Jungheinrich automatisiert Produktionsversorgung für Audi Hungaria

Jungheinrich automatisiert im ungarischen Györ die Materialversorgung der dortigen Motorenproduktion bei Audi. Dafür kommen sechs fahrerlose Schlepper vom Typ EZS 350a zum Einsatz. Auf ihrem 1.000 Meter langen Fahrweg steuern die automatisierten Routenzüge 57 Haltestellen an und ermöglichen so einen besonders effizienten und zuverlässigen Transport. 

Audi Hungaria entwickelt und produziert im ungarischen Györ Antriebe für die Audi AG und für weitere Marken des VW-Konzerns. Seit seiner Gründung im Jahr 1993 wurden in dem Werk bereits über 39 Millionen Motoren gefertigt. Jetzt hat der Automobilhersteller mithilfe des Hamburger Intralogistikspezialisten Jungheinrich die bislang manuell durchgeführte Materialversorgung seiner Motorenmontage automatisiert.

Die Automatisierungslösung von Jungheinrich setzt dabei auf den Einsatz von sechs Fahrerlosen Transportfahrzeugen auf Basis des Jungheinrich-Elektroschleppers EZS 350. Ausgerüstet mit moderner Navigationstechnik und Sicherheitskomponenten werden die Schlepper eingesetzt, um die Routinetransporte in der Motorenproduktion zuverlässig und prozesssicher zu automatisieren. Entlang eines 1.000 Meter langen Fahrwegs steuern die Routenzüge insgesamt 57 Haltestellen in verschiedenen Hallenbereichen fahrerlos an – 50 davon liegen entlang der Montagelinie. Der Einsatz der automatisierten Schlepper ist im Mischbetrieb mit manuellen Flurförderzeugen in drei Schichten an sieben Tagen in der Woche vorgesehen.

Je Tour kann ein EZS 350a bis zu 5.000 Kilogramm an unterschiedlichen Teilen für die Montage von Vierzylinder-Ottomotoren transportieren. Verschiedene Anhängervarianten kommen dafür zum Einsatz. An drei Bahnhöfen werden diese manuell mit Vollgut beladen. Danach fahren die Routenzüge selbstständig den Montagebereich ab und werden an den verschiedenen Haltestellen entladen. Auf ihrem Rückweg transportieren sie Leergut aus der Produktion zurück in den Logistikbereich.

Die Integration des Systems in die Audi Systemlandschaft erfolgt über die Audi-Traffic-Control-Schnittstelle, über welche externe Peripherie wie Ampeln und Brandschutztore gesteuert werden.   

Bei der Entwicklung hat Jungheinrich das System so ausgelegt, dass sich der EZS 350a bei jedem Kunden einfach in die bestehende IT- und Netzwerklandschaft einbinden lässt. Für die Kommunikation mit den Fahrzeugen kann beispielsweise die bestehende WLAN-Struktur genutzt werden. Falls ein vorhandenes Host-System wie das Jungheinrich WMS oder ein anderes WMS/ERP-System genutzt werden soll, kann sich das Fahrerlose Transportsystem mittels Jungheinrich Logistik-Interface an dieses System anbinden.

Für die Navigation des EZS 350a sind generell keine Bodenarbeiten notwendig. Das Fahrzeug orientiert sich mittels Lasernavigation. Dafür werden Reflektoren an geeignete Objekte am Fahrweg – wie beispielsweise Regale, Säulen und Wände – angebracht oder natürliche Landmarken genutzt. So ist ein millimetergenaues Positionieren der Fahrzeuge auf den vorab definierten Bahnhöfen möglich.

Angetrieben wird der EZS 350a mit einem 24-V-Fahrmotor in Drehstromtechnik.

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