Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

Automatischer Warentransport funktioniert nur dann automatisch, solange keine Störung auftritt. Sobald ein Fahrzeug beschädigt ist oder auf ein Hindernis stößt, muss der Mensch manuell eingreifen und den Fehler beheben. Um das zu ändern, entwickeln Wissenschaftler am Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) gGmbH im Rahmen des Forschungsprojekts „FTS-Expert“ ein System zur automatischen Reaktion auf Betriebsstörungen.

Steht ein Fahrzeug künftig vor einem leeren Regal, empfiehlt es automatisch eine Maßnahme, um die Störung zu beheben. Versperrt ein Hindernis den Weg, vergleicht das Expertensystem, ob das Hindernis umfahren oder der Transportauftrag abgegeben werden sollte, um so die optimale Lösung zu finden. Ist ein Sensor verschmutzt oder beschädigt, sendet das Fahrzeug eine Fehlermeldung ab – mit dem Hinweis, um welches Bauteil es sich handelt und wie sich die Störung am besten beheben lässt.

Die Herausforderung dabei: Die Anzahl an möglichen Lösungen zur Behebung von Störfällen ist sehr groß und manuell kaum überschaubar. Ist beispielsweise ein Durchgang blockiert, kann das Fahrzeug entweder einen Umweg fahren oder den Transportauftrag abgeben. Beide Möglichkeiten können zu Verzögerungen führen und sich auf das gesamte System auswirken. Das Expertensystem muss also in der Lage sein, abzuwägen, welche Alternative die beste ist, sodass dringende Transportaufträge am schnellsten ans Ziel kommen. Für solche Entscheidungen ist derzeit langjährige Erfahrung notwendig.

Damit FTS künftig automatisch auf Störungen reagieren können, wollen die Forscher am IPH das Erfahrungswissen in einer Datenbank bündeln. Dort werden vergangene Störfälle samt Lösungen abgespeichert. Tritt eine Störung auf, gleicht das System den vorliegenden Fall mit gespeicherten Störungsszenarien ab und präsentiert einen Lösungsvorschlag. Der aktuelle Fall wird anschließend in der Datenbank gespeichert – so lernt das System kontinuierlich dazu.

Um die Wissensdatenbank und den Algorithmus zur automatischen Fehlerdiagnose zu entwickeln, wollen die Wissenschaftler eng mit Unternehmen zusammenarbeiten – sowohl mit Herstellern von frei navigierenden Fahrerlosen Transportfahrzeugen als auch mit Unternehmen, die solche Fahrzeuge bereits einsetzen oder in Zukunft nutzen wollen. Unternehmen, die sich am Projekt beteiligen möchten, melden sich bei Ali Soltani vom IPH (Tel.: 0511 279 76-232 oder soltani@iph-hannover.de).

 

 

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