Die Ameise geht online

Keine Abkehr von der Einmarkenstrategie

Jungheinrich steuert auf Rekordumsätze zu, möchte kräftig weiter wachsen und setzt dabei zusätzlich auf eine alte Marke und eine neue Serie.

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Nein, dazu könne er noch nichts Konkretes sagen. Sagt Dr. Lars Brzoska, blickt auf seine Charts und lächelt. Dazu hat er allen Grund, denn so viel verrät der Vertriebsvorstand von Jungheinrich dann doch: Die Prognose, die das Hamburger Unternehmen im vergangenen Herbst noch einmal bekräftigte, werde man halten. Im November 2016 sagte man „einen Konzernumsatz mit einer Bandbreite zwischen 3,0 und 3,1 Milliarden Euro“ voraus. Sprich: die Drei-Milliarden-Grenze ist geknackt, die Vier-Milliarden in Sicht. Wie schnell man diese erreicht, das lässt Brzoska offen. Angestrebt ist 2020, gern auch eher.

Einstiegsfahrzeuge für leichte Arbeiten

Um dieses Ziel zu erreichen weitet Jungheinrich sein Angebot Schritt für Schritt aus – mit innovativen Fahrzeugen, verschiedenen Digitalisierungsangeboten, neuen Dienstleistungen (wie Safe Walk zur Identifizierung von Gefahrenquellen im Lager) seiner Kompetenz in Sachen Logistiksysteme...

Neu , zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, ist auch Jungheinrichs Weg in Richtung technologisch weniger anspruchsvoller, preiswerter Fahrzeuge. Und das hat ganz viel mit China zu tun. „Es ist nicht immer Spitzentechnologie, was der Kunde benötigt“, sagt Brzoska, und meint damit etwas, was Jungheinrich die M-Serie nennt. Hierbei handelt es sich um, wie es heißt, „Einstiegsfahrzeuge für leichte Transportaufgaben und Stapelarbeiten mit geringer Intensität zu einem attraktiven Preis“, die in China entwickelt und gebaut werden. Man erwarte hier eine „sehr, sehr hohe Neukundenquote“. Im vergangenen Jahre habe man bereits über 1.000 Fahrzeuge an den Mann gebracht.

Doch damit nicht genug. Schon Ende 2015 gründeten der chinesische Flurförderzeughersteller Heli und Jungheinrich ein Joint Venture – zunächst zuständig für das Vermietgeschäft beider Marken im chinesischen Markt. Jedoch „haben wir mit unserem Partner Heli in den vergangenen zwölf Monaten (auch) Fahrzeuge weiterentwickelt“, erzählt Lars Brzoska. Herausgekommen sind dabei „kostengünstige Einsteigerprodukte für den einfachen Einsatz“. Jungheinrich kündigte an, „ab dem zweiten oder dritten Quartal 2017 diese Fahrzeuge vorwiegend online im Markt anzubieten – weltweit, jedoch mit regionalen Unterschieden“. Geschehen wird dies unter einem alt bekannten Label, das im Volksmund bereits seit Jahrzehnten markenunbhängig benutzt wird: die „Ameise“. Eine Abkehr von der Jungheinrich-Einmarkenstrategie sei dies nach Worten Brzoskas allerdings nicht.

High-Tech-Fahrzeuge für intensive Einsätze

Wie bereits angedeutet, der Hamburger Intralogistiker setzt bei seinem Wachstum natürlich weiter auf High-Tech-Flurförderzeuge. Diese seien konzipiert für „anspruchsvolle und intensive Einsätze, gekoppelt mit höchster Qualität und neuester Technik“.

Zu den Neuheiten zählen unter anderem der auf der Logimat erstmals der Öffentlichkeit vorgestellte Mehrwegestapler ETV Q20/25 (siehe Seite 49) und ein neuer Mitfahr-Niederhubwagen ERE (Bild). Mit 14 km/h (in der Drive-Plus-Variante) „ist der ERE derzeit das schnellste Fahrzeug in dieser Kategorie auf dem Markt“ erzählt Lars Brozska. Mit dem im Jungheinrich-Werk in Landsberg (nahe Leipzig) produzierten Fahrzeug verspreche man Anwendern – durch den Einsatz verschiedener, optional erhältlicher Assistenzsysteme – eine zusätzliche Steigerung der Umschlagleistung um bis zu 15 Prozent, so Brzoska weiter. Das könne er immerhin schon konkret sagen.

Jan Kaulfuhs-Berger

Ausgabe 3/2017

Jan Kaulfuhs-Berger

Chefredakteur, Zeitschrift Technische Logistik - Hebezeuge Fördermittel
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