Effiziente Abläufe

Individuelle IT-Lösungen für Hafenbetreiber

Häfen aller Art und Größe suchen ständig nach Wegen, wie sie ihren Wettbewerbsvorteil stärken, auf dem neuesten Stand der technologischen Entwicklung bleiben und ihre spezifischen Probleme bewältigen können. Individuelle IT-Lösungen können Betreibern dabei helfen, sich von der Masse abzuheben. Bei frühzeitiger Integration in den Fertigungsprozess spricht viel für eine Investition in individuelle Anpassungen.

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Wie viele Häfen zählt die Welt? Fragt man JLT Mobile Computers, ein Unternehmen, das robuste Mobilcomputer für anspruchsvolle Umgebungen, einschließlich Häfen, entwickelt und herstellt, ist es unmöglich, darauf eine genaue Antwort zu geben. Zu viele verschiedene Variablen seien zu berücksichtigen, wovon die weitaus einfachste noch die Definition nach Art der umgeschlagenen Fracht sei – aber wären reine Fischereihäfen mitzuzählen? Werden die verschiedenen Terminals innerhalb eines Hafens einzeln gezählt? Gehören Offshore-Umschlaganlagen in die Berechnung?

Ganz gleich, bei welcher Zahl man schließlich lande, jeder dieser Häfen sei einzigartig, sowohl in Aufbau und Bedürfnissen als auch nach Lage, Bodenbeschaffenheit, Erreichbarkeit und vielen weiteren individuellen Faktoren. Angesichts dieser Vielfalt brauche jeder Hafen eine andere Roadmap in Bezug auf die IT-Ausrüstung, so JLT, denn für einen Terminalbetreiber, der dem erfolgreichen Handling wirklich seinen Stempel aufdrücken will, seien individuelle IT-Lösungen ein absolutes Muss.

Zunehmende Nachfrage nach individuellen Anpassungen

Per Holmberg, der Geschäftsführer von JLT Mobile Computers konstatiert eine zunehmende Nachfrage nach individuellen Anpassungsmöglichkeiten. „Anpassungswünsche gibt es immer häufiger“, sagt er. „Wir können während der Herstellung leicht Änderungen vornehmen und erweitern unser Serviceangebot entsprechend. Werden diese Anpassungen parallel zur Fertigung integriert, dann hat das keinen allzu großen Einfluss auf den Preis.“

Ein Beispiel hierfür ist laut Holmberg Operaciones Portuarias Canarias S.A., ein Containerterminal auf der spanischen Insel Gran Canaria vor der Küste Nordwestafrikas. Die Anlage operiert seit September 2018 mit dem „Navis N4“-Terminalbetriebssystem. Zuvor verbrachte das Terminal einen Großteil des Jahres damit, verschiedene Geräte zu testen, darunter auch einen JLT-Computer. Zu den Anpassungsanforderungen gehörten benutzerdefinierte, vorinstallierte Software-Images – so dass die Computer bei ihrer Ankunft lediglich eingeschaltet werden mussten. Daneben waren verschiedene Konnektoren nötig, die mit den bestehenden Anschlüssen kompatibel sein sollten, damit die alten Computer effektiv gegen die sie ersetzenden neuen Geräte ausgetauscht werden konnten. Plug & Play wird von Ports immer mehr geschätzt; Betriebsausfälle aufgrund von IT-Problemen gelten heute als unakzeptabel. Die IT-Ausrüstung von Hafenanlagen sollte vielmehr vielfältigste Anpassungsmöglichkeiten bieten, um den Bedürfnissen jedes Terminals optimal gerecht zu werden. Neben hoher Zuverlässigkeit angesichts extremer Temperaturen müssen die Geräte auch mit Feuchtigkeit, Vibrationen, Staub und elektromagnetischen Feldern fertig werden.

Exakt auf zukünftige Anforderungen zugeschnitten

Feuchtigkeit, Vibrationen, Staub: diese und viele andere Anforderungen soll der kürzlich vorgestellte robuste Logistikcomputer JLT6012 zuverlässig erfüllen. Der Computer, entwickelt für den Einsatz in Transport und Lagerhaltung, verfügt über ein Design, das maßgeschneiderte Lösungen ermöglicht, die heutigen sowie zukünftigen Anforderungen exakt entsprechen sollen. Eine Standardkomponente des JLT6012, die der erhöhten Sicherheit dient, ist das „Trusted Platform Module“ (TPM), ein Prozessor-Verschlüsselungschip, der darauf ausgelegt ist, hardwarebasierte, sicherheitsrelevante Funktionen anzubieten und Daten zu schützen. TPM wird zur Authentifizierung, Kommunikationsanbindung und mehr eingesetzt, findet Anwendung in Windows-10-Betriebssystemen und kommt in vielen verschiedenen Applikationen zum Einsatz. (ck)

Christina Kasper

Christina Kasper
Redakteurin
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