2D-Code-Etiketten für IoT-automatisierte Intralogistik

Mit dem Umzug nach Kerpen hat die Saint-Gobain Autover Deutschland GmbH auch ihre intralogistischen Prozesse mittels Internet of Things (IoT) vernetzt, um Ersatzverglasung für Autos, Lkw und Busse in verbesserter Qualität noch schneller zur Verfügung zu stellen. Für die mehr als 14.000 Stellplätze hat ONK barcodierte Etiketten produziert und vor Ort an den Paletten- und Fachbodenregalen montiert.

Saint-Gobain Autover vertreibt Fahrzeug-Ersatzverglasung des Tochterunternehmens Saint-Gobain Sekurit, einem der weltweit führenden Automobilglashersteller. Jährlich werden über vier Millionen Glasteile an KfZ-Werkstätten, Autoglaser, Teilehändler und Großbetriebe weltweit ausgeliefert. Die Saint-Gobain Autover Deutschland GmbH operiert seit März 2020 vom neuen Standort in Kerpen aus. Hier lagern auf rund 9.500 Quadratmetern neben Fahrzeugverglasung auch verwandte Produkte wie Klebstoffe, Werkzeuge und Zubehör – 12.000 verschiedene Artikel, insgesamt 24.000 Produkte. „Wir haben 99 Prozent der jemals produzierten Autoscheiben vorrätig“, betont Robert Micus, Projektmanager Logistik bei Saint-Gobain Autover. „Damit sind wir Marktführer, wenn es um Verfügbarkeit geht.“

Informationsübertragung nahezu in Echtzeit

Um die Produktverfügbarkeit von vormals 95 auf nunmehr 99 Prozent zu erhöhen und die Lieferzeiten weiter zu verkürzen, hat Saint-Gobain Autover Deutschland seine Lagergestaltung neu organisiert und die Lagerprozesse automatisiert. „Durch neu angeschaffte Scanner und deren Anbindung an unser Lagerverwaltungssystem können wir nun erstmals 2D-Code-Scanning einsetzen“, sagt Micus. „Das ermöglicht uns auch, nahezu in Echtzeit Informationen zu übertragen und Prozesse zu verfolgen.“

Um die Artikel automatisch identifizieren zu können und so den Wareneingang sowie -ausgang zu beschleunigen, hat Saint-Gobain Autover den Kölner Spezialisten ONK mit der Lagerkennzeichnung beauftragt. „In einem ausführlichen Vorgespräch haben wir gemeinsam mit ONK sowohl die für uns am besten geeignete Bar- und Farbcodierung als auch das benötigte Etikettenformat und -material ermittelt“, so Micus. Die Stellplätze in den bis zu 11,50 Meter hohen Palettenregalen zum Beispiel, in denen Autoscheiben auf Ganzpaletten lagern, hat ONK mit farbigen Man-down-Etiketten, auch Mehrebenen-Etiketten genannt, gekennzeichnet. Auf der untersten Traverse ist jeweils ein Etikett angebracht, auf dem nebeneinander bis zu sechs Barcodes der darunter sowie aller darüber liegenden Regalebenen abgebildet sind. Damit die Kommissionierer die Ebenen schnell und fehlerfrei zuordnen können und den richtigen Barcode scannen, ist den Ebenen 3 bis 6 eine individuelle Farbe zugewiesen. Ebene 1 und 2 wiederum sind durch Richtungspfeile ausgewiesen. Diese Man-down-Etiketten ermöglichen nicht nur das Scannen vom Boden aus, sondern „vereinfachen durch die Farbcodierung erheblich die Zuordnung der Stellplätze zu den Lagerebenen“, so Micus.

Schutzlaminat bzw. Staubschutzkante schützen Barcodes

Einzelne Autoscheiben wiederum lagert Saint-Gobain Autover in individuell gefertigten Fachbodenregalen, deren höhere Ebenen vom Boden problemlos scannbar sind. An jeden einzelnen der mehr als 10.000 Stellplätze hat ONK selbstklebende Etiketten angebracht. Sie bilden die neunstellige Lagerplatzkoordinate in Klarschrift und als 2D-Code ab. Damit die Etiketten der hohen Beanspruchung lange standhalten, sind sie nicht nur aus Folie, sondern zusätzlich noch mit einem Schutzlaminat überzogen. Anders als die mit selbstklebenden Etiketten dauerhaft gekennzeichneten Stellplätze für Autoscheiben ist das Zubehör in Fachbodenregalen mit mehreren Hundert Einstecketiketten beschriftet. So lässt sich die Kennzeichnung bei Bedarf schnell austauschen oder das Fach verkleinern bzw. vergrößern. Auch diese Etiketten bilden die Koordinate klarschriftlich und barcodiert ab und sind zum Schutz vor hoher Beanspruchung in passgenau zugeschnittene Etikettenhalter eingeschoben.

Die Montage der rund 14.000 Etiketten und Schilder erfolgte Mitte Februar 2020. Im März hat die Saint-Gobain Autover Deutschland GmbH den Umzug nach Kerpen wie geplant vollzogen und das neue Lager in Betrieb genommen. „Der Service von ONK sucht seinesgleichen“, findet Micus. „ONK liefert nicht einfach nur Standard, sondern passgenaue Kennzeichnungslösungen sowie eine End-to-End-Betreuung – von der Beratung im Vorfeld bis hin zur Montage.“ (ck)

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