Brückenkran mit strategischer Bedeutung

Brückenkran mit strategischer Bedeutung

Schon vor der Wende Kunde bei Kranbau Köthen, erteilte der weltweit bekannte Stahlmagnat Thyssenkrupp Steel Europe AG (TKSE) den Kranbauern Ende November 2019 den Großauftrag, einen Pfannentransportkran in Zwei-Träger-Ausführung mit 40 Metern Spannweite und einer Tragfähigkeit von 390 Tonnen zu bauen. Genau dieser Kran verließ nun termingerecht im April das Werkgelände der Kranbau Köthen GmbH.

Ausgangspunkt war ein 360-Tonnen-Kran Baujahr 1974, der Jahre später zwar auf 380 Tonnen mit einer Hubgeschwindigkeit von 3,5 Metern pro Minute aufgelastet wurde, aber heutzutage nicht mehr ausreichend in seiner Leistung ist. Daher soll dieser ausgetauscht werden und durch einen neuen Pfannentransportkran ersetzt werden, der den aktualisierten Anforderungen an eine höhere Leistungsfähigkeit – sprich doppelte Hubgeschwindigkeit und höhere Traglast – des Kunden gerecht wird.

Der Kran wird als Mittelkran die zwei Brammenstranggießanlagen in der Gießhalle im Oxygenstahlwerk 2 im Thyssenkrupp Stahl Gießwerk Duisburg Beeckerwerth bedienen und muss daher für eine Umgebungstemperatur von 60 Grad Celsius ausgelegt sein. Zum Transport feuerflüssiger Massen nach DIN EN 13135 und DIN EN 14492/2 gehören auch Nothaltezangen für das Haupthubwerk. Zudem sind alle sicherheitsrelevanten Funktionen nach Steuerungskategorie 3, Performancelevel D nach DIN EN ISO 13849 zu erfüllen. Die Planung erfolgte von TKSE bis ins kleinste Detail und ist in einem 180-seitigen Lastenheft dokumentiert.

Mit seinen Parametern von 390/60 Tonnen Tragfähigkeit, einer Hubgeschwindigkeit von zehn Metern pro Minute und der Spannweite von 40 Metern gilt dieser Kran als der größte Kran mit zwei Brückenträgern, den Kranbau Köthen in diesem Umfang je gebaut hat. Der Pfannentransportkran verfügt über ein Haupthubwerk mit Seileinscherung 40:4 sowie ein Verschiebewerk an der Laufkatze, um Hilfshubhaken in die Gießpfanne einhängen zu können. Die Oberflasche des Verschiebewerkes ist auf einer extra Ebene unterhalb der Laufkatze angeordnet. Die Traverse ist drehbar ausgeführt und mit einer sehr genauen Wägetechnik ausgerüstet. Auch zusätzliche Lastaufnahmemittel können aufgenommen werden. Eine Besonderheit stellt das System der Hakenmaulsensorik in den Haken der Gießtraverse dar, die beim Heben einer Last zum Einsatz kommt: zwei Sensoren im bestimmten Winkel überprüfen die Positionierung der Lamellenhaken, damit die Gießpfanne vor Beginn des Hubvorganges sicher im Hakenmaul liegt. Erst dann erfolgt die Freigabe der Hubbewegung.

Weitere Informationen sind unter www.kranbau.de zu finden.