Ein maßgeschneidertes Konzept

Ein maßgeschneidertes Konzept

Flexibles System für die Lagerung und Kommissionierung von Kleinteilen

Auf Basis mehrerer Anlagensimulationen mit Originaldaten in Realzeit wurde für das E-Commerce-Unternehmen Sport Okay ein neues vollautomatisches Kleinteilelager in Innsbruck errichtet. Die Realisierung erfolgte in zwei Bauabschnitten.

1. Über den Behälterstapeln ist das Fahrschienensystem (Grid) montiert, auf dem sich die batteriebetriebenen, autonomen Roboter bewegen. (Quelle: Hörmann Logistik)
2. Bei geringer Auftragslast oder zu geringer Batteriekapazität fahren die Roboter selbstständig zu einer der am Rand des Grids befindlichen Ladestationen. (Quelle: Hörmann Logistik )

Das E-Commerce-Unternehmen Sport Okay GmbH bietet als Spezialist für alpine Bekleidung und Sportausrüstung in seinem Onlineshop www.sportokay.com über 200 Top-Marken an. Aufgrund der positiven Entwicklung des Onlineshops wird Sportokay.com in Innsbruck in den Neubau eines Logistikzentrums investieren, in dem als zentrales Kommissioniersystem ein vollautomatisches Kleinteilelager-System zum Einsatz kommt. Überzeugt hat das „Autostore“-Konzept der Hörmann Logistik GmbH.

Systemkonfiguration in zwei Baustufen

Das neue Lager wird im zweiten Obergeschoss einer Neubauhalle errichtet. Im Erdgeschoss sind Arbeitsplätze für Wareneingang und Kommissionierung vorgesehen. Für die maßgeschneiderte Auslegung des „Autostore“-Systems für Sportokay.com wurden bei der Planung von Hörmann Logistik mehrere Anlagensimulationen mit Originaldaten in Realzeit durchgeführt. Die Kundenanforderungen führten zusammen mit den Simulationsergebnissen zu einer Systemkonfiguration in zwei Baustufen. Im ersten Bauabschnitt werden 22 Roboter mit 26.500 Behältern auf 16 Ebenen und dazugehörige sechs Arbeitsplätze mit Swing-Ports rund 168 Einlagerungen und Retouren sowie 4.000 Picks pro Tag und 400 Picks pro Stunde ermöglichen. In der zweiten, finalen Ausbaustufe wird das „Autostore“-Grid auf etwa die doppelte Breite vergrößert, so dass 44 Roboter mit etwa 55.000 Behältern und 12 Arbeitsplätzen mit Swing-Ports für rund 336 Einlagerungen und Retouren sowie 8.000 Picks pro Tag und 800 Picks pro Stunde sorgen werden.

Das System besteht aus einem Aluminiumraster mit den Gesamtabmessungen von 18,4 Metern x 36,9 Metern (79,2 Metern) x 5,4 Metern (L x B x H). In dem Rastersystem stehen Stapel mit jeweils 16 Behältern direkt auf dem Hallenboden. Über den Behälterstapeln ist das Fahrschienensystem (Grid) montiert, auf dem sich die 22 (44) batteriebetriebenen, autonomen Roboter bewegen. Die Roboter nehmen kooperativ Behälter auf, sortieren sie um und sind für die Ver- und Entsorgung der Swing-Port-Arbeitsplätze im Erdgeschoss zuständig. Das maximale Gesamtgewicht der 649 Millimeter x 449 Millimeter x 330 Millimeter (L x B x H) großen Behälter beträgt 35 Kilogramm bei einer Netto-Zuladung von rund 30 Kilogramm. Zur Absicherung des Maximalgewichts findet an den Ports eine Übergewichtsprüfung statt. Die Behälter können durch Trenneinlagen flexibel für die Nutzung mehrerer Artikel unterteilt werden.

Jede Position im Raster wird erreicht

Die Roboter bewegen sich durch ihre vier, über Eck angeordneten Räderpaare in zwei Richtungen und erreichen so jede Position im Raster mit einer Geschwindigkeit von 3,1 m/s². Sie kommunizieren über WLAN mit der Autostore-Steuerung, die die Transportaufträge an die einzelnen Roboter vergibt. Bei geringer Auftragslast oder zu geringer Batteriekapazität fahren die Roboter selbstständig zu einer der 22 (44), am Rand des Grids befindlichen Ladestationen. Die Steuerung ist auf der angebundenen Serviceplattform untergebracht.

Die Arbeitsplätze zur Einlagerung, Auslagerung und Kommissionierung der Waren befinden sich bei Sportokay.com unterhalb des „Autostore“-Systems im Erdgeschoss. Die Artikel werden auf Paletten bzw. in Kartons an die Wareneingangs-Arbeitsplätze gebracht, dort ausgepackt und in das System eingelagert. Waren, die für die Kommissionierung bestimmt sind, werden an einem der Warenausgangs-Arbeitsplätze vom System angedient, der Mitarbeiter entnimmt die Ware und legt sie im Versandkarton ab. Das Kleinteilelager soll im August 2018 in Betrieb gehen. (ck)

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