14 Tage, 80 Kisten, ein Jumbo-Jet

14 Tage, 80 Kisten, ein Jumbo-Jet

Wie ein Mittelständler eine komplette Produktionsanlage für den Lufttransport verpackte

So ein Projekt hat auch ein Verpackungsprofi eher selten auf dem Tisch: in nur 14 Tagen die komplette Produktionsanlage eines großen Automobilzulieferers verpacken und im eigens gecharterten Jumbo-Jet von Deutschland ins US-amerikanische South Carolina transportieren. 80 Kisten kamen in dieser kurzen Frist zusammen, die zwischenzeitlich alle heil in den Vereinigten Staaten angekommen sind.

1. Eine der 80 Kisten steht zur Verladung bereit. (Quelle: Allgaier)
2. Maßarbeit im Flugzeugbauch, alles muss exakt passen. (Quelle: Allgaier)
3. Kiste um Kiste wird nun in den Jumbo-Jet verladen. (Quelle: Allgaier)
4. Der Flieger ist randvoll, es kann losgehen. (Quelle: Allgaier)
5. Mit solchen Sattelzügen wurde der Transport auf der Straße realisiert. (Quelle: Allgaier)

„Um das zu schaffen, haben alle professionell und unglaublich kollegial an einem Strang gezogen. Eine großartige Leistung“, freut sich der Geschäftsführer der Allgaier Verpackungs GmbH & Co. KG, Frank Bolz.

Gestartet ist der Flieger vom Flughafen Frankfurt – im wahrsten Sinne des Wortes beladen bis unters Dach. „Bis das Projekt so weit gediehen war, hatten wir allerdings alle Hände voll zu tun“, so Bolz. Bereits im April 2017 trafen sich alle an dem Projekt beteiligten Firmen beim Auftraggeber, erstellten einen Terminplan und kümmerten sich um die Koordinierung des Projektablaufes.

Maßgeschneiderte Transportkisten

Hauptproblem war die Zeitvorgabe: Es durfte zwischen dem Abschalten der Produktionsanlage in Deutschland und der Wiederinbetriebnahme in den USA nur wenig Zeit vergehen. „Wir haben die Anlage vor Ort vermessen und die Transportkisten mit unserem CAD-Programm auf den Laderaum der Boeing 747 hin maßgeschneidert“, so der Geschäftsführer. Dann wurden die Anlagenteile beim Auftraggeber Stück für Stück demontiert und auf die bereits daneben positionierten Kistenböden aus Vollholz gestellt.

Nach der Demontage von empfindlichen Anbauteilen wie Monitoren und Steuerungskästen wurden die Kisten dann unter Zuhilfenahme von speziellen, von Allgaier angefertigten Schaumpads mit integriertem Korrosionsschutz zusammengesetzt, die exakt an die Konturen der Bauteile angepasst wurden.

Zwei bis drei Sattelzüge pro Tag

Nach dieser Vorverpackung vor Ort transportierten dann täglich zwei bis drei Sattelzüge der Allgaier Spedition die Maschinenteile nach Neu-Ulm. „Dort erfolgte die Luftfrachtsicherheitskontrolle, die endgültige Verpackung für Luftfracht, die Verladung auf entsprechend gesicherte Auflieger, die Lagerung bei uns im Betrieb und der Transport zum Flughafen“, berichtet Bolz.

Maximilian Gruber aus dem Bereich Vertrieb, der federführend an dem Projekt beteiligt war, ergänzt: „Es war absolut bemerkenswert, dass sowohl die Planung als auch die Koordination zwischen den beteiligten Unternehmen während des gesamten Projektes so problemlos ablief.“ Dadurch konnte die gecharterte Boeing bereits wie geplant abheben. „Drei Tage später kam dann die Meldung, dass alle Maschinenteile in einem Topzustand am Ziel angekommen sind“, ergänzt Gruber. Dafür wolle er sich „bei allen beteiligten Projektpartnern noch einmal herzlich bedanken“.

Und Jan Kurth, Geschäftsführer des Bundesverbandes Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) e.V., erklärt abschließend: „Das ist wieder einmal ein wunderbares Beispiel dafür, was unsere Branche zu leisten imstande ist.“ Gute Leistungen sorgten für zufriedene Kunden und attraktive Folgeaufträge. „Besser lässt sich die Zukunft eines Unternehmens nicht sichern.“ (jak)

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