European Distribution Center in NRW eingeweiht

European Distribution Center in NRW eingeweiht

Erweiterte Kapazitäten und höhere Lieferperformance, will das Technologieunternehmen Harting im neu eröffneten European Distribution Center (EDC) in Espelkamp/Nordrhein-Westfalen realisieren. Im Projektverlauf wurde Harting von Pierau Planung unterstützt und beraten. 

Die Harting Deutschland GmbH & Co. KG fertigt elektronische Steckverbinder sowie Netzwerkkomponenten und Geräteanschlusstechnik. Um die Belieferung der Kunden zu beschleunigen, hat das Unternehmen seine Lager- und Versandlogistik am Standort Espelkamp zentralisiert. Achim Meyer, Geschäftsführer Harting Logistics, erklärt: „Uns war schnell klar, dass für die Koordination der Gewerke und Überwachung aller Bereiche das Vier-Augen-Prinzip nicht ausreichen würde. Damit alle geplanten Abläufe auch optimal umgesetzt werden, Fristen, Budget und Termine eingehalten und die Logistik inklusive aller Tests und Abnahmen zügig vorankommen kann, benötigten wir personelle Unterstützung. Wir holten sie uns mit Pierau Planung ins Haus.“ 
In den Hallen des EDC sind Fahrerlose Transportsysteme (FTS) im Einsatz, um die Paletten direkt am Wareneingang zu übernehmen, sie zu den Lager- und Kommissionierbereichen sowie schließlich andere Paletten wieder zum Warenausgang zu befördern. Hierzu nutzen die FTS RFID-Technologie, eine Basiskomponente des Projekts. In den vollautomatisierten Lagerbereichen werden täglich bis zu 20.000 Artikelpositionen kommissioniert und rund 7.000 Versandkartons gepackt: Die Hochregallager werden vom EWM verwaltet und gesteuert und bieten auf einer Gesamtfläche von 4.500 Quadratmeter und 20 Meter Höhe Platz für 6.900 Paletten und 120.000 Behälter. Im Automatischen Kleinteilelager sorgen in zwei von insgesamt acht Gassen je zwei Regalbediengeräte übereinander für die zügige automatische Ein- und Auslagerung der Schnelldreher. Für A+-Artikel und Leerbehälter sind darüber hinaus die 20 Meter hohen Kompaktlagersysteme „Commissioner“ von TGW im Einsatz. Die beleglose, zweistufige Ware-zum-Mann-Kommissionierung teilt sich in zwei verschiedene Arbeitsplatzbereiche, um die Abläufe für das positionsbezogene Picken ganzer Verpackungseinheiten und die Anbruchkommissionierung (inklusive Set-Bildung „on demand“) jeweils optimal gestalten zu können.
Die Entkopplung zwischen Kommissionierung und Packerei übernimmt ein Shuttlelager als Puffer und Sequenzer: Über die EWM-Applikation des Lagerverwaltungssystems werden Inhalt und Reihenfolge bestimmt, in der die Positionsbehälter optimiert für das manuelle Verpacken bereitgestellt werden. Die Mitarbeiter können diesem Vorschlag folgen oder basierend auf ihrer Erfahrung eine andere Reihenfolge festlegen. Die Etikettierung der Adress- und Warenanhänger wird zentralisiert von zwei in die Fördertechnik integrierten Etikettierautomaten vorgenommen.
Die Inbetriebnahme der technischen Anlagen erfolgte im Ramp-up, daher laufen die Systeme noch nicht auf voller Leistung. Diese wird sukzessive hochgefahren, um das Risiko von Störungen oder Ausfällen zu minimieren. Das Ziel ist, Auftragslast und Kapazitäten so zu steuern, dass die Technikpotenziale der Anlagen höchstmöglich ausgeschöpft werden.