Ersatzteillogistik für Windturbinen

Moderne Flurförderzeuge halten Energieversorgung in Gang

Überall dort, wo Material- und Informationsflüsse koordiniert und synchronisiert werden, eröffnet sich in der Regel ein weites Feld an Verbesserungen der Lagerprozesse. Für das Geschäft in der Ersatzteillogistik der Windturbinen von Siemens Gamesa Renewable Energy hat der Logistikdienstleister, die Schenker Deutschland AG, deshalb auch moderne Flurförderzeuge angeschafft.

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Um gemeinsam die Energielandschaft zu gestalten, haben Siemens Wind Power und Gamesa ihr Windgeschäft in 2017 vereint. Mit einer installierten Kapazität von weltweit 75 Gigawatt und 27.000 Mitarbeitern ist Siemens Gamesa Renewable Energy mit Onshore- und Offshore-Windturbinen in mehr als 90 Ländern vertreten.

Damit die Windräder wegen fehlender Ersatzteile nicht stillstehen, wurde der Logistikdienstleister Schenker von Siemens mit der Service- und Ersatzteillogistik betraut. Eigene Lagerbestände konnten so minimiert und die Kapitalbindung verringert werden.

Schenker hat bereits große Erfahrung in diesem Geschäft gesammelt, denn in der Nähe von Leipzig betreibt der Kontraktlogistiker schon seit längerer Zeit erfolgreich ein Servicelager für Windturbinen von Vestas Wind Systems.

Maximale Flexibilität

Für das weltweite Service- und Ersatzteilgeschäft von Siemens Gamesa Windturbinen richtete Schenker ein neues Zentrallager im mecklenburgischen Gallin ein. Die An- und die Auslieferungen werden durch Siemens Gamesa Renewable Energy selbst organisiert. Für die Ersatzteillogistik wurden moderne Flurförderzeuge des Hamburger Intralogistik-Spezialisten Still angeschafft. Die zuverlässigen Stapler und robusten Lagertechnikgeräte sollen eine maximale Flexibilität bei den Kommissionierungen der unterschiedlich großen, schweren und sperrigen Artikel garantieren.

Im immensen Sortiment sind bis zu 30.000 Artikel gelistet. Etwa die Hälfte des Sortiments sind größere Artikel, wie etwa Generatoren, Getriebe oder Antriebswellen. Diese befinden sich auf Paletten in der Regalanlage. Insgesamt stehen 16.000 Stellplätze zur Verfügung. Benjamin Hensen, der Verkaufsberater von Still für Mecklenburg-Vorpommern: „Im Vergleich zu einer speziellen Lager- und Fördertechnik lassen sich die Auftragsspitzen in solch einem komplexen Lager mit einer Staplerflotte flexibler und dynamischer abarbeiten.“

Bei der genauen Analyse wurden nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die Lagerprozesse im Wareneingang, im Versand, im Palettenlager, beim Transport und beim Management der Kleinteile betrachtet. Daraus resultierte das auf die Anforderungen von Schenker zugeschnittene Flottenkonzept. Christoph Schultze, der Logistikleiter im Zentrallager: „Mit der Staplerflotte von Still bekommen wir nicht nur neue Fahrzeuge inklusive Wartung und Service. Durch zusätzlich angemietete Stapler ist die Flotte auch skalierbar. Auf Auftragsspitzen können wir so flexibel reagieren.“ Sergei Terechow, zuständiger Still Key Account Manager für Schenker Deutschland, fügt an: „Dank unserer großen und vielfältigen Flottenfahrzeuge haben wir fast immer den richtigen Stapler im Angebot.“

Hohe Umschlagleistung

Für Präzision auf höchster Ebene sorgen bei den Lagerprozessen vier FM-X-17-Schubmaststapler in der acht Meter hohen Paletten-Regalanlage. Eine hohe Umschlagleistung wird durch den schnellen Transport mit drei EXD-SF-20-Doppelstock-Hochhubwagen erreicht. Diese Geräte besitzen eine luftgedämpfte Standplattform und sind bis zu zehn Kilometer in der Stunde schnell. Ronny Hergaß, Teamleiter Warehouse Picking ergänzt: „Bis zu 600 Positionen sind bei einer Kommissionierung möglich. Die Aufträge werden durch das SAP WMS von DB Schenker in Echtzeit auf die mobilen Datenerfassungsgeräte überspielt. Dabei berücksichtigt SAP die eingeschränkte Griffhöhe der Picker bei Kommissionierungen mit den EXD-Fahrzeugen.“

Seit kurzem ergänzt ein OPX-20-Kommissionierer die Flotte. Mit dem „Easy-Drive“-Lenkrad ist gleichzeitiges Lenken, Heben und Fahren ohne Umgreifen möglich. Dieser Allrounder wird vor allem für die langen Transporte eingesetzt.

Zur optimalen Nutzung des Lagerplatzes im Wareneingang und im Versand dienen zehn EXV Basic Deichselgeräte. Drei RX-20-16-Frontstapler sorgen für einen effektiven Umschlag beim Be- und Entladen der Lkw. Ergänzt wird die Flotte mit Handhubwagen, die von Still mit einer Waage ausgerüstet sind. Durch die Skalierbarkeit und die Flexibilität der Staplerflotte können derzeit bis zu 250 Paletten tagtäglich eingelagert werden.

Geringe Umweltbelastung

Durch den kraftvollen, elektrischen Fahrantrieb hebt der RX 60-60 Lasten von bis zu sechs Tonnen. Der hohen Umschlagleistung steht dabei eine äußerst geringe Umweltbelastung gegenüber. Dieser Stapler dient zum Handling der bis zu fünf Tonnen schweren Ersatzteile. Beispiele sind schwere Kugellager für die Siemens-Windturbinen oder sperrige Kabeltrommeln für die Stromkabel einer acht Megawatt Off-Shore Windturbine.

Alle Fahrzeugtypen von Still besitzen einen komfortablen Einstieg und eine sehr gute Ergonomie. Ronny Hergaß bestätigt: „Die Fahrer fühlen sich beim Einsatz sehr wohl. Dies ist auch ein wichtiger Grund für den hohen Durchsatz im Lager.“ Christoph Schultze ergänzt: „Wir sind mit den zuverlässigen Flurförderzeugen von Still sehr zufrieden. Sämtliche Einsätze werden reibungslos erledigt.“ Auch der schnelle und unmittelbare Service von Still gefällt dem Logistikleiter. Die Reaktionszeiten der Service-Techniker seien kurz, und die Reparaturarbeiten würden zügig durchgeführt.

Mit regionalen Distributionszentren und Spezialisierung auf logistische Dienste, wie zum Beispiel die Luftfracht, kann Schenker schnell und effizient die Beschaffungsströme vom Lieferanten bis zum Standort der Kunden steuern. Durch das zentrale Service- und Ersatzteillager in Gallin werden so auch die Windparks von Siemens-Gamesa-Kunden pünktlich beliefert und damit die Energieversorgung sichergestellt. Die auf die Bedürfnisse von Schenker zugeschnittene Staplerflotte von Still sorgt dabei für maximale Flexibilität und bildet die Voraussetzung für eine transparente, schnelle und damit verbunden kostengünstige Auslieferung.

»Die Fahrer fühlen sich beim Einsatz sehr wohl. Dies ist auch ein wichtiger Grund für den hohen Durchsatz im Lager.«

Ronny Hergaß, Teamleiter Warehouse Picking, Zentrallager Gallin

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