit als einen ihrer Kernbereiche definiert.

Fast 33 Milliarden Liter Milch wurden dem Milch Industrie Verband (MIV) zufolge 2018 in Deutschland verarbeitet. Ein Großteil, nämlich 44 Prozent der gesamten Rohmilch, floss dabei in die Produktion von Käse. „In der Käseautomatisierung gehören wir zu den Vorreitern und haben uns in den vergangenen Jahrzehnten eine ausgewiesen hohe fachliche Kompetenz aufgebaut“, sagt Jessica Heinz, Leitung Marketing und Business Development Dematic Central Europe. Der wertvolle Rohstoff durchläuft dabei vom Landwirt bis zur Auslieferung zahlreiche Prozessschritte. Doch welche Rolle übernimmt die moderne Intralogistik?

Vernetzte Käseproduktion mit FTS

Käse ist nicht gleich Käse. Jede Sorte hat ihre eigene Rezeptur. Damit einher gehen verschiedene Bearbeitungsschritte als auch Aufenthalte in Reifelagern. Um die jeweiligen Abläufe en détail einzuhalten, setzt Dematic im Lager auf Fahrerlose Transportsysteme (FTS). Eine integrierte und eigenentwickelte Software managt diese über einen stationären Leitrechner. Via Funk steuert die Software die FTS, welche die in speziellen Regalen, den sogenannten Horden, gestapelten Laibe entlang der Reifeschrittkette dann völlig eigenständig transportieren. Neue Rezepturen lassen sich bei Bedarf problemlos umsetzen. Auch die Lagerplatzverwaltung in den Reiferäumen erfolgt softwaregesteuert. Der Betrieb läuft 24/7 – und zwar vollautomatisch, ohne jeglichen Personaleinsatz.

Darüber hinaus bestücken FTS in modernen Molkereigroßbetrieben die Produktion beispielsweise auch mit Verpackungsmaterialien. Ziel ist es, den Materialfluss zwischen Lager- und Produktionsbereich sowie den Warenein- und -ausgang vollständig zu automatisieren. Selbst die Beladung der Lkw kann von den FTS übernommen werden. Den Transport ins Lager, einem Paletten- oder Kleinteilelager, übernehmen je nach Anforderung Dematics Förderer- und Sorter-Systeme.

Palettenhochregallager in Kombination mit Robotik

Mit der Synutra International Inc. mit Sitz in Frankreich vertraut auch einer der größten Milchpulverproduzenten Europas auf ein Lagersystem von Dematic. In diesem Fall handelt es sich um ein Palettenhochregallager. „Durch optimal aufeinander abgestimmte Prozesse und einen vollautomatischen Materialfluss ist diese Lösung äußerst effizient“, erklärt Heinz. Hinzu kommt eine hohe Lagerdichte bei optimaler Raumnutzung. Das System übernimmt die automatische Ein- und Auslagerung des Milchpulvers, das in 25 Kilogramm-Säcken oder in 1,2-Tonnen fassenden Big Bags verpackt ist. Komplettiert wird die von einem Warehouse Management System (WMS) gesteuerte Anlage von mehreren Fördertechnik-Loops und sechs FTS. „Damit ist schnelles und äußerst exaktes Handling kein Problem“, sagt Heinz. Im Hochregallager können Paletten alternativ zu FTS von automatisierten Schmalgangstaplern oder den hochmodernen Regalbediengeräten „Rapidstore“ von Dematic schnell und sicher befördert werden.

Bei Wondersun in China hat Dematic ein 23 Meter hohes, temperaturgesteuertes Palettenlager installiert. Sechs Regalbediengeräte von Typ „Rapidstore“ übernehmen dort das Handling der Paletten. Darauf steht Milch in Getränkekartons, die zunächst von Robotern in Sammelkartons und im Weiteren mittels Palettierrobotern zusammengestellt werden. Über die Steuerungssoftware kombiniert das System Lagerung, Produktion und Vertrieb und vermeidet gleichzeitig Bedienfehler, die bei manueller Steuerung kaum vermeidbar wären.

Schnelles Handling mit AMCAP und Micro-Fulfillment

Für die in Abstimmung auf das Ladenlayout sequenzierte vollautomatische Palettierung unterschiedlicher Waren und Verpackungseinheiten hat Dematic mit dem Hochleistungs-System „Automated Mixed Case Palletising“ (AMCAP) eine passende Lösung im Programm. Das skalierbare Design ermöglicht im Mehrschichtbetrieb flexible Durchsatzraten von mehreren tausend Gebinden pro Stunde. Regale von der Palette oder dem Rollwagen in der optimalen Reihenfolge ohne Rangiertätigkeiten nachzufüllen, spart Zeit und vermeidet das unnötige Blockieren der Gänge. Zudem kommt hier erstmals auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Herzstück des AMCAP-Systems ist das bewährte Dematic-Multishuttle.

Hierbei handelt es sich auch um das zentrale Automatisierungselement, das bei der Dematic-Micro-Fulfillment-Lösung zum Einsatz kommt, einem System, das Online-Bestellungen von Endverbrauchern optimiert. In Zeiten der Corona-Krise boomen diese insbesondere für Lebensmittel. Die Kunden erwarten schnelle Lieferungen bis an die Haustür. In Kombination mit einer Ware-zur-Person-Kommissionierlösung und der individualisierbaren Software „Dematic iQ“, stellt es Aufträge aus unterschiedlichen Temperaturzonen in höchstens einer Stunde zusammen. Aufgrund der kompakten Bauweise belegt es lediglich circa 900 Quadratmeter Fläche und kann damit auch im urbanen Raum, sei es an der Rückseite eines Einzelhandelsgeschäfts oder als separates städtisches Fulfillmentzentrum, installiert werden. Die unmittelbare Nähe zum Endverbraucher beziehungsweise zu seiner Abholstation sorgt für kürzere Wege und verringert damit die Lieferzeiten bei Filialabholungen oder Lieferungen nach Hause deutlich. Die Rentabilität von Omni-Channel-Unternehmen steigt nachweislich und der Kunde bekommt seine Milchprodukte in gesicherter Qualität deutlich schneller.

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